Schalke 04

Tönnies bleibt der Boss: "Die Arbeit geht erst los"

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Clemens Tönnies bleibt im Aufsichtsrat von Schalke 04.

Die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 verläuft nahezu harmonisch. Clemens Tönnies bleibt im Aufsichtsrat, Kritik bekommt fast nur Christian Heidel ab.

Update 1. Juli, 12.36 Uhr: Clemens Tönnies nach seiner Wiederwahl wie erwartet auch Vorsitzender des Schalker Aufsichtsrates. Das beschloss das Gremium am Sonntag nach der Mitgliederversammlung auf der konstituierenden Sitzung. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Dr. Jens Buchta.

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Die weiteren Ausschüsse des Aufsichtsrates:

  •  Wirtschaftsausschuss: Clemens Tönnies, Dr. Jens Buchta, Ulrich Köllmann
  • Eilausschuss für sportliche Entscheidungen: Clemens Tönnies, Peter Lange, Huub Stevens
  • Beteiligungsausschuss der Gesellschaften: Uwe Kemmer, Heiner Tümmers
  • Dem Aufsichtsrat gehören zudem an: Sergey Kupriyanov, Dirk Metz, Moritz Dörnemann, Professor Dr. Stefan Gesenhues

Tönnies auf harmonischer Schalker Mitgliederversammlung wiedergewählt

Gelsenkirchen – Es hätte wohl kaum einer gedacht, aber die fünfstündige Mitgliederversammlung auf Schalke verlief recht harmonisch. Der große Zoff, den der eine oder andere im Vorfeld wohl erwartet hatte, blieb aus. Es lief fast schon harmonisch, weshalb Clemens Tönnies gewohnt entspannt zum Abschluss der Sitzung das Vereinslied singen konnte.

Der 63-Jährige wurde mit einem starken Ergebnis von den 9568 stimmberechtigten Mitgliedern erneut in den Aufsichtsrat des Klubs gewählt. Auf Tönnies entfielen 5599 Stimmen. Auch Peter Lange ist erneut im Gremium (4043). Die Herausforderer Matthias Rüter (3647) und Ingolf Müller (1341) scheiterten.

Hier und da mal kritische Töne gegen den mächtigen Klub-Boss, aber alles im gewöhnlichen Rahmen. „Ich habe es im Vorfeld gespürt, dass die Fans die Ausrichtung mit Sportvorstand Jochen Schneider und unserem Technischen Direktor Michael Reschke akzeptieren“, erklärte der Klub-Boss, der mit seiner Offenheit und klaren Worte punktete. „Ich bin nicht derjenige, der abhaut. Ich bin der, der anpackt.“

Immer wieder Seitenhiebe gegen Heidel

Auch wenn sie weitgehend verhalten war, gab es Kritik. Vor allem in den Aussprachen seitens der Anhänger – vor den Wahlen, wofür auf Antrag sogar die Tagesordnung umgestellt werden musste. Der Großteil richtete sich allerdings an Ex-Sportvorstand Christian Heidel, den Tönnies vor drei Jahren an gleicher Stelle als Heilsbringer vorgestellt hatte – und der grandios scheiterte.

Mitgliederversammlung auf Schalke

Auch wenn den Namen auf dem Podium niemand nannte, verteilten auch die Schalker Verantwortlichen deutliche Seitenhiebe gegen Heidel. Finanz-Vorstand Peter Peters meinte mit Blick auf die Floskel, dass Geld Tore schieße: „Wir haben ausreichend Geld zur Verfügung gestellt, gebracht hat es nichts.“ Tönnies erklärte, Verantwortung zu übernehmen „dafür, jemandem das Vertrauen gegeben zu haben, damit er das macht, was Jochen jetzt umsetzt.“ Was so viel bedeutet wie: Eigentlich hätte Heidel genau das machen sollen.

Immerhin wurde deutlich, dass die Verantwortlichen auf Schalke aus diesen drei Jahren – es sind in vielerlei Hinsicht durchaus verlorene – ihre Lehren ziehen. In etwa bei Transfers. Der Aufsichtsrat habe gefordert, dass von nun an alle drei – gemeint sind Schneider, Reschke und Trainer David Wagner – „zu 100 Prozent hinter einer Verpflichtung stehen müssten und nicht einer, wie es in der Vergangenheit der Fall war, sagt: 'Eigentlich wollte ich ihn nicht‘, meinte Tönnies.

Schneider will Zeichen setzen

Ohnehin war es den Schalkern bei der Planung der Veranstaltung gelungen, kaum schlechte Stimmung aufkochen zu lassen. Sie feierten Jahrhunderttrainer Huub Stevens für die Rettung oder verkündeten den Transfer von Abwehr-Talent Ozan Kabak aus Stuttgart beziehungsweise die Vertragsverlängerung von Weston McKennie. „Es war für uns ein enorm wichtiges Zeichen, dass er sich zum Verein bekennt“, meinte Schneider: „Ich hoffe ,dass dieses Zeichen auch noch auf andere Spieler ausstrahlt.“ Und die Wertschätzung zeige. „Es ist wichtig, einen Draht zu den Jungs zu haben“, sagte der Sportchef. Auch, um eigene Talente wie Joel Matip, Sead Kolasinac, Max Meyer oder Leon Goretzka nicht ablösefrei ziehen lassen zu müssen. Alles unter Heidel. „Ich werde alles dafür tun, dass so etwas nicht passiert“, sagte Schneider, der als nächstes um die Vertragsverlängerung mit Keeper Alexander Nübel kämpfen will.

Wie Tönnies und Co., die Schalke mittelfristig wieder nach Europa führen wollen. „Die Arbeit“, kündigte der Klub-Boss voller Tatendrang an, „geht erst los.“ Aber: „Niemand geht davon aus, dass wir nächstes Jahr international mitspielen. Wir können durchaus mithalten, aber wir werden es verhaltener tun.“

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Quelle: wa.de

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