Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss zieht Bilanz über vergangene drei Jahre

Schiedsrichter im Kreis Olpe sprechen Marco Cremer das Vertrauen aus

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FLVW-Kreisvorsitzender Joachim Schlüter gratuliert Marco Cremer, der von den Schiedsrichterkollegen im Kreis als Ausschuss-Vorsitzender bestätigt wurde.

Kreis Olpe. Wenn es nach dem Willen der Schiedsrichter im Kreis Olpe geht, soll Marco Cremer Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichter-Ausschusses bleiben. So das Votum auf dem Kreisschiedsrichtertag am Montag. Diesem Vorschlag soll der Kreistag am 4. April dann zustimmen. Neben der Wahl standen aber auch die vergangenen drei Jahre im Mittelpunkt der Versammlung - selbstkritisch zog der Ausschuss ein Fazit über seine Arbeit.

"Ich hoffe, dieses Jahr wird es harmonischer als vor drei Jahren", begrüßte Ausschuss-Vorsitzender Marco Cremer seine Schiedsrichterkollegen in der Kirchveischeder Schützenhalle. Nach dem Eklat 2016 - der geschäftsführende Ausschuss war vor den Wahlen zurückgetreten - lief es in diesem Jahr deutlich besser. Cremer und seine Kollegen nutzten den Abend, um die Arbeit der vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen und um ein Fazit zu ziehen. Mit Amtsantritt hatte der Ausschuss einen klaren Kurswechsel angekündigt - nach dem Motto "Schiedsrichter aus Leidenschaft". Eine Art Aufbruchstimmung sollte vermittelt werden. Mehr Schiedsrichter und mehr höherklassig pfeifende Kollegen waren und sind dabei zwei wichtige Ziele. "Wir sind zufrieden mit der Entwicklung", nahm Cremer das Fazit vorweg, wies aber daraufhin, dass das Vorhaben aber natürlich ein mittel- und langfristiges Projekt sei. Offen nannte er auch Dinge, die noch nicht so rund laufen, wie gewünscht. 

Talentförderung: "Wir investieren viel, ernten aber wenig

Die Zufriedenheit untermauerten er und seine Ausschuss-Kollegen mit Zahlen. Die Diskrepanz zwischen dem "Soll" und dem "Ist" der Schiedsrichterzahl ist kleiner geworden. Das liegt zum einen daran, dass die Vereine aufgrund geringerer Mannschaftsmeldungen auch weniger Schiedsrichter stellen müssen, auf der anderen Seite trage die Anwerbung neuer Schiedsrichter erste, wenn auch kleine Früchte. Letzteres müsse noch deutlich besser werden, so der Ausschuss selbstkritisch. Vor allem von der Talentförderung habe man sich mehr erhofft. "Wir investieren viel, ernten aber wenig", brachte es Cremer auf den Punkt. Klar verbessert habe man sich in den Punkten Ansetzungen, Kommunikation mit Vereinen und Presse und in der Bereitschaft neue Wege zu gehen. Es wurde ein Förderverein gegründet und die Betreuung der Schiedsrichter ab der Bezirksliga sollte optimiert werden, diese beiden Punkte könnten - im Bezug auf die Mitgliederzahl beziehungsweise die Häufigkeit der Gespräche - allerdings noch besser laufen, so Cremer. Gut klappe es hingegen bei der Öffentlichkeitsarbeit und in der Neugestaltung der Schulungen. Vor allem das Zukunftsmodell "Schiedsrichter an einem Tag" habe gefruchtet. Von 57 Schulungs-Teilnehmern sind heute noch 43 aktiv.  Das "Tandem"-Projekt, in dem ein erfahrener Kollege einen jungen Kollegen auch auf dem Platz betreut, laufe ebenfalls gut. 100 Spiele sind bislang so geleitet worden, 27 Paten helfen den Neuen, erste Sporen auf dem Platz zu verdienen. 

Marius Gerigk stellte abschließend noch ein paar Zahlen aus der Ansetzung vor. 5870 Spiele (inklusive Freundschaftsspiele) wurden in den vergangenen drei Jahren angesetzt (1960 pro Saison). Im Damen- und Altherrenbereich kamen nochmal 875 dazu (290 pro Saison). In der Jugend waren es 2670 (890). Rund 130 Schiedsrichter im Kreis stemmen diese Ansetzungen. Unter dem Strich muss ein Schiedsrichter 25 Spiele pro Saison leiten (Mittelwert). 

Letzter Punkt des Abend war die Wahl des Ausschuss-Vorsitzenden. Als Wahlleiter fungierte Joachim Schlüter, Kreisvorsitzender des FLVW Olpe. Er bescheinigte Cremer und dem Ausschuss eine "ganz hervorragende Arbeit", in der die "richtigen Akzente" gesetzt würden. Für diese zukunftsfähige Arbeit, die der Kreisvorstand zu schätzen wisse, sprach er Dank und Anerkennung aus. Das Votum fiel schließlich einstimmig für Cremer aus.

Thorben Siewer bei seiner Schulung zum Thema Handspiel.

Neue Richtlinien für Handspiel

Zu Beginn des Abends hatte Thorben Siewer eine Schulung zum Thema Handspiel vorbereitet - überschrieben mit "Diskussionen ohne Ende". Acht Beispiel-Sequenzen aus der Bundesliga hatte er dazu im Gepäck und ließ die Olper Schiedsrichter abstimmen, ob Elfmeter zu geben ist oder nicht. In den meisten Fällen herrschte große Übereinstimmung - doch wie im richtigen Leben, gab es an der ein oder anderen Stelle doch Anlass zur Diskussion. Um etwas mehr Klarheit in die Sache zu bekommen, gibt der DFB für die kommende Saison neue Richtlinien heraus. Wichtige Neuerungen: War vor einem Tor ein Handspiel zu erkennen - ungeachtet dessen, ob beabsichtigt oder nicht - wird das Tor nicht mehr gegeben. Und: Ist der Arm oder die Hand überhalb der Schulter, muss in den meisten Fällen gepfiffen werden, wenn der Ball diese berührt.

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