Mit viel Glück weiter

Grusel und Dusel an Halloween: Das Schalker Spiel wird einfach nicht besser

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Alexander Nübel parierte den ersten, Mark Uth (oben) verwandelte den letzten Elfemter.

Erst im Elfmeterschießen erreicht der FC Schalke 04 in Köln das Achtelfinale. Das Team von Domenico Tedesco ist weiter auf der Suche nach Spielkultur.

Köln – Als ausgerechnet der gebürtige Kölner Mark Uth den entscheidenden Elfmeter verwandelt hatte, liefen die Schalker Spieler dann doch noch jubelnd über den Platz. Diesen Jubel frenetisch zu nennen, wäre allerdings übertrieben gewesen. Es war eher eine etwas verhaltende Freude angefacht von der Erleichterung, nachdem eine erneut grauenvoll spielende Schalker Mannschaft den tapferen Zweitligisten 1. FC Köln erst im Elfmeterschießen mit 6:5 (das Spiel zum Nachlesen im Live-Ticker) besiegen konnte. Vielleicht war dem ein oder anderen Schalker dieser Erfolg sogar ein wenig unangenehm.

Kölns Coach Markus Anfang empfand die Niederlage seiner Mannschaft „wahnsinnig bitter, weil wir über weite Phasen des Spiels die klarere Mannschaft waren“, wie es der 44-Jährige formulierte. Schalkes Trainer Domenico Tedesco lobte sein Team trotz aller Schwächen vor allem dafür, dass sie „mit Wucht und Mentalität“ zurück gekommen war. Eine an diesem Abend recht eigenwillige Interpretation.

Der Arbeitsplatz des Trainers ist nicht sicherer geworden

Denn nach der Vorstellung in Köln ist der Arbeitsplatz von Domenico Tedesco nicht unbedingt sicherer geworden. In der Bundesliga auf einem Abstiegsplatz, im DFB-Pokal mit Mühe, Not und Glück im Achtelfinale – lediglich in der Champions League haben die Schalker bislang die Erwartungen einigermaßen erfüllen können. Die Luft wird dünn für den Deutsch-Italiener, der für viele in der vergangenen Saison noch den Eindruck erweckt hatte, dass er übers Wasser des Bergers See laufen könnte. Der 33-Jährige schien am Halloween-Abend entzaubert, während die Mannschaft bei den Fans durch ihr erneut gruseliges weil uninspiriertes Auftreten trotz des Erfolges Angst und Schrecken verbreitete.

Aneinanderreihung von Einzelaktionen

Das Schallker Spiel bestand in erster Linie aus einer Aneinanderreihung von Einzelaktionen, die in ihrer Summe kein großes Ganzes ergaben. Im Gegenteil. Auch in Köln änderte Tedesco wie schon in vielen Spielen auf einer Vielzahl von Positionen, dieses Mal waren es im Vergleich zum 0:0 bei RB Leipzig gleich sechs neue Spieler in der Stammformation. Sicherlich ein Grund dafür, dass bei den Knappen erneut kein Spielfluss aufkam.

Die Kölner waren kurz vor der Pause (43.) zwar glücklich, aber verdient in Führung gegangen als Schalkes Innenverteidiger Salif Sané einen Schuss abfälschte und Fährmann-Vertreter Alexander Nübel ohne Chance blieb. Im zweiten Durchgang hatten es die Gastgeber dann verpasst, frühzeitig den Deckel drauf zu machen. Die Schalker kamen fast nur durch Standardsituationen zu gefährlichen Torszenen, hatten aber auch mehrere Freistöße aus aussichtsreicher Position nicht nutzen können. So schien alles auf einen knappen 1:0-Sieg der Kölner hinaus zu laufen, ehe Schiedsrichter Harm Osmers in der 87. Minute ein Handspiel von Rafael Czichos erkannte. Der eingewechselte Nabil Bentaleb ließ Timo Horn beim folgenden Strafstoß kurz vor Schluss keine Chance.

Uth entgeht dem Platzverweis

Die Kölner waren auch in der Verlängerung näher am Siegtreffer, doch rutschte Serhou Guirassy (118.) knapp am Ball vorbei. Zudem entging Mark Uth nur knapp der gelb-roten Karte. So kam es zum Elfmeterschießen, in dem die Schalker dann die besseren Nerven und Alex Nübel hatten, der sofort den ersten Schuss gegen den Ex-Schalker Marco Höger parierte. Während sich die Schalker nur einen Fehlschuss durch Bentaleb leisteten, vergab für Köln auch Dominick Drexler.

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Quelle: wa.de

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