"Hochklassiges Volleyballspektakel"

RC Sorpesee verliert Achterbahnfahrt gegen SV BW Aasee mit 2:3

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Auch der größte Einsatz der Volleyballerinnen des RC Sorpesee reichte nicht aus, am Ende unterlagen sie dem SV BW Aasee mit 2:3.

Langscheid/Sundern. Wieder einmal ein verschlafener Start in eine Partie und ein Gegner, der sich mehr und mehr auf die ganz großen Spiele spezialisiert - so lauteten die Zutaten der bitteren 2:3-Niederlage des RC Sorpesee gegen den SV BW Aasee am Samstag in Sundern. Vor allem die ersten beiden Sätze sorgten neben dem Feld und auf der Tribüne für Kopfschütteln und Frust. Dass am Ende des Tages noch ein Punkt auf der Habenseite stand lag einmal mehr an dem fantastischen Ambiente im Schulzentrum, dem Kampfgeist im RCS-Team und einer immer besser werdenden RCS-Auswechselbank.

Schon der Start in die Partie verriet den wieder einmal weit über 200 Zuschauern im Schulzentrum, dass mit dem Gast aus Münster ein Spitzenteam mit großen Ambitionen angereist war. Vor allem der Aufschlag der Gäste bereitete den Gastgeberinnen zu Beginn große Probleme. Schnell zog Münster davon und es mussten Kurskorrekturen auf RCS-Seite her. Eine Auszeit und einen Wechsel später hatten sich die Sauerländerinnen dann aber gefunden und egalisierten die zwischenzeitliche Sech-Punkte-Führung der Gäste mit spielerischem Elan und einer immer stabileren Annahme. Kaum aber war die Lücke Mitte des Satzes wieder geschlossen, nahm die Mannschaft den Fuß wieder vom Gas und überließ den Gästen das Parkett - ein Angebot, dass diese dankend annahmen. Fehler zur Unzeit und eine ohne Druck agierende Münsteraner Mannschaft brachten die entscheidenden Punkte zu Gunsten der Gäste, die beim 23:25 aus RCS-Sicht die Satzführung einstrichen - viel Aufwand und kein Lohn, eine schlechte Kombination für die Gastgeberinnen.

In Satz 2 sahen die Zuschauer zunächst eine verbesserte Leistung des RCS. Libera Michelle Henkies holte Ball um Ball in der Abwehr und der Angriff um eine glänzend aufgelegte Kim Spreyer punktete konstant. Eine Schwächephase Mitte des Satzes aber brachte Aasee zurück ins Spiel und beim 17:21 hatten die Gäste alle Trümpfe in der Hand. Dass mit dem RCS aber in jeder Phase zu rechnen ist, zeigte das Team in Person von Leonie Hoffmann in den folgenden Minuten. Mit messerscharfen Aufschlägen setzte sie um, was sich die Gastgeberinnen vorgenommen hatten aber zu selten gelang: Aasee unter Druck setzen. Beim 22:21 hatte der RCS den Satz gedreht und brachte sich doch mit einfachen Fehlern um den Lohn der Arbeit. Einen vergebenen Freischuss über die Mitte und zwei Annahmefehler später jubelte beim 23:25 erneut der Gast aus dem Münsterland - noch mehr investiert und wieder nichts für die Gastgeberinnen.

Blaue Wand treibt das Team an

Verblüffend war aber die Reaktion auf der Tribüne, die sich in den folgenden Minuten abzeichnete. Nach dem Motto "Jetzt erst Recht" demonstrierte die Blaue Wand kurzerhand, dass sie keinerlei Interesse an einem schnellen Spielende hatte und forderte kurzerhand den Kampfgeist des Teams auf dem Feld heraus. Die Nachricht kam an und ab Satz 3 rangen die Gastgeberinnen dem weiterhin starken Aasee-Team Punkt um Punkt ab. Vanessa Vornweg und Franziska Finke wirbelten sich über die Mitte warm und auch die Außen um Kirsten Platte, Katharina Schallow und Leonie Hoffmann hatten Rhythmus aufgenommen. Der RCS zog davon und alle Bemühungen auf Seiten der Gäste, das Spiel der Gastgeberinnen zu greifen zu bekommen, fruchteten in dieser Phase nicht. Das 25:16 brachte den deutlichen Satzgewinn und Rückenwind für Durchgang 4.

Laura Kemper, Bonnie Bastert und Nesthäkchen Victoria Vornweg sorgten für Entlastung von der Bank und die Aufholjagd des RC Sorpesee ging weiter. Unter den nimmermüden Anfeuerungsrufen von der Tribüne erkämpfte man Punkt um Punkt und sicherte sich in Satz 4 vor allem die wichtigen Big Points in langen Ballwechseln. Lara Drölle hatte ihren Aufschlag gefunden und die Abwehr packte ein ums andere Mal beherzt zu. Wieder zogen die jungen Sauerländerinnen davon und konnten bis zum 25:20-Satzerfolg nicht mehr gestellt werden. Die Fragezeichen der Sätze 1 und 2 hatten sich auf wundersame Art und Weise in Ausrufezeichen verwandelt.

Ebenso wundersam wie die Kehrtwende nach Satz 2 war aber auch die Entwicklung in Satz 4: Einem Blitzstart zum 3:0 und beherzten Aktionen in allen Mannschaftteilen folgte ein unerklärlicher Einbruch, den die cleveren Gäste aus Münster dankend nutzten. Der RCS reihte Fehler an Fehler und brachte sich beim 9:15 in Satz 5 selbst um den Lohn der Mühen in einem "rassigen und über weite Strecken hochklassigen Volleyballspektakel". So applaudierte das Publikum in Sundern zu guter Letzt beiden Teams für tollen Sport und haderte noch etwas mit den verpassten Chancen, tröstete sich dann aber doch über die verlorene Partie hinweg.

Für den RCS aktiv: Bonnie Bastert, Lara Drölle, Franziska Finke, Michelle Henkies, Leonie Hoffmann, Alina Hustadt, Laura Kemper, Kirsten Platte, Katharina Schallow, Kim Spreyer, Vanessa Vornweg und Victoria Vornweg.

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