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Mescheder Ruderin Alexandra Föster wird Vizeweltmeisterin im Vierer

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Alexandra Föster (stehend, 4. v. l.) wurde mit ihrem Team bei der Junioren-WM in Racice Vizeweltmeisterin. © DRV/Seyb

Meschede/Racice. Riesenerfolg für die Mescheder Ruderin Alexandra Föster: Die 16-Jährige wurde bei der Junioren-WM im tschechischen Racice Vizeweltmeisterin im Vierer.

Alexandra Föster saß bei den Wettkämpfen gemeinsam mit Annabelle Bachmann (RV Ingelheim), Annika Steinle (Mainzer RV) und Klara Thiele (RRG Mülheim) in einem Boot. Bis kurz vor dem Ziel führte das Quartett das Feld souverän - teilweise mit einer Bootslänge - an. Erst auf den letzten 100 Metern wurden sie vom Schweizer Boot überholt und denkbar knapp auf den zweiten Platz verwiesen. Trotzdem freuten sich die Meschederin sowie ihre Trainer Maria und Sebastian Kleinsorgen riesig über den Erfolg - zumal diese Weltmeisterschaft für die junge Ruderin bis in den frühen Sommer aufgrund ihres Alters von 16 Jahren noch gar nicht auf dem Programm stand, wie Maria Kleinsorgen berichtet. 

Vier Wochen lang hatten sich die deutschen Athleten in Berlin-Grünau auf die Weltmeisterschaft vorbereitet. "Und so mancher war froh, dass die Vorbereitungszeit vorbei war", schildert Maria Kleinsorgen. Mit zwei Reisebussen reiste die Nationalmannschaft nach Tschechien, um sich eine Woche lang auf das Finalrennen zu fokussieren. 750 junge Ruderinnen und Ruderer aus 57 Nationen kämpften in Racice um die WM-Medaillen. Der Deutsche-Ruderverband war mit insgesamt 60 Athleten zum Saisonhöhepunkt auf dem künstlichen Wasserkanal rund 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Prag gereist. 

Weltbestzeit im Vorlauf

"Von Anfang an stand das Doppelvierer-Projekt um Alexandra unter guten Sternen", berichtet Maria Kleinsorgen. Im Vorlauf fuhr das Quartett ein taktisch starkes Rennen und hängte sich an das führende Boot aus Tschechien. Mit einer Bootslänge Vorsprung auf die drittplatzierten Briten ging es auf die letzten 500 Meter. Aufgrund des sichereren Abstandes zu den Verfolgern konnten die Athletinnen am Ende Tempo rausnehmen und sich als Zweiter souverän für die Runde der letzten zwölf qualifizieren. Im Halbfinale hatte das Team mit einem unangefochtenen Start-Ziel-Sieg noch eine neue Weltbestzeit (6:23,85 Minuten) aufgestellt. 

Am Finaltag mussten die Ruderer mit Windböen aus wechselnden Richtungen auf der 2000-Meter-Strecke klar kommen. Nach den ersten 500 Metern führte das deutsche Boot bereits das Feld an, die Streckenhälfte überquerten die DRV-Athletinnen ebenfalls als Erste. Zu diesem Zeitpunkt lagen die favorisierten Tschechinnen mit 1,5 Sekunden Rückstand auf Platz zwei und die Schweizerinnen mit sogar zwei Sekunden Rückstand auf Platz drei. 

500 Meter vor dem Ziel überholten die Schweizerinnen die Tschechinnen, lagen aber immer noch drei Sekunden hinter dem deutschen Boot. Auf den letzten 200 Metern gingen den deutschen Ruderinnen jedoch die Kräfte aus und der Vorsprung wurde immer geringer. Dies nutzten die Schweizerinnen aus und überholten das von Alexandra Föster gesteuerte Boot. Acht Zehntelsekunden fehlten dem deutschen Team schließlich zum Titel. Das Treppchen komplettierte die Mannschaft aus den Niederlanden auf Platz drei.

"Der Anfang einer großen Karriere"

„Natürlich war die Enttäuschung im ersten Moment sehr groß, aber es ist ein sehr großer Erfolg für uns, auf den wir sehr stolz sind und der erst der Anfang einer großen Karriere für Alexandra als Ruderin sein wird“, sagte Trainer Sebastian Kleinsorgen nach dem spannenden Rennen. „Jetzt freuen wir uns erst einmal wieder auf etwas Ruhe aus dem internationalen Bereich und können uns ganz entspannt mit dem gesamten Mescheder Team auf die Landesmeisterschaft konzentrieren. Aber auch kleinere Regatten, auf denen der Teamgeist gestärkt werden soll, stehen auf dem Programm.“ 

Die nächste Weltmeisterschaft haben die Ruderer jedoch schon anvisiert: Im kommenden Jahr findet die Junioren-Weltmeisterschaft im japanischen Tokyo statt. Für Alexandra Förster sei eine dortige Teilnahme mit ihren bisherigen Erfolgen und hohem Leistungsniveau zum Greifen nah, wie ihre Trainer berichten. Aber auch der amtierende deutsche Vizemeister im Doppelzweier und Doppelvierer, David Kieserling, habe sich dieses Ziel gesetzt. "Eine Pause können sich die Mescheder Leistungsruderer also nicht gönnen", so die Trainer abschließend.

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