Auswärtssieg bei SF Aligse

"Marschansage" fruchtet: RC Sorpesee dreht Rückstand zu 3:1-Erfolg

RC Sorpesee Volleyball
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Die Volleyballerinnen des RC Sorpesee feierten den Auswärtssieg in Lehrte gemeinsam mit den mitgereisten Fans der "Blauen Wand".

Lehrte/Sundern - Die Volleyballerinnen des RC Sorpesee haben bei den SF Aligse einen 3:1-Auswärtssieg gefeiert. Dabei begann das Spiel in Niedersachsen für die Mannschaft von Trainer Julian Schallow alles andere als gut.

Mit einem wütenden Schnaufen schmiss Linus Tepe, Co-Trainer des RC Sorpesee, sein Taktikboard neben den Trainerstuhl und holte tief Luft. Wer die folgenden 45 Sekunden "Marschansage" vom Taktikfuchs gehört hatte, der wusste, was der Dirigent der sonst so starken RCS Aufschläge vom Auftaktsatz im fernen Lehrte hielt. "Das war mal gar nichts", gab Trainer Julian Schallow später zu Protokoll und hatte in jener entscheidenden Minute beim Seitenwechsel zu dem Gefühlsausbruch seines Co-Trainers gar nichts hinzuzufügen, außer einem Satz: "Jetzt fangen wir aber mal neu an."

Gesagt, getan: Ab dem zweiten Satz krempelten die Damen vom See die Ärmel hoch. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Leonie Baumeister und dem beruflichen von Johanna Voß lag die Last des RCS-Mittelblocks an diesem Samstagabend ausschließlich auf den Schultern von Kim Spreyer und Vanessa Vornweg und beide steigerten sich von Punkt zu Punkt in einer immer mehr Tempo aufnehmenden Partie. Zuspielerin Michelle Henkies hatte ab dem zweiten Durchgang ihre Balance gefunden und versorgte gerade die starken Außen um Laura Kemper und MVP Kirsten Prachtel mit einer Menge gefühlvoller Bälle. Auf der Diagonalen wirbelte Youngster Bonnie Bastert in gewohnt zuverlässiger Manier und den Libera-Job teilten sich sehr effizient Katharina Schallow und Victoria Vornweg. Das Spiel wogte bis zum 10:10 hin und her, ohne dass sich ein Team entscheidend absetzen konnte. Marie Metger brachte starke Aufschläge von der Bank und der RCS setzte einen kleinen Zwischenspurt. Beim 23:19 schien der Satz schon gewonnen, doch Aligse kämpfte famos und es brauchte eine erneute Kraftanstrengung des gesamten Teams, um beim 25:22 auf 1:1 in den Sätzen zu stellen. 

Laura Kemper sichert den Sieg

Gleiches Bild in Satz drei: Beide Teams egalisierten sich auf hohem Niveau. Aligse erwischte den besseren Start, der RC Sorpesee hatte in den längeren Ballwechseln zumeist den längeren Atem und sicherte wichtige Punkte. Bis zum 18:18 war das Spiel dank eines entlastenden Doppelwechsels mit Alexandra Sharipov und Hanna Fleischer offen. Beim 16:18-Rückstand nahmen die Sauerländerinnen eine wichtige Auszeit und danach schlug die Stunde von RCS-Außen Laura Kemper: Mit einer ganzen Serie an gestochen scharfen Aufschlägen, in der sie die taktische Hilfe von Linus Tepe glänzend annahm, entschied sie den Satz fast im Alleingang. Bis zum 25:18 gelang dem SF Aligse trotz aller Bemühungen, Auszeiten und enormen Kampfgeistes kein einziger Punkt mehr - 2:1 für den RCS und der erste Auswärtspunkt unter Dach und Fach.

Das Spiel aber nahm weiter an Fahrt auf und es wurde schnell klar, dass es für die jungen Damen vom Sorpesee ein langer und steiniger Weg zum Sieg werden sollte. Aligse fightete um jeden Zentimeter Feld und der RCS-Block offenbarte an diesem Abend den einen oder anderen technischen Fehler, den Aligse geschickt zu nutzen wusste. Ein erneuter Doppelwechsel, diesmal mit Antonia Brenscheidt brachte zusätzliche Power und beim 17:16 waren die Gäste vom Sorpesee eine Nasenspitze vorne. Starke Aufschläge ließen das kleine Polster bis zum 23:19 anwachsen, doch mit den Sieg vor Augen schalteten die Sauerländerinnen ihren Kopf offenbar etwas zu sehr ein. "Nur gut, dass wir an diesem Nachmittag in Laura Kemper die Nervenstärke in Person auf unserer Seite hatten", meinte Julian Schallow. Die letzten beiden Sideouts gingen mit krachenden Angriffen auf die Kappe der Außenangreiferin und speziell der letzte Punkt zum 25:23 ließ die Blaue Wand auf der Tribüne in Lehrte Kopf stehen.

So feierten Fans und Team nach dem Spiel ein hart erkämpftes und am Ende mit Teamspirit errungenes 3:1 in der Ferne, das den Tabellenführer der Dritten Liga West auch auswärts wieder auf Kurs bringt. "Die Unterstützung der mitgereisten Fans war trotz des ernüchternden Auftaktsatzes in jeder Sekunde Gold wert und mit Blick auf die ausstehenden Heimspiele das wichtigste Signal für den langen Endspurt in der Liga", berichtete Schallow.

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