Schalke 04

Heidel immer mehr in Bedrängnis: Manager lässt Dampf ab

+
Christian Heidel ist seit Sommer 2016 Sportvorstand des FC Schalke 04.

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel steht nach Berichten um eine mögliche Trennung zunehmend in der Kritik. Der Manager wehrte sich deutlich gegen die Schlagzeilen, denen er sich aber stellen muss.

Gelsenkirchen - Seine Laune hätte kaum besser sein können, als Clemens Tönnies am Sonntagabend aus der Schalker Kabine gekommen war. „Ich bin zufrieden, ist es irgendjemand nicht?“, fragte der Aufsichtsratschef in die Runde. Gemeint war der königsblaue 2:1-Sieg gegen Wolfsburg. Anderen Fragen wollte sich der 62 Jahre alte Klub-Boss nicht stellen.

Dabei steht eine Frage ganz groß im Raum, die den Verein nicht zu Ruhe kommen lässt. Die Bild am Sonntag hatte zuvor berichtet, dass die Risse zwischen Tönnies und Sportvorstand Christian Heidel (55) immer größer werden und der ehemalige Leverkusener Jonas Boldt als Nachfolger gehandelt wird. Weshalb der Manager mächtig Dampf abgelassen hatte.

„Es wird zwischen Clemens Tönnies und mir niemals ein Problem auftauchen“, sagte Heidel gebetsmühlenartig. Dass vor allem seine Transfers im Aufsichtsrat mehrfach auf Unverständnis stießen und die Zweifel am langjährigen Mainzer Macher so groß seien, dass sogar eine vorzeitige Trennung möglich sei, wies Heidel entschieden von sich.

Kader-Qualität abgenommen

„Das ist komplett an den Haaren herbeigezogen“, sagte Schalkes Manager er und wetterte: „Dann muss man auch Fakten nennen.“ Doch die liegen auf der Hand. Mehr als 150 Millionen Euro investierte Heidel in seiner zweieinhalbjährigen königsblauen Amtszeit für Spieler.

Die Mehrzahl – vor allem die teuren – erwies sich nicht als Verstärkung. Vielmehr verlor die Mannschaft vor allem nach den Abgängen von Leroy Sané, Leon Goretzka und Thilo Kehrer deutlich an Qualität.

Auch jetzt – das machte der knappe Erfolg gegen den VfL deutlich – müssen Neue her. Seit dem Spontan-Verkauf von Naldo stehen Trainer Domenico Tedesco nur noch zwei gelernte Innenverteidiger zur Verfügung.

Keine Gedanken an Vertragsverlängerung

Schon zu Beginn der Rückrunde erklärten die Verantwortlichen, auch für die Offensive nachlegen zu wollen. Dass von den lange versprochenen Verstärkungen noch immer nichts zu sehen ist, vergrößerte die Kritik am „neuen starken Mann auf Schalke“, wie ihn Tönnies einst bei der Vorstellung nannte.

Der doppelte Caligiuri: Schalke besiegt VfL Wolfsburg mit 2:1

Fraglich ist, wie lange er das noch ist. Nachdem Tönnies Anfang Dezember noch eine Verlängerung des bis 2020 laufenden Vertrages in Aussicht stellte, will der Manager davon jetzt gar nichts mehr hören: „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“

Es gehe darum zu entscheiden, „ob der Weg, den wir gehen wollen, der richtige ist“. Wenn eine Seite Zweifel habe, müsse man eine Lösung finden: „Wenn ich das Gefühl hätte, dass die Leute im Klub nicht hinter mir stehen, dann weiß ich, was ich mache.“

"In den Armen gelegen"

Heidel betonte schon bei seinem Amtsantritt, dass er nicht der klassische Sportdirektor sei, sondern den Verein als Ganzes betrachte und über den Tellerrand des reinen Transfergeschäfts hinaus schaue.

Umso verwunderlicher, dass er sich vor einigen Wochen großer Vehemenz gegen Tönnies‘ Vorstoß gewehrt hatte, einen Kader-Planer einzustellen. Weil Alphatier Heidel keinen starken Mann neben sich duldet. Auch wenn er sagte: „Wir haben darüber gesprochen und uns hinterher in den Armen gelegen. Wir haben gar nicht gestritten.“

Lieber betonte er, dass nicht nur das Bundesliga-Ergebnis des Wochenendes zum großen Ganzen eines Klub zähle. „Wir haben viele andere Dinge auf den Weg gebracht“, sagte er mit Blick auf die entstehenden neuen Infrastrukturen auf dem Gelände am Berger Feld. Ganz unwichtig sind die sportlichen Ergebnisse allerdings nicht. Bleiben die dauerhaft aus, dürfte sich die Laune von Tönnies rapide ändern.

Verpassen sie keine Nachricht zum FC Schalke 04 und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare