NRW-Sportplakette 2018 "war für mich schon ein Highlight des Lebens"

Wilfried Schauerte legt Amt als KSB-Vorsitzender nach 25 Jahren nieder

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Wilfried Schauerte ist seit 1993 Vorsitzender des Kreissportbundes. 

Kreis Olpe/Dünschede. Der Kreissportbund Olpe wählt am Montag, 18. März, zum ersten Mal seit 1993 wieder einen neuen Vorsitzenden. Nach über 25 Jahren sagt Wilfried Schauerte „Auf Wiedersehen!“ Bereits seit seiner Jugend spielt Sport eine große Rolle im Leben des Dünscheders Wilfried Schauerte. Vor allem der Fußball.

"Damals ging es mit der A-Jugend erst los“, erzählt Schauerte. Bei den SF Dünschede fing er im Alter von 16 Jahren an zu spielen. Bis 1975 durchspielte er die A-Jugend und absolvierte zahlreiche Spiele in der 1. und 2. Mannschaft. Doch seine aktive Spielerkarriere nahm ein abruptes Ende, wie Wilfried Schauerte sich erinnert: „Ein Gegenspieler hat mich damals unterlaufen und dann bin ich im hohen Bogen aufs Kreuz gefallen. Seitdem war nichts mehr zu machen. Damals war ich 29.“ 

Dieses Ende war gleichzeitig der Anfang eines neuen Lebensabschnitts: Das Karriereende brachte Schauerte nämlich zum Ehrenamt. Er wechselte von der Mannschaft in den Spielausschuss und wurde Betreuer der 2. Seniorenmannschaft der SF Dünschede. Mit der Mannschaft erlebte er 1973 den Aufstieg in die Kreisliga B. Zwei Jahre später wurde Schauerte zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Von 1980 bis 1991 folgte dann das Amt des Vorsitzenden. In dieser Zeit war Schauerte am Aufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksliga, den Neubau des Vereinsheimes und der Fertigstellung der neuen Sportplatzanlage beteiligt. Anfang 1992 wurde er allerdings zum Leiter des Schul-, Sport und Kulturamtes der Stadt Attendorn ernannt und „musste somit wegen der Neutralität zu den anderen Fußball- und Sportvereinen der Stadt“ sein Amt als Vorsitzender der SF Dünschede niederlegen.

Eltern beeinflussten seine Berufswahl 

Seine berufliche Laufbahn begann natürlich weit vor 1992. „Nachdem ich mein Abitur am Rivius-Gymnasium gemacht habe, habe ich als Stift (Lehrling) bei der Stadtverwaltung angefangen. Mein erstes Monatsgehalt damals waren 30 D-Mark“, erinnert sich Schauerte schmunzelnd zurück. „Man hat damals klein angefangen und hat sich innerhalb der Stadtverwaltung hochgearbeitet.“ Schauertes Mutter hatte großen Einfluss auf seine Berufswahl: „Mein Vater war Polizist und so hat meine Mutter vielleicht auch gedacht, dass ich im öffentlichen Dienst ganz gut untergebracht bin. Damals hat man das noch nicht ganz allein entschieden. Insofern kann man das schon als Glücksgriff bezeichnen.“ Schauerte machte also seine Hobbys zum Beruf. 

Neben seiner hauptberuflichen Arbeit stand zudem das Ehrenamt beim Kreissportbund (KSB). Seinen Platz als Vorsitzenden bekam Schauerte, als der damalige Kreissportbeauftragte Leo Stickler auf Schauerte zukam und ihn fragte, ob er sich vorstellen könne, dieses Amt zu übernehmen. Nach kurzer Bedenkzeit akzeptierte Schauerte und wurde dann auf der Mitgliederversammlung 1993 in Helden gewählt.

„Für Kinder kann man in der heutigen Zeit nicht genug tun“

Zu den wichtigsten Errungenschaften, die in seiner Amtszeit erreicht wurden, zählt er zum einen die erste Trägerschaft im Offenen Ganztag (OGS), die der KSB im Schuljahr 2005/2006 übernahm. Mittlerweile wurde die Trägerschaft auf sechs Ganztagsgrundschulen im Kreis Olpe ausgebaut. In der Sekundarstufe 1 wurden des Weiteren Kooperationen mit vier Hauptschulen und einer Realschule geschlossen. Zum anderen ist Schauerte wichtig, dass „die Ehrenamtlichkeit immer und egal wo die Unterstützung durch die Hauptamtlichkeit haben muss“. Das ist ihm besonders wichtig. „Für Kinder kann man in der heutigen Zeit nicht genug tun. Um sie an den Sport heranzuführen, braucht man Ehrenamtliche, wir zum Beispiel Übungsleiter. Und diese brauchen dann eben Unterstützung.“

Dass ihm das Wohlergehen von Kindern besonders am Herzen liegt, erkennt man auch daran, dass Wilfried Schauerte einer der beiden Gründer der Jugendspielgemeinschaft Dünschede/Helden ist. 1979 gründete er zusammen mit Bruno Droste die JSG. Und das kostete ihn wohl einige Nerven. Doch das war kein Grund zum Abbruch des Vorhabens. „Es gibt eine Schule in Helden, wo alle hingehen. Warum gibt es also nach der Schule keinen Zusammenschluss der Vereine, wo alle weiterhin zusammen spielen können?“ 

Ehefrau steht ihm immer zur Seite 

Es gab also in seiner aktiven Zeit einige Hindernisse, die es zu überwinden galt. Wie er das geschafft hat? „Ohne meine Frau, mit der ich mittlerweile über 40 Jahre lang verheiratet bin und die mich immer unterstützt hat, wäre das alles nicht möglich gewesen“, verrät Schauerte und lächelt. 

Für all diese Verdienste erhielt Wilfried Schauerte auch einige Auszeichnungen. 1983 erhielt er die silberne und 1993 die goldene Verdienstnadel des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen. 2003 wurde er zum Ehrenmitglied der SF Dünschede ernannt und erhielt die goldene Vereinsnadel. 2011 wurde er mit dem großen Wappenteller des Kreises Olpe und einer Urkunde für langjährige Verdienste im Bereich des Sports und in Ausführung von Ehrenämtern in Sportorganisationen ausgezeichnet. 

KSB-Vorstand schlug seine Ehrung vor 

Doch die größte Auszeichnung erhielt er im vergangenen Jahr. 2018 wurde Schauerte die Sportplakette des Landes NRW überreicht. „Das war für mich schon ein Highlight des Lebens! Nach 25 Jahren war ich der erste aus dem Kreis Olpe, der nach Leo Stickler wieder diese Plakette erhielt.“ Vorgeschlagen für diese Ehrung wurde Schauerte vom Vorstand des KSB. „Mit den Kollegen aus dem Vorstand haben wir diesen Antrag an Wilfried vorbei an den Landessportbund geschickt und dann wurde er auch tatsächlich gewählt“, erzählt Henning Peuters, Geschäftsführer des KSB Olpe. 

Laut Peuters ist dieser Preis auch mehr als verdient: „Wilfried hat maßgeblich dazu beigetragen, dass es jetzt eine Geschäftsstelle mit mehreren hauptberuflichen Mitarbeitern gibt, dass es mit den Ganztagsschulen wunderbar läuft und noch vieles mehr." Nach all den Ehrungen und über 25 Jahren legt Wilfried Schauerte sein Amt beim KSB nieder. „Man muss den Zeitpunkt finden, wann man sagt, jetzt ist genug!“ 

Doch auch ohne offizielles Amt will er den KSB weiterhin „wohlwollend begleiten“ und auch den Sport weiterhin betreiben: „Derzeit macht mein linkes Knie ein wenig Probleme, ich werde immerhin schon 74. Mal sehen, was da noch geht."

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