Eltern schenkten junger Frau einen Segelflug-Schnupperkurs - jetzt hat sie ihren ersten Alleinflug sicher beendet

Leni Wurm: mit 16 Jahren ganz schön „abgehoben“

Leni Wurm absolvierte jetzt mit Bravour ihren ersten Alleinflug
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Leni Wurm absolvierte jetzt mit Bravour ihren ersten Alleinflug.

„Heb’ ab, lerne Segelfliegen“. Mit diesem Slogan wirbt der Luftsportclub (LSC) Attendorn-Finnentrop gern um neue Flugschüler. Auch Leni Wurm machte dies im Sommer 2020 neugierig und kürzlich flog sie zum ersten Mal allein ein Segelflugzeug.

Heggen - „Eigentlich wollte ich nur mal mitfliegen, einen kleinen Rundflug über das Sauerland machen“, sagt Leni heute. Ihre Eltern schenkten ihr dann zum 15. Geburtstag einen Segelflug-Schnupperkurs beim LSC. Der Schnupperkurs ist etwa vergleichbar mit einer einmonatigen Probemitgliedschaft, in der man vor allem das Vereinsleben kennenlernt und seine ersten Schulungsflüge mit Fluglehrer unternimmt.

Völlig begeistert von dieser neuen Erfahrung entschied sie sich schnell, dem Verein beizutreten und eine komplette Segelflugausbildung zu machen. In Begleitung und unter Anleitung der Fluglehrer lernte sie Schritt für Schritt, wie man so ein Flugzeug startet, fliegt und sicher wieder landet. Viele Wochenenden verbrachte sie am Flugplatz. Auch im Winter, wenn es darum geht, die Flugzeuge zu pflegen und für die nächste Saison „startklar“ zu machen. Themen wie Technik, Aerodynamik, Meteorologie und Luftrecht wurden und werden ihr auch weiterhin nähergebracht, denn Theorie gehört zur Segelflugausbildung genauso dazu wie das Fliegen selbst.

Vor kurzem waren sich die LSC-Fluglehrer dann einig: Leni Wurm beherrscht den Segelflieger sicher ohne Eingreifen eines Lehrers. So flog sie dann am Nachmittag zum ersten Mal das Schulungsflugzeug mit 17 Meter Spannweite (Schleicher ASK 21 B) allein. Mit drei Starts und Landungen zeigte sie bei der sogenannten A-Prüfung, was sie gelernt hat. Sie „flog sich frei“, wie es in der Fliegersprache genannt wird. „Das war ein tolles Gefühl und gleichzeitig extrem aufregend. Plötzlich saß niemand mehr hinter mir, der beobachtete, was ich mache. Ich wusste zwar, dass ich es kann, aber plötzlich so ganz alleine…“, erzählte Leni nachher ein bisschen stolz.

Von nun an setzt sie ihre weitere Ausbildung häufig allein im Flugzeug fort. Natürlich stehen ihr die Fluglehrer weiter zur Verfügung und fliegen auch regelmäßig mit, um ihr neue Flugmanöver beizubringen. In weiteren Prüfungen (B-Prüfung und C-Prüfung) muss sie später noch zeigen, dass sie das Segelflugzeug nicht nur im einfachen Flug, sondern auch unter schwierigen Bedingungen sicher und immer besser beherrscht. Steile Kreise, schnelle Kurvenwechsel, ein sogenannter Seitengleitflug und gezielte Punktlandungen auf einem vorgegebenen Landefeld gehören hierzu.

Zur theoretischen Ausbildung zählen insgesamt neun Fächer, in denen eine Prüfung abgelegt werden muss. Ihre praktische Ausbildung wird Leni dann mit einem mindestens 50 km langen Streckenflug beenden, weg vom vertrauten Flugplatz in Heggen. Erst danach kann sie ihre Abschlussprüfung ablegen und erhält die Segelfluglizenz. Die Ausbildung zur Pilotin oder zum Piloten ist intensiv, aber auch vielseitig. Selbstbewusst betont Leni: „Es ist mir aber jetzt schon klar, dass ich nach der Segelflugausbildung weiter mache und auch das Fliegen mit dem Motorflugzeug lernen will. Zukünftig ziehe ich dann die Segelflieger in die Luft.“

„Leider glauben immer noch viele Leute, dass Fliegen hauptsächlich was für Jungs und Männer ist“, bedauert Ausbildungsleiter Sebastian Maag. „Das ist aber Unsinn und deswegen haben wir im Verein viel mehr Piloten als Pilotinnen. Wir haben aktuell im Verein nur zwei Flugschülerinnen und wir hoffen sehr, dass sich dieser Trend mal ändert. Leni zeigt uns und den anderen Flugschülern grade, dass Mädchen das genauso gut können.. Gerne kann jeder, egal ob Junge oder Mädchen, bei uns vorbeikommen und es selber mal ausprobieren, zum Beispiel bei einem Schnupperkurs.“

Weitere Infos gibt es auf der Vereinshomepage www.edku.de

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