Unsägliche Art und Weise

Kommentar: Ganz das alte Schalke

Manager Christian Heidel (l.) änderte seine Meinung und setzte Trainer Markus Weinzierl vor die Tür.
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Manager Christian Heidel (l.) änderte seine Meinung und setzte Trainer Markus Weinzierl vor die Tür.

Gelsenkirchen - Die Art und Weise, wie es zur Entlassung von Markus Weinzierl gekommen ist, erinnert wieder an der alte Schalke. Jetzt muss auch Manager Christian Heidel liefern. Ein Kommentar.

Es sollte ein „neues Schalke“ werden, das Manager Christian Heidel gemeinsam mit seinem Wunschtrainer Markus Weinzierl aufbauen wollte, als die beiden ihre Posten im vergangenen Jahr antraten. Ein Schalke ohne Skandale, Streit und negative Schlagzeilen. Ein Schalke des Aufbruchs und Erfolgs. Eine Saison später kann ein Rückfall in sehr alte Schalker Zeiten konstatiert werden.

Der Rauswurf von Weinzierl mag am Ende unabwendbar gewesen sein, doch wie er über die Bühne ging, war unsäglich. Noch kurz nach der Saison hatte Heidel dem Coach den Rücken gestärkt und es wiederholt als „sehr, sehr unwahrscheinlich“ bezeichnet, dass sich der Verein nach der geplanten Saisonanalyse von Weinzierl trennen werde.

Egal, ob es bei der Aussprache zum endgültigen Zerwürfnis gekommen sein mag oder sich Weinzierl der Kritik an seiner Arbeit verweigert hat – unter dem Strich steht letztlich nicht nur eine weitere Trainer-Entlassung auf Schalke. Sondern auch die Tatsache, dass Heidels Glaubwürdigkeit weitere, tiefe Kratzer bekommen hat.

Alarmierende Zeichen ignoriert

Außerdem hat der Sportvorstand einige alarmierende Zeichen zu lange ignoriert. Die Klagen aus dem Mannschaftskreis, dass der Trainer in Sachen Kommunikation und Miteinander doch einige Schwächen hat, gibt es schon länger.

Die despektierlichen Aussagen von Yevhen Konoplyanka, der Weinzierl vor ein paar Tagen öffentlich als „Feigling“ beleidigte, sowie vom abwanderungswilligen Max Meyer haben gezeigt, dass das Binnenklima in der Kabine nicht das beste gewesen ist.

Der Sportvorstand steht nun enorm unter Druck. Und mit der Verpflichtung von Domenico Tedesco als Weinzierls Nachfolger geht Heidel extrem großes Risiko.

Der 31-Jährige mag zwar Jahrgangsbester bei der Trainerausbildung gewesen sein, doch wie man sich im blauweißen Haifischbecken bewegen muss, wird beim DFB nicht auf dem Lehrplan gestanden haben. Scheitert auch er, wird er wohl auch Heidel mit in den Abgrund ziehen.

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