Längste Auswärtsreise ohne Ertrag

Leere Hände trotz guter Leistung: RC Sorpesee verliert 1:3 in Bremen

+
Die Volleyballerinnen des RC Sorpesee haben sich in Bremen mächtig gestreckt, am Ende fuhren sie aber mit leeren Händen nach Hause.

Bremen/Sundern - Die weiteste Auswärtsreise der Saison mussten die Volleyballerinnen des RC Sorpesee mit leeren Händen beenden: Beim TV Eiche Horn Bremen unterlag die Mannschaft von Trainer Julian Schallow mit 1:3.

Somit traten die RCS-Akteure die Heimreise ins Sauerland mit mächtig Frust im Gepäck an. Zuvor hatten sie eine denkwürdige Partie gegen einen laut Schallow "bis unter die Haarspitzen motivierten" Gastgeber verloren - allerdings nicht wie noch im Hinspiel mit einer Packung und schlechten Leistung, sondern mit einer Performance, "die gut und gerne auch mit Punkten in der Ferne hätte belohnt werden können. 'Hätte, hätte' zählt aber nicht", sagte der RCS-Coach. 

Trotz denkbar ungünstiger personeller Vorzeichen - es fehlten verletzungs- bzw. krankheitsbedingt mit Nicole Freiburg, Leonie Baumeister und Marie Metger gleich drei eingeplante Spielerinnen - legte der RCS in Bremen einen Start nach Maß hin: Mit Franziska Finke an der Aufschlaglinie nahm das Spiel einen starken Beginn und durch weitere druckvolle Aufschläge setzte das Team in der "U20-Formation" die routinierten Gastgeberinnen in Satz eins unter Druck. 

Der Vorsprung wuchs und Michelle Henkies fand mit schnellen Bällen immer wieder Lücken im hohen Bremer Block. Der Auftaktdurchgang lief also ganz nach Plan für die Gäste und das junge Team zeigte auch mit nur acht Akteurinnen was mittlerweile in ihm steckt. Das 25:16 war der Lohn für die Mühen und eine konzentrierte Leistung im ersten Durchgang. 

Den Start in Satz zwei verschlafen

Mit dem Seitenwechsel allerdings schien es, als sei der Kader der RCS-Damen einmal auf den Kopf gestellt worden - und das ganz ohne dass der in der Vergangenheit nach eigenen Angaben "häufig wild wechselnde" Trainer Julian Schallow daran eine Mitschuld tragen konnte. Es waren de facto dieselben sechs Akteurinnen und Libera Victoria Vornweg, die allerdings im zweiten Satz den Start deutlich verschliefen. 

Erst zwei Auszeiten und einen Sieben-Punkte-Rückstand später waren die Mädels vom See wieder wach und holten unter der Anfeuerung ihrer Fans Punkt für Punkt. Auf der Zielgeraden war die Spannung plötzlich wieder voll da und der RCS hellwach. Die Gäste zwangen die Bremerinnen mit starken Aktionen in die Verlängerung, ohne aber gerade in der Abwehr und im Block entscheidend zuzupacken. Das rächte sich und beim 25:27 waren es dann doch die Gastgeberinnen, die über den Satzausgleich jubelten. 

"Die Vorentscheidung in einem rassigen und überaus emotional geführten Spiel stand dann in Satz drei auf dem Programm", berichtete Schallow. Hier zündeten die Anhänger der Saueränderinnen, die Blaue Wand, ein Feuerwerk auf der Tribüne, "das am Ende wohl als beste Auswärtsperformance aller Zeiten in die Geschichtsannalen eingehen wird", schwärmte der RCS-Trainer. 

Die Fans peitschten das Team von Punkt zu Punkt und halfen, auch Schwächephasen gut zu überstehen. Als Bonnie Bastert und Kim Spreyer mit guten Aufschlägen zum 24:21 erhöhten, schien der erste Auswärtspunkt in diesem Jahr zum Greifen nah und dennoch packten die Gäste nicht zu. Zwei halbherzige Aktionen und eine enge Entscheidung später war es trotz weiterer zwei Satzbälle wieder der TV Eiche Horn, der beim 28:26 routiniert und abgezockt den Satz klaute. 

"Enttäuschung über einen Abend ohne Lohn"

"Zwei Rückschläge mit Wirkung", bilanzierte Schallow - und das bewahrheitete sich auch in Satz vier: Zwar war dem RCS-Team das Bemühen auch im finalen Durchgang nicht abzusprechen, allein die dafür erforderlichen Impulse kamen nicht. Der Trainer veränderte sein Team laut eigener Aussage kaum und konnte in den entscheidenden Phasen keine wesentlichen Akzente setzen. 

So dominierten die Gastgeberinnen trotz zweier Auszeiten und in allen Sätzen ausgeschöpften Wechselkontigentes auch den vierten Durchgang und verdienten sich beim 25:18 die drei Punkte vor eigener Kulisse zum Saisonabschluss redlich. "Gerade gegen eine gut aufgelegte Bernice Andoh und die wie immer abgezockt agierenden Ina Schultze und Sandra Zeppelin hatten wir zu häufig das Nachsehen, da halfen am Ende auch die fantastischen Anhänger der Blauen Wand nicht", meinte ein niedergeschlagener Julian Schallow. 

So blickte man nach dem Spiel überall in betrübte Gesichter: Team und Anhänger hatten sich den letzten Auftritt in der Ferne ganz anders vorgestellt und die Enttäuschung über einen Abend ohne Lohn, der die Laune schon ganz schön verhagelte, saß zu tief. Artig gratulierten die Akteure den "erneut großartigen" Gastgebern aus Bremen und traten erneut mit leeren Händen die Heimreise an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare