Weitere Sparmaßnahmen

Rolle rückwärts nach Busfahrer-Kündigung: Schalke 04 will Wiedergutmachung leisten

Schalke 04 sorgte mit der Entlassung von Busfahrern des Fahrdienstes für die Knappenschmiede für Aufsehen. Nun die Rolle rückwärts von S04 plus Wiedergutmachung.

  • Schalke 04 entlässt Busfahrer der Knappenschmiede. Eine Sprecherin des Vereins äußerte sich.
  • Nun drohen Königsblau zahlreiche Klagen (Update vom 16. Juni, 12.51 Uhr).
  • S04 mit der Rolle rückwärts - plus Wiedergutmachung (Update vom 4. August, 13.18 Uhr).

Update vom 4. August, 13.18 Uhr: Im Juni war die Aufregung erneut groß in Gelsenkirchen. Schalke 04 kündigte 24 Busfahrern der Knappenschmiede. Einige Wochen später räumt der Verein Fehler ein - und will nun Wiedergutmachung leisten.

Verein:FC Schalke 04
Arena/Stadion:Veltins Arena
Ort:Gelsenkirchen
Trainer:David Wagner

Wie die Leiterin der Unternehmenskommunikation, Anja Kleine-Wilde, am Dienstag mitteilte, bietet Schalke 04 allen Betroffenen eine Weiterbeschäftigung an. Zudem erhalten zehn Fahrer, die bei einem externen Dienstleister tätig waren, finanzielle Unterstützung beim Erwerb eines Personenbeförderungsscheins.

Dies jedoch erfolgt mit einer Ausnahme. Ein 42 Jahre alter ehemaliger Fahrer war nach seiner Kündigung vor das Arbeitsgericht gezogen. Ein Gütetermin zwischen Schalke und dem ehemaligen Mitarbeiter verlief ergebnislos. Anfang November soll es zur Verhandlung kommen.

Nach Kündigung der Busfahrer: Schalke 04 droht bitteres Nachspiel

Update vom 16. Juni, 12.51 Uhr: Nach der plötzlichen Trennung des FC Schalke 04 von den Busfahrern für die Knappenschmiede droht dem Verein ein bitteres Nachspiel. Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider hatte die Kündigung von 24 Mitarbeitern des Fahrdienstes als "unstrittig richtige" Entscheidung bezeichnet. Anders als beim vielkritisierten Umgang mit den Fans in der Frage der Ticket-Rückerstattung sei sich der Fußball-Bundesligist diesmal keiner Schuld bewusst. "Da haben wir zweifelsohne einen großen Fehler gemacht, diesmal nicht", sagte der 49-Jährige den Funke Medien.

Schalke entlässt rund 20 Mitarbeiter seines Fahrdienstes für die Knappenschmiede.

Laut dem Bericht wollen nun einige Fahrer Kündigungsschutzklagen beim Arbeitsgericht einreichen. Die Betriebsratsvorsitzende Martina Lenz berichtete, dass sich mehrere Fahrer bei ihr gemeldet hätten. Keiner von ihnen sei darüber informiert worden, was genau man mit ihm vorhabe.

Am vergangenen Wochenende hatte die Kündigung von 24 Mitarbeitern des Fahrdienstes der Nachwuchsabteilung für Aufregung gesorgt. Diese Arbeit soll künftig ein externer Dienstleister übernehmen. Schon zuvor war die Vereinsführung in die Kritik geraten, weil bei der Rückerstattung von Tickets aufgrund der Geisterspiele von den Fans einen Härtefallantrag verlangt worden war.

Schalke entlässt Busfahrer der Knappenschmiede - Schneider stellt etwas klar

Update vom 14. Juni, 17.55 Uhr: Die Entlassung von 24 Mitarbeitern eines Fahrdienst für die Knappenschmiede sorgt für große Diskussionen rund um Schalke 04. Sportvorstand Jochen Schneider hatte in dieser Thematik jedoch einiges klarzustellen.

"Es wurde viel gefährliches Halbwissen verbreitet. Es gibt zwei Komponenten: die betriebswirtschaftliche und die unternehmerische", sagte Schneider vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen bei Sky. Schneider betonte, dass es vertretbar sei, den Fahrdienst an einen Dienstleiter abzutreten. "Es gibt mittlerweile andere Anforderungen, auch durch Corona", sagte der Sportvorstand von Schalke 04. Spieler müssten zum Teil einzeln gefahren werden, das könne ein externer Anbieter besser leisten.  

"Und", so Schneider weiter, "es gibt die soziale Komponente. Und jetzt kommen wir dazu, was im Artikel nicht stimmt: Wir haben mit allen Mitarbeitern gesprochen, es wird für jeden Einzelnen nach Lösungen gesucht, etwa in andere Bereiche unterzukommen. Für jeden der 24 Leute, dessen Existenz an dem Job bei Schalke 04 hängt, werden wir eine Lösung liefern. Wir müssen damit leben, dass so etwas geschrieben wird. Wir werden sozial gute Lösungen finden für alle.

Schalke entlässt Busfahrer der Knappenschmiede - und sorgt schon wieder für Aufregung

[Erstmeldung] Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 kommt einfach nicht zur Ruhe. Einmal mehr sorgen angestrebte Sparmaßnahmen für Aufregung bei den Königsblauen. Diesmal der Grund: Der Verein trennt sich vom Fahrdienst der Nachwuchsabteilung Knappenschmiede. Betroffen sind rund 20 Mitarbeiter, wie Vereinssprecherin Anja Kleine-Wilde der dpa am Samstag bestätigte. Zuvor hatte die WAZ darüber berichtet, dass die Busfahrer künftig ohne Job sind. Ein externer Dienstleister soll die Arbeit künftig übernehmen.

Die meisten der bisherigen Fahrer, die die Schalker Nachwuchsspieler täglich aus verschiedenen Städten zum Training hin- und auch wieder zurückbringen, arbeiteten seit Jahren als Mini-Jobber für den Verein. Nun erhielten sie, mitten in der Coronavirus-Krise, ihre Kündigungen.

Schalkes Betriebsratsvorsitzende Martina Lenz kritisierte dies als "sozial verantwortungslos". Zudem sei der Betriebsrat verspätet informiert worden. Die Fans wettern in den sozialen Medien mit dem Grund-Tenor: Das alles hat nichts mehr mit dem Kumpel- und Malocherclub zu tun.

Schalke entlässt Busfahrer der Knappenschmiede: Klub-Sprecherin erklärt Maßnahme

"Die Entscheidung, den Fahrdienst aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen extern zu vergeben, ist am Jahresanfang gefallen", sagte Vereinssprecherin Kleine-Wilde. Die Kündigungen sollten zum Saisonende erfolgen, aber "durch den Saisonabbruch bei den Junioren und der Einstellung des Trainingsbetriebes hat es sich nach vorne verschoben", erklärte sie.

Erst vor Kurzem war Schalke 04 in die Schlagzeilen geraten, weil der Klub bei der Rückerstattung von Tickets aufgrund der Geisterspiele von den Fans einen Härtefallantrag verlangte. Fans sollten gegenüber dem hochverschuldeten Fußball-Bundesligisten ihre finanzielle Notlage offenlegen. Als Konsequenz wird Finanzvorstand Peter Peters seinen Posten zum 30. Juni dieses Jahres räumen - offiziell ist es eine einvernehmliche Trennung auf Peters' Wunsch.

Darüber hinaus ist die angestrebte Ausgliederung der Profi-Abteilung seit Wochen ein Dauer-Thema auf Schalke - und all das in Zeiten, in denen es sportlich alles andere als rosig läuft. Im Heimspiel am Sonntag gegen Bayer Leverkusen (18 Uhr) droht ein Vereins-Negativrekord.

dpa/mg

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare