Verwunderung um Fitness und mehr

Rätsel um Rudy auf Schalke

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Stimmt die Chemie zwischen Sebastian Rudy (links) und S04-Coach Domenico Tedesco?

Sebastian Rudy kommt auf Schalke noch nicht in Fahrt. Immer wieder wird um seine Fitness diskutiert, der Nationalspieler selbst widerspricht. Das Rudy-Rätsel.

Gelsenkirchen - „Mit seinen Qualitäten und Erfahrungen wird er unseren zum Teil sehr jungen Kader bereichern und kann uns direkt weiterhelfen.“ Worte, die Schalkes Trainer Domenico Tedesco mit Blick auf die Verpflichtung von Nationalspieler Sebastian Rudy wählte. Doch zur Überraschung vieler spielt der 28-Jährige bislang kaum eine Rolle bei Königsblau. Das große Rudy-Rätsel.

Zumal die Haupt-Protagonisten nach Außen hin unterschiedlicher Auffassung sind darüber, warum der Nationalspieler (noch) nicht der erhoffte Leader auf Schalke ist. Tedesco und Co. verwiesen auf die fehlende Fitness des Mittelfeldspielers.

In einem Bild-Interview erklärte der Chefcoach: „Wir wussten schon, dass er für seine Qualität wenig gespielt hat.“ Aber er habe „hier alle Tests und Checks gemacht. Wir hätten ihn anders aber auch gar nicht bekommen. Wenn ein Spieler bei Bayern im Saft steht und jedes Spiel macht, kostet er wahrscheinlich 40 Millionen Euro – und ist nicht zu bekommen.“

Rudy, für 16 Millionen Euro gekommen, reagierte zuletzt verwundert: „Ich bin topfit, kann 90 Minuten laufen.“

Fitness-Defizite offensichtlich

Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo in der Mitte liegen. Fakt ist: Rudy ist nicht die erhoffte Sofort-Hilfe im Mittelfeld-Zentrum. Genauso offensichtlich sind aber auch die Fitness-Defizite. Anders ist nicht zu erklären, warum Rudy vor allem in seinen ersten Partien für Königsblau wegen Krämpfen ausgewechselt werden musste. Obwohl er – mit Ausnahme der Anfangsphase aufgrund des verlängerten WM-Urlaubs – beinahe die gesamte Vorbereitung beim FCB mitmachte.

Tedesco hat in seiner Amtszeit auf Schalke schon bei einigen Spielern bewiesen, dass ihm es gelingt, sie behutsam aufzubauen und dahin zu führen, dass sie auf dem Rasen tatsächlich eine Waffe sind. „Basti hat vier, fünf Monate kein Spiel über 90 Minuten gemacht. Uns ist klar, dass er seine Zeit braucht, um bei 100 Prozent zu sein“, erklärte er.

In puncto Fitness. Aber auch in taktischer Hinsicht. Was wiederum miteinander zusammenhängt. Denn das Schalker Spiel – vor allem gegen den Ball – ist anders ausgelegt als das der Münchner. Intensiver. Mit stärkerem Pressing. Höherer Laufbereitschaft. „Die taktischen Prinzipien und die Ausrichtung zu verinnerlichen, braucht seine Zeit“, meinte Tedesco.

Noch nicht für mehr empfohlen

Für Rudy offenbar kein Grund, aufgrund der Rotation wenig auf dem Platz zu stehen. Seine Ansprüche sind größer als 18 Minuten in den vergangenen sieben Liga-Duellen. Und auch in seinen Champions-League-Auftritten hat er sich nicht gerade für mehr empfohlen: „Wenn man nur jedes zweite Spiel zum Einsatz kommt, ist es schwierig. Wenn man wie ich zu einem neuen Verein kommt, ist Spielpraxis umso wichtiger, um rein zu finden.“

Weil Trainer und Spieler dahin gehend wohl unterschiedlicher Auffassung ist, gab es nach der Rückkehr des 28-Jährigen von der Länderspielreise ein Gespräch mit Tedesco.

Der Coach kommentierte das zwar vor dem Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg (18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) nicht genau, erklärte aber seine Prinzipien, nach denen er aufstellt: „Es ist die Mischung daraus, wie fit ein Spieler ist, wie frisch er ist und in welcher Lage er ist, uns etwas im Spiel und im Training zu geben.“

Bentaleb macht seine Sache gut

Der Verweis, dass Nabil Bentaleb es auf der Sechs zuletzt „super gemacht“ habe, unterstreicht, dass Tedesco bei Rudys Werten wohl nicht gänzlich einverstanden ist.

Dennoch ist er davon überzeugt, dass Rudy schon bald so helfen kann, wie sie sich es alle erhofft hatten: „Basti ist für uns ein sehr wertvoller Spieler und wird es auch in den nächsten Wochen unter Beweis stellen. Vor der Länderspielpause war die Tendenz so, dass wir sagen, von Spiel zu Spiel können wir dem Jungen immer mehr vertrauen.“

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Quelle: wa.de

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