Schalke-Boss

Tönnies empört mit rassistischer Stammtischparole - und rudert dann zurück

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Clemens Tönnies.

Auf dem Tag des Handwerks sorgte Clemens Tönnies mit Rassismus-Aussagen für einen Eklat. Am Tag danach ruderte er zurück. 

Update vom 4. August, 11.34 Uhr: Die Aussagen von Schalke-Boss Clemens Tönnies schlagen weiter hohe Wellen. Alle aktuellen Wendungen in dem Fall finden Sie daher in unserem News-Ticker.

Update 2. August, 13.04 Uhr: Wer Clemens Tönnies schon einmal hinter einem Rednerpult erlebt hat, wenn er vor einer großen Menge Menschen auftritt, der weiß, dass der 63-Jährige rhetorisch gerne mal die Zügel etwas schleifen lässt. Als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 ist Tönnies es gewohnt, sich vor Fußball-Fans beizeiten in Rage zu kalauern und gerne auch ein paar launige Spitzen gegen den sportlichen Gegner abzufeuern, die dem Alt-Herren-Witz recht nahe kommen.

Bei den Schalker Mitgliederversammlungen beispielsweise erhält der Fleischfabrikant aus Rheda für seine launigen Ansprachen regelmäßig einigen Applaus. Manche Vereinsexperten glauben gar, dass es neben dem enormen finanziellen Background, der dem „Kotelett-Kaiser“ (Bild-Zeitung) zugeschrieben wird, genau diese Sprüche sind, die Tönnies seit 2001 in diesem Amt beim Fußball-Bundesligisten halten. Dass er mit so genannten Typen wie dem Würstchen-Produzenten und Bayern-München-Boss Uli Hoeneß oder Russlands Präsident Wladimir Putin (Tönnies: „Er mag die Eisbeine gerne gepökelt.“) eine Männerfreundschaft pflegt, rundet das Bild ab.

Am Donnerstagabend ließ Tönnies sprachlich die Zügel nicht nur schleifen. Es gingen regelrecht die Gäule mit ihm durch - was tags danach für heftige Kritik sorgte, unter anderem bei Ex-Profi Hans Sarpei.

Auf der Festveranstaltung zum „Tag des Handwerks“ in Paderborn hielt der Unternehmer eine Rede zum Thema „Unternehmertum mit Verantwortung – Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung“, wozu er der größte Fleischproduzenten in Europa ja auch prädestiniert schien.

Im Rahmen seinen Vortrages empfahl der Schalke-Boss mit globalem Blick die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und sagte: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Laut den Reportern der Neuen Westfälischen sollen die Zuhörer daraufhin nur kurz irritiert gewesen sein und dann sogar Beifall gespendet haben.

Am Tag darauf sorgte der Ausspruch von Tönnies, der durchaus in die Kategorie „Stammtischparole“ eingeordnet werden darf, dann doch für jede Menge Wirbel und glücklicherweise auch noch mehr Empörung.

Tönnies wurde eine üble sprachliche Entgleisung vorgeworfen, die in Rassismus gipfelte. Womit auch der FC Schalke 04 ein Problem bekam. In dessen Vereins-Leitbild steht unter Punkt acht vermerkt: „Von uns Schalkern geht keine Diskriminierung oder Gewalt aus. Wir zeigen Rassismus die Rote Karte und setzen uns aktiv für Toleranz und Fairness ein.“

Tönnies musste zurückrudern, was er nicht gerne macht. Er ließ sich vom Klub mit folgenden Worten zitieren: „Als Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Schalke 04 stehe ich 1000-prozentig hinter unseren Vereinswerten. Dazu gehört der Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. Vor diesem Hintergrund möchte ich mich explizit bei euch, den Fans, Mitgliedern und Freunden des FC Schalke 04 für meine Aussage beim Tag des Handwerks entschuldigen. Sie war falsch, unüberlegt und gedankenlos und entsprach in keiner Weise unserem Leitbild. Es tut mir sehr leid.“ (Von Jens Greinke)

Tönnies sorgt mit Rassismus-Aussage für Eklat - und meldet sich am Tag danach zu Wort

Gelsenkirchen - Als Aufsichtsratsvorsitzender von Schalke 04 ist Clemens Tönnies bekannt für klare Ansagen, hier und da sicher auch mal für den einen oder anderen deutlichen Spruch. In Paderborn, wo er als Boss eines Schlacht-Imperiums beim Tag des Handwerks zu Gast war, sorgte er nun für einen Eklat.

Als es darum ging, den Klimawandel zu bremsen, hatte der 63-Jährige eine recht eigene Idee. Wie die Neue Westfälische berichtet, sei Tönnies gegen höhere Steuern, stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren.

Das Blatt zitiert den Schalke-Boss bei seiner Erklärung für diese Idee mit folgenden Worten: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Tönnies sorgt erst für Irritation, dann Beifall

Dem Bericht zufolge lösten diese Sätze zunächst Irritation im Saal aus, eher dann doch Beifall gefolgt sei unter den 1600 geladenen Gästen. Tönnies hielt eine Festrede zum Thema "Unternehmertum mit Verantwortung – Wege in die Zukunft der Lebensmittelerzeugung".

Wohl wissend, was er mit diesen Aussagen ausgelöst hat, folgte am Freitag die Klarstellung. Auf dem Twitter-Account seines Unternehmens ließ er mitteilen: "Ich möchte meine Aussage zum Thema Auswirkungen beim Klimawandel richtigstellen. Ich stehe als Unternehmer für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein. Meine Aussage zum Kinderreichtum in afrikanischen Ländern tun mir leid. Das war im Inhalt und Form unangebracht."

Tönnies entschuldigt sich bei den Schalkern

Auch Schalke veröffentlichte ein Statement des Aufsichtsratsvorsitzender: "Als Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Schalke 04 stehe ich 1000-prozentig hinter unseren Vereinswerten. Dazu gehört der Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung", so Tönnies: "Vor diesem Hintergrund möchte ich mich explizit bei euch, den Fans, Mitgliedern und Freunden des FC Schalke 04, für meine Aussage beim Tag des Handwerks entschuldigen. Sie war falsch, unüberlegt und gedankenlos und entsprach in keiner Weise unserem Leitbild. Es tut mir sehr leid."

Zuvor war es um die Verantwortung gegangen "in einer Branche, die mit vielen Herausforderungen und einer skeptischen Öffentlichkeit zu kämpfen" habe. Tönnies habe auf den Stellenwert seines 16.500 Mitarbeiter zählenden Betriebes in der Gesamtwirtschaft verwiesen sowie auf das Einkommen, das damit erzielt werde. Die Antwort des Schalke-Bosses: "Geld ist das Schmiermittel für den sozialen Frieden." - mg

Beim FC Schalke 04 hat man dabei eigentlich gar keine Zeit für so einen Zwischenfall. Bei den Knappen sollte sich nämlich eigentlich gerade alles um zwei Testspiele drehen. So trifft der FC Schalke am Freitag nämlich erst auf Alanyaspor (14 Uhr, im Live-Ticker) und testet vier Stunden später gegen den FC Villarreal.

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Quelle: wa.de

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