Mitglieder des LSC bauen eigenes Segelflugzeug

Aus zwei mach eins

Den Traum von einem eigenen Flugzeug erfüllen sich Carsten Behrendt, Sebastian Brögger und Michael Staljan.

Finnentrop. Ein eigenes Flugzeug, ein Traum! Aber auch ein bezahlbarer? Ja, wenn man auch schon mal unkonventionelle Wege geht.

Diesen Traum haben drei Mitglieder des LSC Attendorn/Finnentrop, Carsten Behrendt aus Heggen (Werkzeugmacher), Sebastian Brögger aus Fretter (Maschinenbauingenieur) und Michael Staljan aus Finnentrop (Flugzeugbauer), seit Jahren.

Staljan, der 2008 in einem luftfahrttechnischen Betrieb in England arbeitete, wurden zwei schwerbeschädigte ASW 20, Segelflugzeuge vom deutschen Hersteller Schleicher aus der Rhön, preiswert angeboten.

Nach kurzer Überlegung war für die drei leidenschaftlichen Flieger klar: daraus machen wir eins. Flugs wurde ein Anhänger geliehen, ab auf die Fähre nach England und die beiden, typgleichen Flugzeuge nach Attendorn geholt. Der Zustand der Flugzeuge war bedauerlich.

Arbeit in der spärlichen Freizeit

Grundsätzlich konnten aber die Tragflächen des einen und der Rumpf des anderen wieder hergestellt werden, getreu dem Motto „aus zwei mach eins“. Zuerst wurden die Flugzeugteile vom Lack befreit. Im Segelflugzeugbau kann man kaum Maschinen einsetzen, fast alles ist Handarbeit.

Am Flugplatz in Heggen sah man die drei selten ohne Atemschutzmaske und immer völlig zugestaubt. Schnell war klar, die Schäden sind größer als gedacht, der Wiederaufbau wird lange dauern.

Die Jahre gingen ins Land. Der einzige der drei Flieger, der sowohl das Fachwissen als auch die Berechtigung zur umfangreichen Reparatur hat, Michael Staljan, war berufsbedingt auch nicht immer greifbar. In der spärlichen Freizeit wurde Kunststoffgewebe (GFK), Lage auf Lage, geharzt, die Rumpfform und die Tragflächen wiederhergestellt, die Steuerung instand gesetzt und eine neue Cockpithaube gebaut.

Ende 2012 war das Flugzeug endlich fertig zum Lackieren. Auch das wurde in Eigenregie erledigt. Auf die Grundierung folgte der weiße Decklack, natürlich nicht ohne vorher kleinere Unebenheiten wegzuschleifen. Äußerlich sah es jetzt wieder nach Segelflugzeug aus, die Innenausbauten sollten aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Neue Leitungen wurden gezogen, das Instrumentenbrett aus Kohlefaser laminiert, die Steuerung neu eingestellt und die Verkabelung gemacht. Insgesamt sind bisher mehrere Hundert Arbeitsstunden in das Projekt geflossen.

Ein Ende ist aber in Sicht, momentan sieht es so aus, als ob Mitte Juli 2013 das Flugzeug zum „Erstflug“ in die Luft gebracht werden kann. Damit wird bald ein weiteres Segelflugzeug am Himmel über Attendorn zu sehen sein.

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