Auf dem Weg in die Elite

Skilangläuferin Melina Schöttes startet erstmals in der Damenklasse

Melina Schöttes vom Skiclub Oberhundem zählt zu den vielversprechendsten Langlauftalenten Deutschlands.

Oberhundem. Melina Schöttes vom Skiclub Oberhundem zählt zu den vielversprechendsten Langlauftalenten Deutschlands. Dies hat sie bereits mehr als einmal unter Beweis gestellt. Die 20-Jährige startet in dieser Saison erstmals in der Damenklasse.

Und auch hier wusste sie Anfang Dezember beim Internationalen FIS-Austria-Cup im österreichischen Ramsau zu überzeugen. Auf Anhieb wurde sie über 5km in der klassischen Technik gegen starke europäische Konkurrenz Siebte. Ein echter Paukenschlag gelang ihr dann am Karnevalswochenende: Beim weltberühmten Vasa-Lauf über 90km wurde sie als 30. im Frauenklassement beste deutsche Teilnehmerin. Auf „xc-ski.de“, einer Skimarathon-Plattform, heißt es dazu: „...Beste Deutsche war die erst 20-jährige Melina Schöttes, der mit Rang 30 ein beachtenswertes Resultat gelang...“.

Das Talent zum Skilanglauf wurde der jungen Frau „in die Wiege gelegt“. Ihr Großvater Peter Schöttes war seinerzeit einer der besten Langläufer im Sauerland Vater Andreas zählt zur regionalen Spitze im Skimarathon.

„Ich habe eigentlich schon immer auf Langlaufski gestanden“, schmunzelt Melina im Gespräch mit dem SauerlandKurier. Einen exakten Zeitpunkt, an dem sie begonnen habe, können weder Vater noch Tochter benennen. „Da war ich so zweieinhalb, drei Jahre, denke ich.“ Wie nahezu alle jungen Oberhundemerinnen und Oberhundemer lernte auch Melina Schwimmen in der örtlichen DLRG-Gruppe. Nach der Grundschule besuchte Melina die Barbara-Realschule Meggen, heute Teil der Sekundarschule Hundem-Lenne, wo sie auch 2014 ihren Abschluss machte. „So ab zehn Jahren habe ich im Langlauf alles gewonnen, was es auf Kreis- und Bezirksebene gab“, berichtet sie über ihren weiteren sportlichen Werdegang. Auch im Westdeutschen Skiverband (WSV) blieb das herausragende Talent nicht lange unentdeckt. 

Zahlreiche herausragende Leistungen

Vater Andreas, Sportwart nordisch im Westdeutschen Skiverband, forderte und förderte seine Tochter nach Kräften. Dank ihres Könnens, ihrer Zielstrebigkeit und der Bereitschaft, hart und konzentriert zu trainieren, ließen auch auf WSV-Ebene – oft in gemeinsamen Wettbewerben mit dem Hessischen Skiverband - die Erfolge nicht lange auf sich warten: 2011 gewann sie den WSV-/HSV-Nachwuchscup und wurde zudem Fünfte im Deutschen Schülercup. Seither ist Melina Schöttes auch Dauergast bei den Sportlerehrungen in Gemeinde Kirchhundem und Kreis Olpe. Die Lister der Erfolge ist lang. Herausragend im Winter 2013/2014 waren der 3. Platz bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Isny im Ko-Sprint in der Freien Technik über 1,3 Kilometer sowie Rang 5 beim Austria-Cup des Internationalen Skiverbandes in Saalfelden über 5 Kilometer in der Klassischen Technik.

 „Erstmals seit 20 Jahren konnte Melina Schöttes mit ihrem 3. Platz im Sprint wieder eine Medaille bei Deutschen Meisterschaften nach Oberhundem holen“, verzeichnet die Homepage (www.sc-oberhundem.de) für das Jahr 2015 als Top-Ergebnis der damals 17-Jährigen. Zu diesem Zeitpunkt war Melina Schöttes bereits in den Olympiastützpunkt Winterberg ins dortige WSV-Internat umgezogen, wo sie am Sportgymnasium im Sommer des Jahres ihr Abitur ablegte. 

Es ging Schlag auf Schlag weiter mit den vorderen Platzierungen auf nationaler wie internationaler Ebene: 1. Platz U20 im Jahr 2017 bei der sogenannten „Sommerleistungskontrolle“, ausgetragen auf Skirollern im Deutschlandpokal in Oberhof , ein Jahr später holte sie den 2. Platz im Deutschlandpokal U20 in Finsterau. Ebenfalls 2018 gewann sie den Rennsteiglauf in Oberhof über 15 Kilometer und den Siuerlänner Skiloap in Girkhausen. Zusätzlich holte sie in verschiedenen Wettbewerben im Lauf der Jahre mehrere Top-Ten-Platzierungen. 

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„Was so imponiert, ist die Tatsache, dass sich Melina weder durch eine Knie-Op noch durch ,Pfeiffersches Drüsenfieber‘, was sie immer wieder weit zurückgeworfen hat, von ihrer Liebe zu diesem Sport hat abbringen lassen. Sie hat sich immer wieder herangekämpft“, ist Vater Andreas zu recht stolz auf seine Tochter. Großes Ziel der heute 20-Jährigen: „Eine U23-WM Teilnahme im kommenden Jahr bei der Heim-WM in Oberwiesenthal. Darauf arbeite ich hin.“ Und wenn das nicht klappen sollte? „Dann beende ich den Leistungssport und laufe Ski-Marathons. Auch dort gibt es inzwischen eine hochklassige und attraktive Szene.“

Ausbildung zur Physio in Bestwig

Vom Skilauf lässt sich der Lebensunterhalt nicht bestreiten. „Zur Zeit mache ich ein Praktikum am Olympiastützpunkt in Winterberg. Im Oktober beginne ich eine Ausbildung zur Physio in Bestwig. Im letzten Sommer habe ich mit dem C-Trainer-Schein beim Deutschen Skiverband angefangen, den ich mit der Prüfung im Mai in Oberhof abschließen möchte. Zusammen mit einer Physioausbildung hat man auch dann noch viele Möglichkeiten im Sport.“

Jetzt steht bis Ende März aber erst noch die Wintersaison an. Einige Resultate in diesem Winter: 3. Platz Damen FIS Austria Cup Villach. Deutschlandpokal (Damenklasse/ohne Weltcupstarterinnen): 4. Platz Sprint Oberwiesenthal, 3. Platz Distanz Oberwiesenthal, 2. Platz Sprint Zwiesel, 2. Platz Distanz Zwiesel, 5. Platz Sprint Schonach, 4. Platz Distanz Schonach, 5. Platz Distanz Schonach – das bedeutet das Gelbe Trikot der Gesamtführenden. Zudem belegte sie kürzlich Platz 30 beim Vasa-Lauf in Schweden.

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