Rasanter Aufstieg

Schiedsrichter-Talent Mika Arlitt steht vor einer großen Zukunft

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Wenn der Schiedsrichter pfeift, muss sich auch ein Kapitän sputen – in diesem Fall Marco Bäumer vom VSV Wenden bei Schiedrichter Mika Arlitt.

Viele Fußballbegeisterte träumen davon, so Tore zu schießen wie Ronaldo, so dribbeln zu können wie Neymar und so flink zu sein wie Messi. Doch Mika Arlitt aus Oberholzklau tickt da anders: Er bewunderte schon in der C-Jugend „die Jungs in der Mitte“, die Entscheider, die Schiedsrichter, sodass Mika heute selbst eines der aufstrebendsten Talente im Schiedsrichterbereich ist.

Oberholzklau/Hünsborn – Mika Arlitt ist 19 Jahre alt, kommt aus Oberholzklau und spielte Jahre lang in der Jugend von Rot-Weiß Hünsborn Fußball, bevor er seine wahre Leidenschaft erkannte – das Schiedsrichterwesen. „Ab der C-Jugend bewunderte ich die Jungs in der Mitte.“ 2015, als B-Jugendlicher, suchte er deshalb Markus Schönauer, Vereins-Schiedsrichterobmann bei RW Hünsbron, auf. Dieser meldete ihn umgehend zum Schiedsrichterlehrgang an. 

Mit Ernst und Disziplin 

Nachdem er die Prüfung mit Bravour bestanden hatte, konnte Mika auch schon erste Erfahrungen im Jugendbereich sammeln. „Hier hat man weniger mit den Spielern zu tun, man muss eher mit den Eltern kommunizieren“, berichtet der Abiturient. Ohne Hektik, aber immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Disziplin leitete er seine Partien, sodass er nach und nach immer weiter an den Seniorenbereich herangeführt wurde. 

„Zunächst durfte ich das C-Jugend-Pokalfinale pfeifen, dann das B-Jugend-Finale und auch das Finale der A-Jugend, der Seniorenbereich war trotzdem aber noch etwas ganz anderes“, so der 19-Jährige. Dort herrsche ein völlig anderes Klima. 

Selbstbewusst und kommunikativ ist SR Mika Arlitt von RW Hünsborn.

Doch wie auch schon im Jugendbereich wuchs Mika mit seinen Aufgaben. Er leitete Partien in der Kreisliga B und in der A-Liga. In der Bezirksliga angekommen, wurde er sofort in das „Team D“ aufgenommen. Dies ist das Perspektivteam für die nächsthöhere Landesliga. 

Sieben Beobachtungsspiele trennten den ambitionierten Schiedsrichter vom direkten Durchmarsch in die Landesliga – Partien wie beispielsweise ein Derby zwischen VfR Rüblinghausen und FC Altenhof sowie das Spitzenspiel zwischen dem SC Drolshagen und dem SV 04 Attendorn. Weiterhin souverän auf dem Platz, ließ sich Mika die eigene Nervosität nicht anmerken und leitete die Partien kommunikativ und entschieden. „Ich finde es wichtig, auf Spieler zuzugehen und einen Zugang zu ihnen zu bekommen. So können sie meine Entscheidungen besser nachvollziehen.“ Gleichzeitig müsse er seine Entscheidung aber auch vertreten können. „Mit Hilfe von einer klaren Mimik und Gestik, einem generell selbstbewussten sowie verantwortungsbewussten Auftreten wird auch für die Zuschauer draußen ersichtlich, dass ich hinter meinen Entscheidungen stehe und mich nicht beeinflussen lasse.“ 

Assistent in Oberliga 

Folgerichtig war der Aufstieg in die Landesliga, wo das Schiritalent aktuell im „Team C“ unter Beobachtung steht, dem Perspektivteam für die Westfalenliga und ebenfalls wieder sieben Beobachtungsspiele – vier in der Hinrunde und drei in der Rückrunde – absolvieren muss. 

„Es hat mich einfach mega gefreut, sofort aus der Bezirksliga aufzusteigen. Das ist einfach ein Riesenfortschritt mit den Jungs und Mädels an der Linie, die einen unterstützen und einem vor allem die Abseitsentscheidung abnehmen“, erklärt der Oberholzklauer. „Ich bin gespannt und freue mich schon auf meine nächste Beobachtung.“ Neben der Leitung von Spielen in der Landesliga assistiert der für RW Hünsborn pfeifende Schiedsrichter aktuell bei Begegnungen der A- und B-Junioren Bundesligen sowie Seniorenpartien der Oberliga. 

Besonders dankbar zeigt sich Mika über die Unterstützung durch seine Coaches Thorben Siewer, Marco Cremer und Regina Heim: „Ich habe sehr viel von ihnen mitgenommen. Auf dem Platz selbst erkennt man seine eigenen Fehler nur sehr schlecht. Die Perspektive von außen und der Input von den Coaches bringen einen deutlich weiter.“ 

Auf Zweitliga-Referee Thorben Siewer angesprochen, erläutert der 19-Jährige: „Sein Weg ist beispielhaft. Jeder erträumt sich einen solchen Werdegang.“ 

Ziel Regionalliga 

Mika selbst hat das Ziel, Regionalliga zu pfeifen. „Klar, träumt jeder davon, es irgendwann einmal nach ganz oben zu schaffen, hierfür müssen aber die Beobachter und Spiele passen“, befindet Arlitt. 

Zu seiner Auszeichnung als Schiedsrichter der Saison 2018/2019 sagt Mika: „Ich hab’ mich einfach mega gefreut, dass die investierte Zeit und viele Arbeit honoriert wurde.“ 

Generell auf das Schiedsrichterwesen eingehend, unterstreicht der engagierte Teenager: „Schiedsrichter zu sein ist nicht der allerleichteste Job, gerade am Anfang. Darüber hinaus macht auch nicht jedes Spiel Spaß. Aber Schiedsrichter zu sein bringt jeden persönlich weiter – es steigert das Selbstbewusstsein. Man ist nicht nur Schiedsrichter, um Spiele zu pfeifen, sondern auch um sich selbst weiterzuentwickeln.“

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