Alles andere als kalter Kaffee

Fußball und Bildung: Sebastian Held engagiert sich für Verein in der Dominikanischen Republik

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Die Mitarbeiter von Café con Leche setzen sich dafür ein, dass Kinder regelmäßig Fußball spielen können. Doch zuerst müssen sie zur Schule gehen.

Sundern - Der Tagesablauf ist für viele Kinder gleich: Schule, Mittagessen, Hausaufgaben und dann ab zum Fußballtraining. Während das für die Nachwuchskicker hierzulande selbstverständlich ist, gibt es in strukturschwachen Ländern wie der Dominikanischen Republik viele Kinder, für die das nicht möglich ist. Der Verein „Café con Leche“ setzt dort an und will junge Menschen durch Fußball und Bildung gezielt fördern. Sebastian Held, Kapitän des Bezirksligisten TuS Sundern, engagiert sich für die Organisation.

„Abseits des Tourismus leben in der Dominikanischen Republik viele Menschen in sozialer und ökonimischer Armut. Insbesondere Kinder und Jugendliche werden dort täglich mit Gewalt, Kriminalität und sozialen Missständen konfrontiert“, erklärt Held. Genau da setze Café con Leche an und wirke diesen Umständen gezielt entgegen.

Der Verein wurde 2010 gegründet. Vier Studenten sahen damals einen großen Nutzen darin, Sport in das Lebend er jungen Menschen in Brennpunktvierteln des Karibikstaates zu bringen, und wollten daher ein langfristiges Fußball- und Bildungsprogramm ins Leben rufen. Heute, also etwa neun Jahre später, lässt sich festhalten: Es hat funktioniert.

"Wer Fußball spielen will, muss in die Schule"

Mittlerweile ist Café con Leche – der Name bedeutet in Teilen Lateinamerikas und besonders in der Dominikanischen Republik nicht nur „Milchkaffee“, sondern ist auch eine augenzwinkernde Bezeichnung für das Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen – ein eingetragener Verein und mehr als 170 Kinder und Jugendliche spielen dort regelmäßig Fußball. Doch der Sport ist nicht alles: „Wer Lust hat, Fußball zu spielen, muss in die Schule gehen“, berichtet Sebastian Held, der über einen ehemaligen Mitspieler auf die Organisation aufmerksam geworden ist.

Sebastian Held

Der Besuch einer Schule ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Training. Vor jeder Einheit müssen die Spieler und Spielerinnen ihre Hausaufgaben erledigen oder an anderen Bildungsangeboten teilnehmen. „Deshalb ist das für mich eine nachhaltige Sache. Bei Café con Leche wird nicht nur Geld ins Land gepumpt, die Mitarbeiter wollen auch Bildung und soziale Kompetenzen fördern. Denn in strukturschwachen Ländern driften Kinder, die nicht zur Schule gehen, häufig in die Kriminalität ab“, berichtet der Kapitän des TuS Sundern.

Um ihnen die „Grundvoraussetzungen für das Erwachsenenleben“ mit auf den Weg zu geben, betreue der Verein Kinder zwischen sechs und 18 Jahren. „In der Dominikanischen Republik gibt es eben keine Sportvereine, die diese Aufgabe übernehmen“, schildert Held. Mittlerweile gebe es sogar erste Versuche, die jungen Menschen mit Stipendien über das 18. Lebensjahr hinaus zu fördern.

Schuhe, Bälle und Co. werden benötigt

Doch wie kann man vom Sauerland aus die Organisation im etwa 7500 Kilometer entfernten Santo Domingo unterstützen? „Zum einen natürlich über Geldspenden, zum anderen kann man auch Sammelaktionen organisieren, um gebrauchte Schuhe, Bälle, Trainingsleibchen oder ähnliches zu sammeln, die vor Ort dringend benötigt werden“, erklärt Held, der in naher Zukunft wieder selbst eine solche Aktion intiieren möchte. Denn aktuell sind besonders Bälle heiß begehrt. „Und die Kinder dort freuen sich auch über solche, die wir hier aussortieren“, weiß der 27-Jährige.

Er selbst war noch nicht selbst vor Ort, möchte aber gerne mal in die Dominikanische Republik reisen. „Wenn es sich ergibt, mache ich das auf jeden Fall. Wenn man sich das persönlich dort angucken kann, ist das nochmal ein ganz anderes Gefühl“, berichtet Held, der mit seinem Engagement einen Beitrag dazu leisten will, dass Schule und Fußball für die Kinder im Karibikstaat auch selbstverständlicher werden.

Wer Interesse daran hat, selbst für Café con Leche aktiv zu werden, kann sich gerne bei Sebastian Held (bastiheld1@aol.com) informieren. Alle Infos zum Verein und seiner Arbeit gibt es unter www.cafe-con-leche.org.

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