Neuer Sessellift entsteht am Ritzhagen in Willingen

„Vom Fahrrad zum Ferrari“

Die Pfeiler stehen, die Seile sind gespannt: Pünktlich zum Saisonstart soll der neue Sessellift am Ritzhagen in Betrieb gehen. Foto: Kristin Sens

Die ersten Vorboten des Winters sind da – und am Ritzhagen wird derzeit kräftig angepackt, damit rechtzeitig zum Start der Skisaison der neue Sessellift fertig wird, der den alten Schlepplift ersetzen soll.

Die Pfeiler stehen bereits und die Einstiegsstationen in ihrem futuristischen Design lassen schon erkennen, dass der neue Sechssitzer den Ritzhagen lifttechnisch in ein neues Zeitalter katapultiert. „Der Ritzhagen ist eines von unseren klassischen Anfänger-Arealen, da ist es wichtig, eine Beförderungstechnik zu haben, die einfach zu nutzen ist“, erläutert der Geschäftsführer der Seilbahnverwaltungs-GmbH in Willingen Jörg Wilke.

Die neue kuppelbare Seilbahn ist zwar in der Beförderung schneller, an den Endpunkten wird aber dank der neuen Technik die Fahrt abgebremst, sodass in Ruhe ein- und ausgestiegen werden kann. Der automatische Schließbügel macht den Lift zudem kindersicher. „Das macht das Skivergnügen für die ganze Familie viel entspannter“, freut sich Wilke. Mit den sechs Sitzen wird der neue Sessellift zudem doppelt so viele Personen befördern können wie zuvor, zirka 2.000 pro Stunde. Dabei ist der Lift so ausgelegt, dass er problemlos durch Anhängen weiterer Sessel auf eine Kapazität von bis zu 3.000 Personen erweitert werden kann.

Damit es dabei kein Gedränge gibt, wurde die Talstation weiter in die Mitte des Hanges verlegt. 630 Meter ist die neue Seilbahn lang und überbrückt dabei rund 112 Höhenmeter. „Der moderne Lift ist schon ein gewaltiger Unterschied zu früher – das ist so, als ob man vom Fahrrad auf den Ferrari umsteigt“, erläuterte Wilke den technischen Fortschritt.

Alter Schlepplift für Sommerrodelbahn

Auch für die Betreiber ist der neue Lift bequemer, fällt doch die aufwändige Beschneiung der Schleppspuren weg. Der alte Schlepplift wird weiterhin für die Sommerrodelbahn genutzt, nur der obere Teil wurde zurückgebaut. „Das hat den Vorteil, dass wir nicht mehr aufwändig umbauen müssen und die Sommerrodelbahn – je nach Wetterlage auch mal zwischendurch betrieben werden kann.“

Komfortabler soll es für die Skifahrer auch sein, zwischen Ritzhagen und Sonnenhang zu queren. Hier wurde die Brücke verbreitert und der Weg etwas abgeflacht. Rund dreieinhalb Millionen Euro haben die Brüder Rummel für den neuen Lift am Ritzhagen investiert. Zudem wurden am Ettelsberg für die Präparation der Piste neue Geräte im Wert von rund 600.000 Euro angeschafft. Die fünf Willinger Liftbetreiber, die einen Verrechnungsverbund bilden, sind stolz darauf, dass der Preis für die Tageskarte nur um einen Euro angehoben werden musste, obwohl, neben den Investitionen, vor allem die Energiekosten gewaltig drücken. „Wir versuchen das Preisniveau so moderat wie möglich zu halten“, erklärte Wilke.

Konkrete Pläne für weitere Investitionen an den Skiliften gibt es zurzeit nicht. „Es ist aber absehbar, dass in vielleicht zehn Jahren alle großen Hänge mit Sesselliften ausgestattet sein werden“, so Wilke. Prognosen, wann in diesem Winter die Skisaison starten könne, wollte er allerdings nicht abgeben: „Wir hoffen natürlich sehr, dass das irgendwann in den nächsten drei Wochen der Fall sein wird. Außerdem wäre es für unsere Gäste – und natürlich auch für uns – schön, wenn wir diesmal über die Weihnachtstage Schnee hätten.“ (Von Kristin Sens, willingen@sauerlandkurier.de)

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