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FC Schalke 04: Geschichte, Erfolge und prägende Persönlichkeiten

FC Schalke 04: Geschichte, Erfolge und prägende Persönlichkeiten
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Der FC Schalke 04 gehört zu den berühmtesten Sportvereinen Deutschlands. Wir stellen den Malocher-Klub aus dem Ruhrgebiet vor.

  • Der FC Schalke 04 wurde am 4. Mai 1904 gegründet.
  • Zahlreiche Erfolge und Persönlichkeiten haben den Verein geprägt.
  • Seit 2019 ist besitzt S04 die zweithöchste Mitgliederzahl der Bundesliga.

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 gehört nach wie vor zu den erfolgreichsten Fußballvereinen in Deutschland. Die Beleibtheit des Vereins geht dabei weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus. Hinter dem FC Bayern hat der Fußballclub Gelsenkirchen-Schalke 04 e. V. - so der vollständige Name - die meisten Mitglieder aller Bundesliga-Klubs. In diesem Text beleuchten wir den Klub ausführlich.

FC Schalke 04: Gründung, Entwicklung und Vereinsfarben

Die Geschichte besagt: Einst trafen sich einige Jungs bei Heinrich Kullmann im Garten, im Schatten der Zeche Consolidation im stark vom Bergbau geprägten Industriedorf Schalke. Insgesamt waren es zehn Jungs im Alter von 12 bis 14 Jahren, allesamt Schüler und Lehrlinge auf der Zeche und bei der Herdfabrik Küppersbusch.

Sie spielten alle in einer Fußball-Straßenmannschaft und hatten einen Traum: gegen den Lokalrivalen "Spiel und Sport 1896" zu spielen. Um das verwirklichen zu können, gründeten sie an jenem 4. Mai 1904 den Klub, der erst den Namen "Westfalia Schalke" trug.

Die Vereinsfarben waren zunächst rot und gelb. Es haperte jedoch daran, Mitglied im Westdeutschen Spielverband zu werden - die Voraussetzung, um gegen andere Vereine spielen zu dürfen. Doch der bürgerlich geprägte Verband traute den jungen Männern eine kontinuierliche Entwicklung des Klubs aus dem Arbeitermilieu nicht zu.

Als Konsequenz schloss sich Westfalia Schalke 1912 als Spielabteilung dem bürgerlichen "Turnverein Schalke 1877" an. Mit der neuen Identität folgten im November 1913 die neuen Vereinsfarben: blau und weiß.

In den 1920ern taucht der Vereinsname "FC Schalke 04" erstmals auf

In den Folgejahren reiften bei den Fußballern die Überlegungen, sich vom Turnverein zu trennen. Sie tagten in dieser Causa am 5. Januar 1924 und entschieden sich, künftig als FC Schalke 04 aufzulaufen. Das 04 war ein Muss, um zu zeigen, dass es sie schon lange gibt - seit 1904 eben.

Seine größten Erfolge feierte der Klub in der Zeit des Nationalsozialismus. Abgesehen von 1936, als im Halbfinale Endstadion war, erreichte der FC Schalke 04 zwischen 1933 und 1942 jedes Mal das Finale um die Meisterschaft. Sechs der neun Endspiele entschied Königsblau für sich: 1934, 1935, 1937, 1940 und 1942 brachten die die Knappen die Viktoria, die Trophäe des Deutschen Meisters, an den Schalker Markt. 1937 gewannen die Schalke dazu den zwei Jahre zuvor neu eingeführten Deutschen Pokal - den Tschammerpokal - und feierten damit das erste "Double" im deutschen Fußball.

Die prägendsten Spieler beim FC Schalke 04

Er war der Mitbegründer des berühmten 'Schalker Kreisels': Ernst Kuzorra. Als Sohn des Bergmanns Karl Kuzorra und seiner Frau Bertha trat er nach der Schule das Erbe seines Vaters an und arbeitete zunächst auf der Zeche Consolidation in Gelsenkirchen. Zur Mitte der 1920er Jahre jedoch legte Kuzorra seinen Fokus auf den Fußball - und den FC Schalke 04.

'Clemens', wie ihn seine Teamkollegen nannten, leitete 1933 eine Schalker Ära ein. Unterlag Königsblau im selben Jahr noch im Finale der deutschen Meisterschaft mit 0:3 gegen Fortuna Düsseldorf, so erzielte Kuzorra in der Folge-Saison den 2:1-Siegtreffer gegen den 1. FC Nürnberg - trotz Leistenbruch. In den Jahren darauf jagte der FC Schalke 04 mit Kuzorra und seinem Schwager und Vereinsikone Fritz Szepan einen Erfolg nach dem anderen. 1935 verteidigten die Knappen den Titel, 1937 feierten sie gar das Double aus deutscher Meisterschaft und Pokalsieger. 1939 gewann Kuzorra seine vierte Meisterschaft. 

Nach seiner aktiven Karriere übernahm er das Traineramt bei der Spvgg Erkenschwick und Borussia Hückelhoven. 1980 wurde Ernst Kuzorra mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und 1985 zum Ehrenbürger von Gelsenkirchen ernannt. Am Neujahrstag 1990 verstarb Ernst Kuzorra in Gelsenkirchen.

Reinhard 'Stan' Libuda brillierte dank seiner Dribbelkünste auf Schalke.

Dribbelkünstler und Schalker Publikumsliebling Reinhard 'Stan' Libuda

Wie Trainingsstangen ließ er seine Gegner stehen. Dribbelstärke und Ballkontrolle sind beim Malocher-Klub Schalke 04 ein seltener Anblick, doch Reinhard Libuda verkörperte beiden. In Anlehnung an den englischen Dribbelstar Sir Stan Matthews wurde Libuda von allen nur noch 'Stan' gerufen. 

Den Sprung in die erste Mannschaft schaffte Libuda im August 1962, damals noch in der Oberliga West. Ein Jahr später gingen die Knappen in der neu gegründeten Bundesliga an den Start - mit Libuda als Stammspieler auf Rechtsaußen. Im Sommer 1965 und dem Abstieg verließ er Königsblau und wechselte zu Borussia Dortmund, um dort weiterhin Bundesliga spielen zu dürfen. Drei Spielzeiten später kehrte Libuda zurück zu seiner alten Liebe.

Als Kapitän führte er zusammen mit Norbert Nigbur, Klaus Fichtel, Erwin und Helmut Kremers sowie Klaus Fischer zu neuer Stärke. Der knapp verpassten deutsche Meisterschaft 1972 folgte der Pokalsieg im selben Jahr. 1976 beendete Libuda seine aktive Karriere. Reinhard Libuda verstarb am 25. August 1996 an Herzversagen.  

Klaus Fischer schießt sich auf Platz zwei der ewigen Torschützenliste

Noch heute, wenn es um Stürmer auf Schalke geht, fällt der Name Klaus Fischer. Der Angreifer wechselte 1970 vom TSV 1860 München zum FC Schalke 04, für den er bis 1981 unter Vertrag stand - womit er eine Ära prägte. Mit 268 Toren rangiert Fischer hinter Gerd Müller auf Platz zwei der ewigen Torschützenliste der Fußball-Bundesliga.

Mit Schalke 04 wurde Klaus Fischer zweimal Vize-Meister (1972 und 1977) sowie einmal Deutscher Pokalsieger 1972. In der Saison 1975/76 wurde er mit 29 Treffern Torschützenkönig in der Bundesliga.

Eine nicht weniger prägende Figur des FC Schalke 04 ist Olaf Thon. Am 5. August 1983 war der große Tag für den damals 17-Jährigen gekommen, als er als zweitjüngster Akteur der Geschichte der 2. Bundesliga sein Debüt feierte. 38 Einsätze und 14 Treffer später schoss er im selben Jahr die Knappen zum Wiederaufstieg in Deutschlands höchste Spielklasse. 

Nach einem durchaus erfolgreichen Gastspiel beim FC Bayern mit drei deutschen Meisterschaften kehrte Thon 1994 nach Gelsenkirchen zurück. 1997 war der Teil der berühmten 'Eurofighter', die den UEFA Pokal gewannen. In den Jahren 2001 und 2002 holte Thon mit S04 den DFB-Pokal.

Olaf Thon ist Schalker Eurofighter, Repräsentant des Klubs und Leiter der Traditionself.

Auch nach seiner aktiven Karriere hält Olaf Thon dem FC Schalke 04 die Treue. Nach Tätigkeiten als Aufsichtsratsmitglied und Angestellter im Bereich Marketing ist Thon offizieller Repräsentant des Vereins und leitet zudem die eigenständige Abteilung der Schalker Traditionself.

Ebbe Sand, Klaas-Jan Huntelaar und Raúl avancieren zu Publikumslieblingen

Gleich drei Volltreffer landete der S04 im neuen Jahrtausend. Der Däne Ebbe Sand schlug nach seinem Wechsel ein und schoss die Knappen zusammen mit Sturmpartner Emile Mpenza 2001 zur unglücklichsten Vize-Meisterschaft der Bundesliga-Geschichte. Nach sieben Jahren Vereinstreue beendete Sand nicht nur seine Zeit auf Schalke, sondern auch seine Karriere.

Nicht weniger erfolgreich war die Ära von Klaas-Jan Huntelaar auf Schalke. In 240 Partien für Königsblau knipste der 'Hunter' 126-mal und bereitete 35 Treffer vor. An der Seite des 'Senor' Raúl schoss der Niederländer die Knappen in das Halbfinale der Champions League und gewann 2011 den DFB-Pokal nach einem fulminanten 5:0-Erfolg über MSV Duisburg.

Das Duo Raúl (links) und Klaas-Jan Huntelaar (Mitte) prägte die Schalker Offensive.

Die wichtigsten Funktionäre beim FC Schalke 04

Beim Blick auf die Funktionäre des FC Schalke 04 ist allen voran Rudi Assauer zu nennen. Der Kult-Manager, der am 6. Februar 2019 im Alter von 74 Jahren gestorben ist, prägte den Revierklub in der jüngsten Vergangenheit wie kaum in anderer.

Assauer war in zwei Amtszeiten (1981 bis 1986 und 1993 bis 2006) insgesamt 18 Jahre lang für Schalke 04 als Manager tätig. Als ihn der damalige Präsident, "Sonnenkönig" Günter Eichberg, in höchster Not im April 1993 holte, stellte sich der größte Erfolg ein. Schalke lag finanziell am Boden, es drohte sogar der Entzug der Lizenz. Doch in mühsamer Kleinarbeit gewannen Assauer und seine Vorstandskollegen in den Folgejahren das Vertrauen der Banken und Sponsoren zurück - womit sie die Basis für den späteren sportlichen Erfolg legten.

Kult-Manager Rudi Assauer hinterlässt Schalker Arena als Vermächtnis

Der legendäre UEFA-Cup-Sieg bei Inter Mailand am 21. Mai 1997 ist der bis heute der größte Erfolg der Klubgeschichte und ein Meilenstein. Fast wäre auch der größte Traum in Erfüllung gegangen, als Schalke 2001 kurz vor dem Gewinn der achten deutschen Meisterschaft stand, ehe der FC Bayern München den Königsblauen den Titel mit dem 1:1-Ausgleich in der Nachspielzeit in Hamburg noch wegschnappte. Die "Meister der Herzen" waren geboren, doch Assauer sagte auf der Pressekonferenz bitter: "Ich glaube nicht mehr an den Fußball-Gott." Kurz darauf gewann Schalke den DFB-Pokal.

Assauers "Baby" auf Schalke war und ist die Arena, die er als Vermächtnis hinterließ. Das seinerzeit modernste Stadion mit herausfahrbarem Rasen und schließbarem Dach wurde im August 2001 eingeweiht. Auf Initiative von Assauer.

Die erfolgreichsten Trainer des FC Schalke 04

Er ist nicht nur der von den Fans gewählte Jahrhunderttrainer des FC Schalke 04, sondern auch der mit der längsten Amtszeit: Insgesamt war Huub Stevens für 2644 Tage Trainer der Königslauen, in denen er in 314 Spielen an der Seitenlinie stand.

Seine erste Amtszeit auf Schalke vom Oktober 1996 bis zum Ende der Saison 2001/02 war nicht nur die längste, sondern auch die erfolgreichste: Stevens gewann in dieser Zeit mit Schalke den UEFA-Pokal und wurde zweimal DFB-Pokal-Sieger.

Am 27. September 2011 wurde Stevens Nachfolger des wegen Burnouts zugrückgetretenen Ralf Rangnick, diese Amtszeit endete vorzeitig im Dezember 2012. Mitte März 2019 übernahm der Niederländer Schalke zum dritten Mal, nachdem Domenico Tedesco entlassen worden war. Stevens sollte die Saison retten und den Abstieg verhindern.

Jahrhunderttrainer Huub Stevens und Rudi Assauer gewannen 1997 den UEFA-Pokal.

Die Titel des FC Schalle 04 im Überblick

WettbewerbTitel
Deutscher Meister7
DFB-Pokal-Sieger5
UEFA-Pokal-Sieger1
Deutscher Superpokal-Sieger1
Deutscher Ligapokal-Sieger1

FC Schalke 04: Weitere Sportarten

Seit 1974 stellt der FC Schalke 04 eine Basketballabteilung. Nach einigen Jahren in der 2. Bundesliga stieg sie 1982 in die höchste Spielklasse auf. 1983 erfolgte der direkte Wiederabstieg. Als die Saison 2019/20 Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 abgebrochen wurde, befand sich der FC Schalke 04 auf dem 16. Tabellenrang der 2. Bundesliga ProA. Zwar wurde die Abstiegsregelung außer Kraft gesetzt, dennoch stellte der Verein aus finanziellen Gründen einen Lizenzantrag für die ProB.

Neben dem Basketball werden zudem die Sportarten Blindenfußball (seit 2015), Handball, Leichtathletik, Tischtennis und Skisport ausgeübt. Eine eigene Schiedsrichterabteilung, die besonders Spiele in Gelsenkirchen leitet, wurde 2015 gegründet. Zudem übernahm der FC Schalke 04 im Mai 2016 das League-of-Legends-Team 'Elements' und fundierte darauf den Einstieg einer eigenständigen E-Sportabteilung. Seitdem ist S04 in den Titeln 'Fifa' und 'Pro Evolution Soccer' vertreten.

Die Spielstätten des FC Schalke 04

Als Westfalia Schalke war der Traditionsverein von häufigen Umbrüchen geprägt. So trugen die Gelsenkirchener ihre ersten Heimspiele auf einer holprigen Wiese vor dem Gutshof „Haus Goor“ im Gelsenkirchener Stadtteil Heßler aus. 1912 folgte die Fusion mit dem Schalker Turnverein 1877 und damit der Wechsel an die Grenzstraße in Gelsenkirchen. Rund 15 Jahre später war es soweit: Die Schalker erhielten ihr erstes eigenes Stadion.

Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Consolidation errichtet bot fortan die Glückauf-Kampfbahn für 35.500 Zuschauer. Trotzdessen besuchten oft deutlich mehr Menschen die Heimspiele des FC Schalke 04. Den ewigen Zuschauerrekord von 70.000 hält noch immer das Freundschaftsspiel gegen Fortuna Düsseldorf im Jahr 1931. Der Name des Stadions bezieht sich auf den Bergmannsgruß und soll so die Verbindung des Vereins mit der lokalen Kohleindustrie verdeutlichen. 

Bis zum Bau des Parkstadions 1973 diente die Glückauf-Kampfbahn als Spielstätte für Schalke 04. Passend zur Heim-WM 1974 in Deutschland zogen die Gelsenkirchener in das Fußball- und Leichtathletikstadion um, welches ursprünglich ein Zeltdach, ähnlich dem des Olympiastadions in München, erhalten sollte. Aus Kostengründen wurde davon allerdings Abstand genommen. 1973 wurde das Parkstadion eingeweiht und bot zunächst 70.6000 Zuschauern Platz. Nach dem Umbau 1998 fasste die zweite Schalker Spielstätte nur noch 62.000 Plätze. Zwar kündigte Schalkes ehemaliger Präsident Günter Eichberg 1989 an, bereits im Jahr 1992 eine neue Heimstätte für Schalke 04 fertig gestellt zu haben. Die Pforten schloss das Parkstadion letztlich aber erst 2001 mit dem wohl denkwürdigsten Saison-Finale der Bundesliga-Geschichte. Vier Minuten lang feierten die Schalker die deutsche Meisterschaft, dann zerplatzte der Traum.

Mit der Veltins Arena (bis 2005 Arena Auf Schalke) begann eine neue Ära. Bis heute zählt das Multifunktionsstadion mit einem Fassungsvermögen von 62.271 Zuschauern, einer ausfahrbaren Rasenfläche sowie schließbarem Dach zu den modernsten Arenen der Welt. In der Gelsenkirchener Veltins Arena zu finden sind zudem das Schalker Vereinsmuseum sowie eine Kapelle. Zudem ist sie Austragungsort zahlreicher Großveranstaltungen.

Seit 2001 ist die Veltins Arena die Heimspielstätte des FC Schalke 04.

Die Entwicklung der Mitgliederzahl beim FC Schalke 04

Mit knapp 160.000 Vereinsmitgliedern steht der FC Schalke 04 weltweit auf Platz sechs. In Deutschland kletterte S04 jüngst auf den vierten Platz, knapp vor dem Konkurrenten Borussia Dortmund. Begründet wird das mit dem rasanten Anstieg in den vergangenen 15 Jahren, in denen sich die Zahl der Vereinsmitglieder beinahe verfünffachte. Waren es im Jahr 2002 noch rund 31.000 Mitglieder, konnte im August 2005 das 50.000 Mitglied begrüßt werden. Die sechsstellige Schallmauer hat der FC Schalke 04 im August 2011 durchbrochen. Aktionen wie "Schalker werben Schalker" (2005) oder "Kumpel werden auf Schalke" (2015) hatten zudem großen Einfluss auf den Zuwachs.

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