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Nikolaos Tamis schafft den Zagori Mountain Running

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Von: Gregor Breise

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Geschafft: Nach knapp elf Stunden erreicht der glückliche Nikolaos Tamis das Ziel des griechischen Marathons.
Geschafft: Nach knapp elf Stunden erreicht der glückliche Nikolaos Tamis das Ziel des griechischen Marathons. © Privat

Nach 10:49:57 Stunden, 44 Kilometern und vielen Schmerzen und Krämpfe wusste Nikolaos Tamis (SCSW Attendorn) es: Er hatte den 10. Zagori Mountain Running geschafft.

Der Marathon im Nordwesten Griechenlands gilt als einer der schwierigsten Läufe, ist doch dabei eine Höhendifferenz von 2600 Höhenmetern zu bewältigen. Der Lauf in seiner alten Heimat Griechenland führte Ende Juli im Naturschutzgebiet auch durch die größte Schlucht der Welt, die Vikos-Schlucht, und über die angrenzenden Berge. Morgens um 6 Uhr erfolgte der Start in der kleinen Ortschaft Tzepelovo auf 1080 Metern Höhe. Innerhalb der nächsten zwei Kilometer waren mittels Treppen und Felsen 300 Höhenmeter zu bewältigen, bevor es über fünf Kilometer hinab in die Vikos-Schlucht ging. Bis zu Kilometer 19 führte die Strecke zur Quelle Voidomatis, die sich auf 480 Metern befindet. Danach wechselten die Läufer auf die andere Seite der Schlucht, bis bergauf nach 23 Kilometer die Versorgungsstelle Papingon (950 Meter) erreicht war. Hier hatten die Läufer schon 1100 Höhenmeter bewältigt – zudem galt hier eine Zeitbegrenzung von viereinhalb Stunden.

Die Planung von Tamis hatte hier mit etwa vier Stunden genau gepasst, um sein Wunschziel von neun Stunden zu schaffen.

Doch nun folgte der schwierigste Teil mit 1500 Höhenmetern auf den nächsten 22 Kilometer. Dann, bei Kilometer 25, ereilte Tamis ein stechender Krampf in der Oberschenkelinnenseite. Nach einigen Dehnungen und Lockerungen ging es weiter. Der Attendorner entschied sich, nicht aufzugeben – sieben Monate hartes Training sollten nicht umsonst gewesen sein.

„Mir wurde bewusst, dass ich nur noch gehend ins Ziel komme. Der Traum von den neun Stunden war geplatzt und der nächste Krampf, nun auch im anderen Bein, ließ nicht lange auf sich warten“, so der Ausdauerathlet. Bei der Berghütte Astrakas wurde bei der letzten Versorgungsstelle kurz gerastet, bevor der Lauf über alpines Terrain bis zum Rombozi-See nach 33,5 Kilometer zur höchsten Stelle führte. Hoch und runter ging es nun über die Kammspitze aus der Schlucht hinaus. Ab Kilometer 41 ging es nur noch bergab, bis die Läufer wieder zum Ausgangspunkt Tzepelovo kamen.

Tamis, der als 327. das Ziel erreichte, überwältigt: „Hunderte von Zuschauern feierten mich wie einen Sieger, obwohl ich vor lauter Schmerzen nur noch gehen konnte. Aber die letzten 100 Meter zwang ich mich zu laufen, was für ein Erfolg – ich hatte mental über mich gewonnen. Das war mehr als ein Sieg!“

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