Schalke 04

Tedesco lässt Kritik abprallen und stellt einiges klar

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Domenico Tedesco ist seit Sommer 2017 Cheftrainer von Schalke 04.

Schalke 04 und Trainer Domenico Tedesco standen wegen des Anti-Fußballs beim Remis in Leipzig scharf in der Kritik. Der Coach lässt sie abprallen und stellt einiges klar.

Gelsenkirchen - Eines wollte Domenico Tedesco klarstellen. Denn dem Trainer von Schalke 04 war nicht entgangen, wie sehr das destruktive Auftreten seiner Mannschaft am Sonntag beim 0:0 in Leipzig kritisiert worden war. Das wollte er jedoch so nicht stehen lassen: „Ich muss der Mannschaft eher ein Kompliment machen, dass sie in dieser Phase und dann auch noch bei so einem Gegner so flexibel auftritt“, erklärte der 33-Jährige.

Was er damit meinte? Vier Tage zuvor hatten die Königsblauen in der Champions League bei Galatasaray Istanbul (0:0) noch ein anderes Gesicht gezeigt und tatsächlich auf spielerische Lösungen gesetzt. „Wir hatten dort mit einem sehr guten Ballbesitz und einer guten Raum-Aufteilung einen super Fußball gespielt und zahlreiche Torchancen kreiert – auch wenn uns das Tor natürlich gefehlt hat“, führte Tedesco aus.

Dass Schalke bei den Sachsen dann viel auf zweite Bälle spekuliert hatte, sei kein Geheimnis. Aber genau diese Stärke stellte der Chefcoach in den Vordergrund: „Mit nahezu der identischen Mannschaft spielen wir vier Tage später in Leipzig, und diese Mannschaft ist in der kurzen Zeit in der Lage, ein anderes Gesicht zu zeigen, weil wir uns auf den Gegner vorbereiten. In unserer jetzigen Situation war das in Leipzig genau der richtige Weg.“

Klaus Fischer kritisiert

Eine Meinung, die so nicht jeder teilt. Schalkes Stürmer-Legende Klaus Fischer (68) etwa klagte via WAZ: „Meine Welt ist das nicht mehr. Das ist nicht mein Fußball, nur lange Bälle aus der Abwehr nach vorne zu schlagen und dann hinterher zu laufen. Du musst doch versuchen, von hinten heraus nach vorne zu spielen. Doch wenn es so gewollt ist, dann ist es eben so. Was dabei herauskommt, sehen wir ja: Sieben Punkte nach neun Spielen.“

Dabei wollte Tedesco mit den Königsblauen nach der Vize-Meister-Saison eigentlich den nächsten spielerischen Schritt gehen, musste dann aber umdenken. „Du verlierst direkt zu Beginn fünf Spiele in Folge. Dass wir dann auch defensiv nicht die beste Stabilität hatten, war klar“, meinte der 33-Jährige.

Auch den Eindruck, nach Außen hin jedes nicht verlorene Spiel oder jeden noch so unansehnlichen Auftritt als Fortschritt zu bezeichnen, relativierte er etwas: „Wenn wir nach so einem Beginn defensiv gut stehen, ist das ein kleiner Schritt. Aber dass wir in Richtung des gegnerischen Tores noch Luft nach oben haben, ist natürlich klar.“

In Köln müssen Tore her

Genauso klar ist ihm, dass die Torflaute im Pokal-Duell am Mittwoch beim 1. FC Köln (18.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) enden muss, um das Achtelfinale des Wettbewerbs zu erreichen – außer die Knappen spekulieren von vornherein aufs Elfmeterschießen. „Nee“, wiegelte Tedesco ab. „Wir wollen definitiv unser Tor machen. Wenn nicht eins, dann mehr. Wir wollen das Spiel nach 90 Minuten gewinnen. Aber wir sind natürlich auf alles gefasst.“

Ob sich der Tabellenführer der zweiten Liga auf einen Schalker Auftritt à la Leipzig oder eher à la Istanbul – was angesichts der Rollenverteilung logischer erscheint – gefasst machen muss, ließ der Cheftrainer der Königsblauen offen. „Es kommt auch ein bisschen auf den Gegner an, aber viel mehr auch darauf, welche Spieler wir auf dem Platz haben und was wir bereit sind zu spielen“, erklärte Tedesco: „Lassen Sie sich da mal überraschen.“

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Quelle: wa.de

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