23-Jährige Skilangläuferin blickt bereits in den kommenden Winter voraus

Melina Schöttes aus Oberhundem beste Deutsche bei Rollski-WM in Val die Fiemme

Melina Schöttes hat gut lachen: Die 23-Jährige vom Ski-Cub Oberhundem war beste Deutsche bei der Rollski-WM im Val die Fiemme
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Melina Schöttes hat gut lachen: Die 23-Jährige vom Ski-Cub Oberhundem war beste Deutsche bei der Rollski-WM im Val die Fiemme.

Die Rollski-Weltmeisterschaft 2021 ist Geschichte. Vier Rennen liegen hinter Melina Schöttes vom Ski-Club Oberhundem, die im italienischen Val di Fiemme/Fleimstal Deutschland vertreten hat. War die 23-Jährige vor und nach ihrem ersten Start am Donnerstag, noch unsicher wo sie nach langem Trainingsausfall stand, zeigte ihre Leistungskurve im Verlauf der WM nach oben.

Oberhundem/Vak die Fiemme - „Das erste Rennen ist mir sehr schwer gefallen. Ich bin von Anfang an nicht richtig reingekommen“, so Melina nach den 10 Kilometern in der freien Technik auf der sehr anspruchsvollen Rollerbahn am Passo Lavaze. „Es war das erste Rennen nach über acht Wochen, und dann noch auf einer Höhe vom 1800 Metern, wo die Luft schon sehr dünn ist. Ich habe mir danach gedacht, es kann nur besser werden“, erläuterte die Oberhundemerin nach dem Rennen, das sie nach 27:47,1 min. auf Platz 20 beendete.

Und es sollte auch besser werden. Bereits am folgenden Tag stand der Sprint über 200 Meter auf dem Programm, der in der Ortsmitte von Ziano ausgetragen wurde. Platz 11 im Prolog in einer Zeit von 22,50 Sekunden bedeutete den sicheren Einzug in die Finalläufe, aber auch ein sehr schweres Los fürs Viertelfinale, denn sie musste gegen die tschechische Weltcup-führende Sandra Schützova antreten. Am Ende fehlte Melina Schöttes eine Fußspitze zum Halbfinale, obwohl Melina bis zur Hälfte des Rennens vor der Tschechin lag. „Das hätte auch anders ausgehen können, ich ärgere mich schon. Ich habe einen kleinen Wackler gehabt, das habe ich gemerkt, da ist sie vorbeigezogen“, resümierte Melina nach der Videoanalyse. Aber dennoch war sie sehr zufrieden mit Platz 11 und damit beste Deutsche bei der WM im Sprint. 

Damit war aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Aufgrund dieses Ergebnisses wurde die angehende Physiotherapeutin auch für den Teamsprint am Samstag gesetzt. Gemeinsam mit Rosa Zimare aus Sachsen wollte die Oberhundemerin die übermächtigen Gegner - unter anderem aus Russland, Italien, Schweden, Norwegen und der Ukraine - ein wenig ärgern. Und genau dies gelang auch Melina Schöttes als Startläuferin, die sensationell als Führende nach der ersten Runde an ihre Teamkollegin übergab. „Ich war selber ganz überrascht, als ich als Erste auf die lange Zielgerade einbog, sodass mir beim Wechsel sogar noch ein Fehler unterlaufen ist, den die Jury zum Glück nicht geahndet hat. Am ersten langen Berg lag ich noch auf Rang 6, konnte dann aber in der Abfahrt und auf der Geraden an allen vorbeilaufen, sodass ich plötzlich am letzten Berg ganz vorne war. Dass Rosa das nicht halten konnte, war uns klar, aber es war schon ein cooles Gefühl, als Erste zu wechseln“, freute sich Melina nach dem Rennen, bei dem jede der zwei Sportlerinnen dreimal die 2,1 Kilometerrunde in der Ortslage von Ziano im Wechsel laufen musste. „Ich war vorgewarnt. Melina hatte vor dem Rennen gesagt, dass sie beim ersten Wechsel als Führende ankommt, aber damit gerechnet hatte ich eigentlich nicht“, sagte Teamkollegin Rosa Zimare nach dem Rennen.

Die beiden Frauen beendeten das Rennen im Nationaltrikot mit einem hervorragenden 5. Platz, direkt vor dem Team aus Norwegen, zugleich die beste WM-Platzierung eines deutschen Teams an diesem Tag. Viel Zeit zum Feiern blieb den Sportlern nicht, stand doch bereits am nächsten Morgen der Berglauf zur Alpe Cermis mit mehr als 500 Höhenmetern auf dem Programm. Dieses Rennen wurde von Materialproblemen beeinflusst. Bei zahlreichen Rollski, die für alle Sportler einheitlich vom Veranstalter gestellt wurden, blockierten die Rücklaufsperren plötzlich, was zu Stürzen, sowohl auf der Geraden, wie auch am steilen Schlussanstieg, führte.

„Ich musste dem ein oder anderen Sturz vor mir laufender Frauen ausweichen und hatte Glück, nicht selbst dabei zu stürzen. Das kann im Massenstart sehr schnell gehen. Bis einen Kilometer vor dem Ziel liefen meine Roller normal, danach hatte auch ich die Probleme, und musste mich irgendwie ins Ziel retten. Vernünftig laufen war schwierig, da haben mich dann auch noch zwei Ukrainerinnen überholt, deren Roller einwandfrei liefen“, berichtete die Oberhundemerin im Ziel nach 52:58,8 Minuten.

Aber auch mit diesem Ergebnis kann die 23-Jährige zufrieden sein: Platz 13 und damit wiederum beste Deutsche. „Ich wusste vor der WM nicht, wo ich leistungsmäßig stehe, aber es ging von Rennen zu Rennen besser. Außer mit dem ersten Rennen bin ich absolut mit meinen Ergebnissen zufrieden. Vielleicht wäre noch ein bisschen mehr drin gewesen, wenn ich ein bis zwei Wochen früher fit geworden wäre“, zieht Melina ein positives Fazit von der WM in Italien, erreichte sie doch die besten Platzierungen des deutschen Teams, das aus 13 Aktiven bestand. „Ob ich bei der Deutschen Rollskimeisterschaft im Berglauf Anfang Oktober starte, weiß ich noch nicht. Für mich steht jetzt die Vorbereitung auf den Winter im Vordergrund. Da werde ich mich noch mehr auf die Skimarathons spezialisieren. Ich werde im kommenden Winter für ein Skimarathon-Team starten, das eines der 35 Profiteams ist, sodass ich die Visma-Ski-Classik-Serie laufen darf“, so die nächsten Ziele der Sportlerin vom Ski-Club Oberhundem.

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