Musketiere mit dem Rolli sind bald in Olsberg

Sport trotz(t) Handicap

In am Boden fixierten Rollstühlen mit großem Bewegungsradius im Oberkörper kämpfen die Sportler um den Sieg.

Sport zu treiben, ist für Rollstuhlfahrer schon lange kein Tabu mehr. So geschickt und selbstverständlich die meisten Menschen mit Behinderung ihren Alltag meistern, so begeistert und voller Freude betreiben viele auch Sportarten, die im Rollstuhl mühelos durchzuführen sind.

Olsberg.

Kein Widerspruch besteht daher im Zusammenhang „Rollstuhl und Florett“. Körperliche Beeinträchtigungen sollten kein Hindernis sein, den Fechtsport zu erlernen. Fechten ist ein Sport für jedermann. Allerdings sollte man ein sicheres Auge haben und die Fähigkeit, Bewegungsabläufe zu koordinieren. Fechten ist ein bisschen wie Schachspielen.

Man sollte vor einer Aktion wissen, wie die Gegenreaktion ausfallen wird. Also, das Auge sieht, das Gehirn setzt um und leitet seine Information zur ausführenden Hand, in der die Waffe liegt. Der Fechtsport ist eine Kombination aus Stabilisierung des Oberkörpers, der Feinmotorik und der Inanspruchnahme der Gehirntätigkeit. Somit eine Herausforderung höchsten Grades.

Verblüffend auch für Zuschauer

Die Stabilisierung hat den Vorteil, dass man sicherer mit dem Rollstuhl im Alltag zurechtkommt. Aufrechtes Sitzen verhindert oder mindert Rückenprobleme, bringt den Kreislauf in Schwung, fordert die Durchblutung und regt den Stoffwechsel an. Die Feinmotorik trägt zur Geschicklichkeit im Alltag bei, um recht lange Dinge selbst verrichten zu können. Unbenutzte Muskulatur, so weiß man, verkümmert und verkürzt sehr schnell.

Für Zuschauer ist die sicherlich verblüffendste Tatsache beim Fechten, dass die Athleten in am Boden fixierten Rollstühlen miteinander fechten. Jedoch garantieren die speziellen Rollstühle einen enormen Bewegungsradius im Oberkörper, sodass das Rollstuhlfechten in Dynamik und Bewegungsgeschwindigkeit dem traditionellen Fechten sehr nahe kommt.

Im Prinzip darf jeder am Rollstuhlfechten teilnehmen, der durch eine dauerhafte Einschränkung Nachteile hat. Dazu zählen also nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch Amputierte oder Personen mit einer Knieversteifung. Unter der Leitung von Dominik Gebauer, einem ausgebildeten Fechtlehrer, soll nun ein erster Schnupperkurs durchgeführt werden. Alle Interessierten können sich unter gebauerdominik@aol.com oder unter %  01 51/10 39 89 53 anmelden und erhalten dann weitere Informationen. Der Kurs findet am Samstag, 8. Februar, in der Sporthalle der Schule an der Ruhraue in Olsberg statt. Beginn ist um 10 Uhr und die Kursgebühr beträgt 25 Euro.

Unterstützt wird Dominik Gebauer von Viktor Kraft, einem Mitarbeiter des Josefsheim Bigge und Fechter mit mehr als zehnjähriger Erfahrung.

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