Michael Wilmes absolviert den New York Marathon

Ein Lauf wie kein anderer

Mit dem 16-maligen deutschen Meister Herbert Steffny auf der After-Run-Party in New York.

Bonzel. „Einmal im Leben muss man als Läufer den New York Marathon laufen, sonst fehlt etwas in der Sammlung“, sagt Michael Wilmes, Freizeitläufer des TuS 08 Bilstein. In seiner Sammlung fehlt jetzt nichts mehr, denn der 44-jährige absolvierte am vergangenen Sonntag den legenderen Marathon in New York.

Mit anderen Läufen sei das überhaupt nicht zu vergleichen, sagt Michael Wilmes. Nach 20 absolvierten Marathon-Läufen kann er das sagen. Neben den großen deutschen Läufen ist er schon in Barcelona, auf Lanzarote und in Warschau gestartet. Doch New York ist das Highlight.

Etwa 55.000 Läufer starten hier, weit über eine Million Zuschauer feuern sie an der Strecke an, am Straßenrand sind teilweise Zuschauertribünen aufgebaut. „Die Stimmung entlang der Strecke ist der Wahnsinn“. Am Abend vorher gibt es eine Eröffnungsparade der Nationen mit Riesen-Feuerwerk im Central Park.

Vielen Läufern ist die Zeit egal, sie wollen einfach nur einmal hier mitlaufen. Michael Wilmes war die Zeit nicht egal, er absolvierte die 42,195 Kilometer in 3:42:31 Stunden. „Keine Bestzeit, aber bei dem Höhenprofil und teilweise etwas Gegenwind bin ich zufrieden“, so Wilmes. Kurz nach dem Start führt die Strecke über die Verazzano Bridge. Diese hat eine Spannweite von über drei Kilometern und verlangt den Läufern gleich zu Beginn einiges ab. Sie ist eine von fünf Brücken, die bewältigt werden müssen, mit Anstieg und reichlich Gegenwind. Die Strecke hat über 350 Höhenmeter, davon 180 positiv. Gewarnt wurde auch vor einer acht Kilometer langen Geraden, die leicht ansteigt. Hier können die Läufer zu Beginn schon das Ende sehen, wobei sich die Strecke endlos hinzieht. „Durch die Anfeuerung der Zuschauer habe ich das überhaupt nicht so empfunden“, sagt der Sauerländer.

Die Strecke führte von Staten Island über Brooklyn, Queens und die Bronx zum Ziel im Central Park. Hier angekommen wurden die Läufer gefeiert. Als Lohn für seine Mühen hat Michael Wilmes nun eine Medaille vom New York Marathon. „Die kann man nicht kaufen“, sagt der Läufer. Beim Gang durch Manhattan mit der Medaille um den Hals gratulierten ihm wildfremde Leute.

„Ein bisschen bekloppt muss man dafür schon sein“. Als Einzelperson hat man kaum eine Chance einen der begehrten Startplätze zu bekommen, denn die werden unter den Bewerbern verlost. Michael Wilmes ist mit einer Spezialreisefirma nach New York gekommen. Als Reisebegleiter waren bekannte Marathonläufer mit dabei: der 16-malige deutsche Meister Herbert Steffny, der vierfache deutsche Marathonmannschaftsmeister mit Bestzeiten um die 2:20 Stunden Wolfgang Münzel und Irina Mikitenko, Inhaberin des deutschen Rekords mit 2:19.19.

Die Marathon Profis konnten den Läufern auch einige Tipps geben. Ein Lauf mit 55.000 Teilnehmern will gut organisiert sein. Jeder Läufer wird in verschiedene Gruppen eingeteilt. Zunächst gibt es vier verschiedene Farbgruppen, Wilmes war in der blauen Startgruppe. Innerhalb dieser Startgruppen gibt es dann noch die Gruppen A bis D und verschiedene Wellen. Michael Wilmes musste drei Stunden vor dem Start auf seiner Position stehen. Hier konnte er gut loslaufen, mit einer Bestzeit von 3:35 bekam er einen guten Platz zugewiesen. Damit er in diesen drei Stunden nicht auskühlt, rieten ihm die Profis alte Trainingssachen anzuziehen. Diese können kurz vor dem Start in extra bereitgestellten Boxen gespendet werden. Auch das Wetter spielte mit, Sonnenschein und Plusgrade begleiteten den Lauf.

Bei der After-Run-Party in einem Irish Pub konnten Michael Wilmes und seine Läuferkollegen dann noch die Rennstrategie, Zeiten und Strecke mit Herbert Steffny ausführlich diskutieren.

Zum Reisepaket gehörte noch ein vielfältiges Rahmenprogramm, denn wenn man schon einmal in New York ist, will man ja mehr sehen, als den Marathon. „Ich kann jetzt sagen, ich war in New York“, im Empire State Building, im erst vor wenigen Monaten eröffneten One World Trade Center und im Madison Square Garden.

Zurück im Sauerland muss Michael Wilmes erst einmal den Jetlag überwinden und die vielen Erlebnisse verarbeiten: „Ich brauche noch Tage, bis ich das verdaut habe.“

Der Bonzeler ist Freizeitläufer beim TuS 08 Bilstein. Seinen ersten Marathon lief er im Jahr 2006 in Köln, dann machte er erstmal eine dreijährige Pause, bevor es im Jahr 2009 weiterging. Nun läuft er im Schnitt vier mal im Jahr einen Marathon, trainiert fünfmal pro Woche, läuft jede Woche etwa 70 bis 80 Kilometer. Sein Ziel für das kommende Jahr ist es, seine Zeit zu verbessern: „Nächstes Jahr muss die 3:30 fallen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare