Schalke schlägt VfL

Nübel rechtfertigt Vertrauen bei Sieg gegen Wolfsburg

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Alexander Nübel war beim Schalker Sieg gegen Wolfsburg fehlerfrei.

Schalke 04 gewinnt den Rückrundenauftakt gegen den VfL Wolfsburg. Trainer Tedesco überrascht mit einem Torwart-Wechsel. Und Nübel ist am Ende der Gewinner.

Gelsenkirchen – Beim obligatorischen Gang vor die Nordkurve hallte es Sprechchöre. Die königsblauen Fans feierten Ralf Fährmann. Den Kapitän, der gar nicht auf dem Platz gestanden hatte. Denn für viele überraschend hatte Schalkes Cheftrainer Domenico Tedesco den 30-Jährigen auf die Bank verbannt und beim hart erarbeiteten 2:1 (1:1)-Sieg des Vize-Meisters gegen den VfL Wolfsburg dem 22 Jahre jungen Alexander Nübel das Vertrauen geschenkt.

Kapitän Fährmann habe „hochprofessionell“ reagiert, wie Tedesco berichtete. „Natürlich war er enttäuscht, das gehört dazu. Aber er hat eine halbe Stunde später in der Mannschaftsbesprechung direkt das Wort ergriffen und Impulse gegeben – so, wie wir ihn kennen. Das brauchen wir auch.“

Dennoch habe sich Tedesoco sportlich gegen Fährmann entschieden, den er stets, trotz einiger Wackler, immer vor Kritik geschützt hatte. Doch der Chefcoach hatte im Winter angekündigt, jeden Stein umzudrehen – und machte eben auch bei der Torhüter-Position keine Ausnahme.

"Kopf nicht komplett frei"

„Die Entscheidung ist uns extrem schwer gefallen“, erklärte der Trainer. „Ralle hatte zuletzt ein paar Unsicherheiten. Bei uns entstand das Gefühl, dass sein Kopf nicht komplett frei ist. Hinzu kommen die guten Leistungen von Alexander Nübel bei seinen Einsätzen in der Hinrunde und im Training. All dies hat uns dazu bewogen, diese Entscheidung zu treffen.“ Und Fährmann? Der zeigte sich tatsächlich professionell. Klatsche nach dem wichtigen Dreier gegen die Niedersachsen jeden seiner Mitspieler ab. Auch Nübel, den er in den Arm genommen und zu seiner Leistung gratuliert hatte.

Kommentar: Torwart-Wechsel von Fährmann zu Nübel war überfällig

Die Entscheidung pro Nübel war dabei alles andere als falsch. Denn es dauerte gerade einmal fünf Minuten, dass die Anhänger in der Nordkurve den U21-Nationaltorwart mit den ersten Sprechchören des Abends gefeiert hatten. Nübel reagierte bei einem Kopfball von Admir Mehmedi aus gut fünf Metern herausragend und blitzschnell, verhinderte somit einen möglichen frühen Rückstand der Königsblauen. Nur wenig später zeigte er erstmals im Duell mit dem VfL, dass er auch die schnelle Spieleröffnung besser beherrscht als Fährmann. Die Pässe kamen oft an.

Der doppelte Caligiuri: Schalke besiegt VfL Wolfsburg mit 2:1

Und es lief noch besser für Nübel und Co. Daniel Caligiuri verwandelte einen von William an Alessandro Schöpf verursachten Strafstoß sicher zur 1:0-Führung für Schalke (8.). Kurz darauf verzog Steven Skrzybski und vergab das mögliche zweite Tor für die Gastgeber. Der Anfang eines Fußball-Festes? Mitnichten. Statt Sicherheit zu gewinnen, wurden die Königsblauen zunehmend passiver. Schalteten in den Verwaltungs-Modus, ohne Zugriff auf den Gegner zu finden.

System-Umstellung bringt Besserung

Die Wölfe bestraften dies mit dem Ausgleich nach 20 Minuten: Der völlig blanke Mehmedi visierte zunächst den langen Pfosten an, ehe Elvis Rexhbecaj den Abpraller zum 1:1 verwertete. Nübel traf dabei keine Schuld. Er verhinderte sogar noch den Rückstand, als er gegen Yannick Gerhardt zur Stelle gewesen war. „Uns hat gefehlt, noch zwingender Richtung Tor zu gehen, weil man gemerkt hat, dass Schalke gewackelt hat“, analysierte VfL-Trainer Bruno Labbadia.

Das erkannte auch Tedesco („Wir hatten das Gefühl, dass wir erstickt werden.“) und stellte von 4-3-3 auf 3-5-2 um – mit Erfolg. Königsblau kam besser aus der Kabine, was allein die Chancen von Mark Uth (50./Pfosten) sowie Sebastian Rudy (51./Latte) belegten. Schalke war im zweiten Abschnitt die bessere Mannschaft und ging erneut in Führung – nach einem gut ausgespielten Konter, den Weston McKennie eingeleitet und auch den entscheidenden Pass gespielt hatte: Caligiuri traf in den Winkel (78.). Der Matchwinner, wie Bastian Oczipka dem ehemaligen Wolfsburger während des Interviews zurief. Aber das wollte Caligiuri so nicht stehen lassen: „Das ganze Team ist Matchwinner.“

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Quelle: wa.de

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