"Gefühlt ein 3:0 für uns"

Trotz guter Leistung: RC Sorpesee verliert Heimspiel gegen TV Cloppenburg

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Es hat nicht sollen sein: Trotz guter Leistung in den ersten drei Sätzen kassierten die Volleyballerinnen des RC Sorpesee eine 1:3-Niederlage gegen den TV Cloppenburg.

Sundern. Als am Samstagabend um 20.39 Uhr der Abpfiff der Drittligapartie der Volleyballerinnen des RC Sorpesee gegen den TV Cloppenburg ertönte, schaute man in zahlreiche verdutzte Gesichter. "Gefühlt war das ein 3:0 für uns", hieß es unter den wieder zahlreich erschienenen Fans des RCS. Doch Gefühle gewinnen leider keine Punkte. Und so blieb bei der 1:3-Niederlage nicht mehr als ein Satzgewinn.

Es war alles bereitet: Nachdem bereits am Nachmittag die zweite Damenmannschaft des RCS gegen den TV Jahn Dortmund mit 3:1 gewonnen hatte, war das Spielfeld für die Erstvertretung warmgespielt. Da sollte nichts schief gehen können. Die Mannschaft präsentierte sich - einmal mehr - in geänderter Formation sowohl auf als auch neben dem Spielfeld. Auf die Libera-Position rückte mit Lea Fischer ein Nachwuchstalent, das in der Saison für die dritte Damenmannschaft spielte, und sich nach dem Spiel aufgrund der gezeigten Leistung ein Sonderlob verdiente. Mit Nicole Freiburg, die bis vor einigen Jahren schon das RCS-Trikot anhatte, stieß ein "alter Volleyballhase" wieder zum Team dazu. Und auch an der Linie gab es eine neue Aufstellung: Co-Trainer Linus Tepe übernahm das Traineramt vom abwesenden Julian Schallow, Tepes Platz auf der Bank übernahm Martin Barthel.

Und dann sollte es losgehen. Wie die Feuerwehr startete der RCS. Taktisch gute Aufschläge fanden die Ziele des Interims-Co-Trainers Barthel perfekt. Konsequenz: eine große Führung (8:1) für den RCS. Ein Vorsprung, den die Heimmannschaft dem Grunde nach den ganzen Satz über verteidigte. Über das 14:8 und 20:17 ging es in den Endspurt des ersten Durchgangs. Zum Verdutzen aller Anwesenden schaffte es der TV Cloppenburg, nun selbst stark aufzudrehen. Mit geschicktem Angriffsspiel gelang es den Niedersachsen, die RCS-Abwehr ein ums andere Mal zu verladen. Punkt für Punkt kämpfte sich die Gastmannschaft heran und konnte beim 22:23 das Aufschlagrecht gewinnen. Dies sollte auch nicht mehr zurückgehen, denn beim 25:23 für den Gast bat das Schiedsgericht zum Seitenwechsel. Eine gewisse Ernüchterung machte sich breit.

Zweiter Satz "wie aus einem Guss"

Doch wenn es etwas gibt, das der RCS nicht macht, dann ist es, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit neuem Elan ging es in den zweiten Satz. Dieser gestaltete sich von Anfang an sehr ausgeglichen. Keinem Team gelang es, sich vom anderen abzusetzen. Ein Fight auf Augenhöhe, das auch die rund 230 Fans der blauen Wand ins Schwärmen brachte. Laut wurde es auf der Tribüne - nicht nur bei einigen strittigen Pfiffen des Schiedsgerichts. Die Fangesänge peitschten das Team um Kapitänin und spätere MVP Lara Drölle ein ums andere Mal an. Bis zum 23:22 war es wieder nur ein Wimpernschlag, der zwischen den Konrahenten lag. Doch sollte auch Durchgang zwei so unglücklich enden, wie Satz eins: Erneut hatten die RCS-Girls beim 23:25 das Nachsehen.

Satz drei startete mit leicht geänderter Aufstellung: Die Diagonalposition wurde etatmäßig besetzt - eine Maßnahme, die fruchtete. Es ging los, wie schon im ersten Durchgang: mit einem Blitzstart auf Seiten der Sauerländerinnen. 6:1 stand es bereits nach kurzer Zeit. Anders als im zu Beginn der Partie hielt der RCS nun die Spannung aber deutlich höher. Die Angriffe von Vanessa Vornweg und Franziska Finke fanden deutlich häufiger das passende Ziel auf der anderen Netzseite. Und auch Laura Kemper, die auf eine Außenposition gerückt war, ließ den gegnerischen Block immer öfter alt aussehen. Lohn der Mühen: ein 25:19-Erfolg. "Hier haben wir wie aus einem Guss gespielt. Das war Volleyball vom Feinsten", befand Trainer Tepe nach Spielende.

Indes sollte es bei diesem einzigen Satzgewinn des RCS am Abend bleiben. Das erfahrene Team des TV Cloppenburg um Trainer Tsironis ließ im Folgenden nichts mehr anbrennen, sondern setzte das variable Angriffsspiel fort. Hinzu kam, dass auch die Aufschlagqualität beim Gegner noch einmal gesteigert wurde. Dies führte beim Heimteam zu ungewohnten Problemen, die - trotz taktischer und personeller neuer Impulse - nicht gelöst werden konnten. Und so war das 17:25 (fast) folgerichtig.

"Punkte sammeln und Platz vier festigen"

"Wir haben die ersten drei Sätze richtig gut gespielt. Leider ist es uns nicht gelungen, den Sack in den ersten beiden Durchgängen zuzumachen", resümierte ein - ob des Ergebnisses - enttäuschter Interims-Coach Linus Tepe. "Zum achten Mal in Folge haben wir unser Team wegen Krankheit und Verletzungen umbauen müssen. Das soll keine Entschuldigung sein, sondern vielmehr auch Anerkennung für das Team, wie es mit den Situationen umgeht. Professionell und hoch motiviert. Das haben die sportlichen Leistungen der ersten drei Sätze gezeigt. In einer 'Gefühlstabelle' wären wir heute ganz oben gelandet. Doch reichen Gefühle im Sport nicht immer für einen Erfolg", ergänzte Tepe.

"Unser Ziel bleibt es, in den letzten drei Spielen wieder Punkte zu sammeln und Platz vier zu festigen", gab Kapitänin Drölle zu Protokoll - ein klares Signal an das Umfeld, dass bis zum letzten Spiel beim Detmolder TV am 25. März richtig Gas gegeben wird. Nun aber können die RCS-Mädels erst einmal die Wunden lecken und Blessuren auskurieren. Aufgrund des DVV-Pokalfinals sieht der Spielplan ein freies Wochenende vor. Erst danach greift der RCS an, und zwar am Sonntag, 11. März, um 16 Uhr beim SV BW Aasee.

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