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Olpe bärenstark

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Von: Hartmut Poggel

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Shakehands vor dem Spiel: die Kapitäne Peter Bauerdick (SG, l.) und Denis Huckestein (SpVg).
Shakehands vor dem Spiel: die Kapitäne Peter Bauerdick (SG, l.) und Denis Huckestein (SpVg). © Hartmut Poggel

Westfalenliga 2 SG Finnentrop/Bamenohl – SpVg Olpe 1:6 (0:3). Das Wetter passte zur Stimmung: Im Regen standen die Spieler der SG Finnentrop/Bamenohl nach dem Schlusspfiff wie die begossenen Pudel auf dem Kunstrasen. Die 90 Minuten davor waren ein einziger Horror für die Grün-Schwarzen. Mit 1:6 unterlag die SG der Kreuzberg-Elf.

Mit diesem Ausgang hatte wohl niemand unter den rund 700 Besuchern gerechnet. Zu Beginn sah es auch gar nicht danach aus. Nach kurzem Abtasten übernahm der Gastgeber die Initiative, Olpe lauerte auf Lücken.

Und die taten sich auch auf. „Brutal effektiv“, sei Olpe gewesen, musste SG-Trainer Frank Rottstock nach dem Spiel neidlos anerkennen. Rottstock wollte für die Niederlage auch nicht das Fehlen von sechs Stammspielern verantwortlich machen, das sich vor allem in eklatanten Abwehrfehlern niederschlug.

Die erste echte Chance hatte jedoch der Gastgeber in der 14. Minute, als Tim Schrage einen Freistoß seines Bruders Mike nur knapp verpasste.

Mit zunehmender Spieldauer machte sich dann aber die reifere Spielanlage und bessere Organisation der Olper bemerkbar. Die hatten schnell die Defizite der SG auf den Außenbahnen erkannt und versuchten es mit weiten Diagonalbällen. In der 17. Minute verwertet David Ohm einen solchen Pass von Christian Griffel: völlig allein gelassen, jagte er den Ball aus 14 Metern an Marcel Grajewski vorbei in die Maschen.

Der SG-Keeper war auch beim 0:2 völlig machtlos. Steffen Hebbeker, gemeinsam mit Oliver Ziegler Stratege im Olper Mittelfeld, kämpfte sich im Strafraum an drei Bamenohlern vorbei, seine flache Hereingabe verwertete Jannik Buchen zum 0:2. Danach verzeichnete auch die SG Möglichkeiten, hatte zum Teil Pech im Abschluss. Mit dem Pausenpfiff erhöhte Thomas Rath nach einem Patzer von Lukas Schröder auf 0:3.

Nach kurzem Abwarten schlug Olpe dann nach der Pause erneut zu: Jannik Buchen (62.) stand am Fünfer nach einem Freistoß des agilen Davd Ohm völlig „blank“, ebenso in der 69. Thomas Rath, der eine Ohm-Ecke zum 0:5 einköpfte.

Kompliment an die SG, die sich nie aufgab und in der 83. durch Tobias Kleppel zum Ehrentreffer kam. Den Schlusspunkt zum 1:6 setzte wiederum Jannik Buchen (90.), der einen blitzschnell vorgetragenen Konter überlegt abschloss.

Welchen Stellenwert das Spiel für die Olper Spieler hatte, zeigte der Freudentanz nach dem Schlusspfiff: „Die Nummer 1 im Kreis sind wir“, skandierten sie ausgelassen.

„Die Spieler wollten nach der Pokalniederlage etwas gut machen, es ist ihr Erfolg, sie haben ihn verdient. Wir haben unser Spiel, nach Balleroberung schnell nach vorn zu kommen, über 90 Minuten gut umgesetzt. Aber es ist nur ein Spiel, die Saison ist noch lang. Es wäre schön, wenn beide Teams in der Liga bleiben“, gab SpVg-Trainer Marek Lesniak zu Protokoll. „Olpe hat so gespielt, wie wir es normalerweise machen: tief stehen, Ball erobern, schnell umschalten – wir haben es zugelassen. Aber wir sind nach jeder Niederlage zurückgekommen. Das wird auch diesmal so sein“, blickte Frank Rottstock schon nach vorn.

Für ihn selbst ist nach der Saison als Trainer Schluss: Der Beruf und die fehlende Trainerlizenz lassen ein Weitermachen nicht zu.

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