Nach Berufung von Uth und Rudy

Klare Worte vom Schalke-Chef: Heidel kritisiert die Nations League

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Mark Uth (links) und Sebastian Rudy beim Training der Nationalmannschaft in der vergangenen Woche.

Schalkes Sportvorstand hält von der neugegründeten Nations League nicht besonders viel. Auch, weil das Wechselkontingent nun begrenzt ist.

Gelsenkirchen – Domenico Tedesco ist zwar im italienischen Rossano, einer Kleinstadt in Kalabrien, geboren, doch hegt er für Deutschland natürlich einen gewissen Patriotismus. Wobei der Name ja fast schon eine Verpflichtung ist, „Tedesco“ heißt übersetzt schließlich „Der Deutsche“. So empfand der 33-Jährige, der im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland kam, auch einen gewissen Stolz, als zwei seiner Spieler von Bundestrainer Joachim Löw für die beiden jüngsten Länderspiele nominiert worden waren. Zwei Spieler, für die die Saison im Schalker Trikot bislang noch nicht nach Wunsch verlaufen war: Sebastian Rudy und Mark Uth.

„Eine Berufung für das DFB-Team ist ein Qualitätssiegel für jeden Spieler, weshalb ich mich darüber freue, wenn sie nominiert werden“, sagt der Schalker Cheftrainer. Andererseits gibt Tedesco auch zu: „Ich hätte jeden Spieler am liebsten bei mir.“ Vor allem in jener vertrackten Phase, in denen die Schalker nach ihrem Katastrophenstart mit fünf Niederlagen in Folge stecken, hätte der 33-Jährige sicherlich die Länderspielpause gerne dazu genutzt, die beiden erst im Sommer verpflichteten Profis weiter in das Schalker Spiel zu integrieren, in dem sie bislang oftmals wie ein Fremdkörper gewirkt hatten.

Rudy kam in beiden Spielen gar nicht zum Einsatz

Während der im Sommer von FC Bayern München verpflichtete Rudy von Löw in den Spielen gegen die Niederlande (0:3) und Frankreich (1:2) gar nicht berücksichtigt worden war, kam Uth zumindest in Amsterdam zum Einsatz. 

Zwar setzte der 27-Jährige auch in der Johan-Cruyff-Arena seine Torflaute fort. Doch nicht nur nach Einschätzung von Tedesco zeigte der zweitbeste deutsche Scorer der vergangenen Saison ein ansprechendes Debüt im Nationaltrikot. „Er hat es gut gemacht, er hat sich aufgerieben“, sagt Tedesco, der weiterhin keine Zweifel am Neuzugang von 1899 Hoffenheim hat: „Der Knoten wird platzen, und dann wird Mark Uth wieder ins Rollen kommen.“

Keine Kritik an Joachim Löw

Auch Christian Heidel sieht die Nominierung der beiden Schalker Spieler fürs DFB-Team mit gemischten Gefühlen. Dass die Berufung – wie im Fall von Rudy, der überhaupt nicht zum Einsatz gekommen war - „für einen Vereinstrainer unbefriedigend ist, ist ja völlig normal“, sagt der Schalker Sportvorstand. „Ich wäre allerdings der Letzte, der Jogi Löw dafür kritisieren würde“, sagt Heidel. 

Sein Unzufriedenheit richtet sich eher an die neu gegründete Nations League. Die Spiele in dieser von der Uefa geschaffenen, künstlichen Liga haben ihren Testspiel-Charakter verloren. „Jetzt kann man nur noch drei Mal wechseln, weil es sich plötzlich um Pflichtspiele handelt“, sagt Heidel und ergänzt: „Ich habe mich immer ganz klar dahingehend positioniert, dass ich von diesem Wettbewerb nichts halte.“

Wie sein Cheftrainer auch hat allerdings auch Heidel keinerlei Zweifel, dass sowohl Mark Uth und Sebastian Rudy in absehbarer Zeit wieder jene Leistungen bringen, wegen der sie von den Schalkern verpflichtet worden sind. Vielleicht ja schon im kommenden Heimspiel gegen den SV Werder Bremen am Samstag (18.30 Uhr), in dem die Schalker weiter daran arbeiten wollen, ihren Katastrophenstart möglichst schnell wieder auszubügeln.

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Quelle: wa.de

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