Läufer vom SCSW Attendorn läuft Marathon

Nikolaos Tamis auf dem Olymp: Ausdauerathlet läuft griechischen Marathon alleine

Nikolaos Tamis mit seiner Tochter Nikole im bergigen Griechenland.

Attendorn – Der Legende nach war der erste Marathonläufer der Geschichte mit Pheidippides 490 vor Christus ein Grieche. Da wundert es nicht, dass es den für den SCSW Attendorn startenden Ausnahme-Ausdauerathleten Nikolaos Tamis ab und an zur Teilnahme am Olympus-Marathon in seine Heimat Griechenland zieht.

Nachdem die 17. Austragung in diesem Frühjahr wegen der Corona-Pandemie erst in den September verschoben und 18 Tage vor dem Start ganz abgesagt wurde, stand der in der M70-Klasse startende Tamis vor einer nicht einfachen Entscheidung. Da Flüge und Mietwagen für ihn und Tochter Nikole gebucht waren, sollte sein intensives Training (seit März zwischen 110 bis 135 Kilometer und bis zu 3200 Höhenmetern pro Woche) nicht umsonst gewesen sein. 

Die Laufstrecke, die Nikolaos Tamis absolviert hat.

Lassen wir Nikolaos Tamis selbst berichten: „Die Entscheidung war gefallen. Wir fliegen dorthin und ich laufe die Strecke alleine, meine Tochter sollte mich dann die letzten 13 Kilometer bis zum Ziel begleiten. Am 11. September um 6 Uhr bin ich nach Dion (eine antike Stadt in Höhe des Meeresspiegels) zehn Kilometer entfernt zum Startpunkt gefahren. Mein Start fand um 7 Uhr bei Sonnenaufgang und 22 Grad statt. 

Die Laufstrecke führte durch alpines Gelände.

Die Strecke führte mich durch die Gassen des Dorfes Dion, wo ich mich 20 Minuten neu orientiert habe, bis ich den richtigen Weg zum Olympus fand. Meine erste Wasserstelle erreichte ich auf der Berghütte Koromilia bei 10 Kilometern und 980 Höhenmetern. Bei Kilometer 15 (1940 Höhenmeter) passierte ich die zweite Berghütte Petrostrunga, Aufgrund der Beschilderung einer Kreuzung unterlief mir ein Fehler, der mir vier zusätzliche Kilometer bescherte. Ich fand die vorhergesehene Route dann wieder und befand mich auf einem alpinen Gelände, wo man von beiden Seiten in den Abgrund schauen konnte. 

Nikolaos Tamis unterwegs.

Danach folgte ich einem Serpentinenpfad bis auf das Plateau Musson. Von diesem Plateau konnte ich die Krone des sogenannten Thron des Zeus erblicken. Auf einer Höhe von 2650 Metern erreichte ich nach 25 Kilometern die Berghütte Cristos Kakkalos. Anschließend ging es weiter unterhalb der Krone eines Steilhanges (Sonaria). Nach einem schwierigen Pfad von drei Kilometer Länge in der Höhe von 2750 Metern ging es extrem steil nach unten. Dann die nächste Berghütte Agapitos auf 2060 Meter und weiter dann Richtung Station Prionia, die bei 35 Kilometer und 1100 Höhenmetern liegt. Dort wartete meine Tochter auf mich, um mich die letzten 13 Kilometer durch den Canyon Enipeas – ein dichtbewaldeter Trail in Richtung Zielort Litochero – zu begleiten. 

Ein Blick auf die Krone des sogenannten Thron des Zeus.

Nach dieser letzten Wasserversorgung bei Temperatur an die 30 Grad liefen wir zusammen los in Richtung Flussbett, vorbei an dem alten Kloster Aghios Dhionisios und später bei der Felsenkapelle im ständigen Wechsel rechts- und linksseitig des Flusses Enipeas über Holzbrücken mit starken An- und Abstiegen bis Portes. 

Mit einer eigenen Siegerehrung ging der Lauf zu Ende.

Dort konnte man auf den Zielort Litochoro blicken, wo man sonst mit Zielbanner, Partystimmung und großer Leinwand im Freizeit-Park empfangen wird und die Siegerehrung stattfindet. Wir erreichten das Ziel. Die Navigation meiner Uhr zeigte 48 Kilometer. Ich war stolz und glücklich. Meine Tochter natürlich auch über ihren eigenen Lauf. Zum Schluss haben wir ein paar Bilder unserer Siegerehrung nachgestellt und den Abend mit Lammspießen ausklingen lassen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare