Nach Heidels Rückzug

Jetzt nimmt auch der Gegenwind für Tedesco zu

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Schalkes Trainer Domenico Tedesco ist nach dem Rückzug vom Sportvorstand Christian Heidel umso mehr gefordert.

Mit Christian Heidel geht der Förderer von Schalkes Trainer Domenico Tedesco. Nun ist der 33-Jährige umso mehr gefordert.

Mainz – Domenico Tedesco war kreidebleich. Sein Blick war leer. Er kämpfte mit den Tränen. Schalkes Trainer war und ist sichtlich mitgenommen. Erst die Nachricht vom Abschied seines Förderers Christian Heidel, die er am Freitag erhalten hatte. Dann der Offenbarungseid seines Teams, der die Stimmung bei den Fans kippen ließ. „Wir wollen euch kämpfen sehen“ und „Außer Nübel könnt ihr alle gehen“, skandierten die mitgereisten Anhänger.

Pfeifkonzert. Beschimpfungen. Fliegende Bierbecher. Bei der 0:3-Niederlage in Mainz präsentierten sich die Königsblauen zu ängstlich. Mutlos. Ideenlos. Körperlos. Wehrlos.

Ein erschreckender Zustand des auf Rang 14 abgestürzten Vize-Meisters. Abstiegskampf statt Wettrennen um Europa ist der Status quo. „Das war einfach in allen Bereichen zu wenig“, räumte der niedergeschlagene Coach ein.

Auch der Trainer machte nicht alles richtig

Nun, nach Heidels Rückzug, ist der 33-Jährige mehr denn je gefordert und im Fokus. Der Manager, der ihm immer Rückendeckung gegeben hat, ist weg. „Es ist sehr traurig für mich, weil er ein super Mensch ist“, sagte Trainer Tedesco: „Er hat mich als unbekannten Zweitliga-Trainer geholt und mir die Möglichkeit gegeben, hier zu arbeiten.“

Jetzt stellt sich immer mehr die Frage, wie lange er das noch darf. Unbekannt ist Tedesco längst nicht mehr. Aber er ist nun in einer Situation, die er in seiner jungen Karriere so nicht erlebt hat, ziemlich auf sich alleine gestellt. Und muss nun liefern.

Auch wenn Heidel der Gesamtverantwortliche in der Zusammenstellung des offensichtlich nicht homogenen Kaders war: Tedesco hat daran auch seinen Anteil. Allen voran beim Missverständnis des Königstransfers Sebastian Rudy, der in erster Line auf die Kappe des Trainers geht.

Keine Alibis mehr auf Schalke

Tedesco muss liefern, Alibis im Verein gibt es nun keine mehr. Das wird aber nicht von heute auf morgen gehen, das werden die Klub-Verantwortlichen wissen. Zunächst geht es darum, die Fans mit Mentalität und Einsatz zurückzugewinnen und die Saison so gut wie eben möglich zu Ende zu bringen.

Bilder vom Schalker Untergang in Mainz

Im Sommer muss dann einmal mehr tabula rasa folgen, um eine homogene, hungrige Mannschaft zusammenzustellen. Ob mit oder ohne Tedesco, liegt auch an den folgenden Auftritten. Einen solchen mit Defiziten vorne wie hinten beim 0:3 in Mainz darf er sich nicht mehr erlauben.

Tedescos dunkelster Tag

Für Tedesco war es in der Gesamtkonstellation der dunkelste Tag als Schalkes Coach: „Wir haben schon einige schwierige Momente gehabt, aber heute fühlt es sich extrem schwierig an. Das müssen wir erst einmal sacken lassen.“

Auch die Tatsache, dass der Gegenwind für ihn selbst zunehmen wird – ohne Heidel an seiner Seite. „Ich persönlich denke schon, dass er der richtige Mann ist. Er hat uns schon weitergebracht. Natürlich haben wir aktuell eine schwierige Situation. Er ist natürlich noch ein junger Trainer“, erklärte Schalkes Linksverteidiger Bastian Oczipka: „Aber wir müssen zusammen aus der Situation herauskommen.“

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Quelle: wa.de

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