Schalkes Sportvorstand schweigt

Druck wächst: Heidels Rückkehr nach Mainz brisant wie noch nie

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Sportvorstand Christian Heidel hat auf Schalke noch einen Vertrag bis 2020.

Es ist nicht das erste Mal, dass Christian Heidel als Schalkes Sportvorstand nach Mainz zurückkehrt. Diesmal steht er aber besonders im Fokus.

Gelsenkirchen – Es war eines der großen Ziele beim Amtsantritt von Christian Heidel, Schalke und dem Umfeld zu mehr Ruhe zu verhelfen. In diesen Tagen nimmt es der Sportvorstand der Königsblauen etwas zu wörtlich damit. Der 55-Jährige sorgte zuletzt für viele Fragezeichen. Seit einer Woche schweigt er jedoch. Zunächst Grippe bedingt. Auch nach Schalkes knapper Champions-League-Niederlage gegen Manchester City ließ sich Heidel nicht vor den Journalisten blicken.

Er selbst spricht derzeit nicht, umso mehr wird es allerdings über ihn getan. Zuletzt hatte der Manager selbst seinen vorzeitigen Abschied von den Königsblauen befeuert, als er (wirtschaftliche) Bedingungen für die Erfüllung seines bis 2020 datierten Vertrages stellte. Er mache die Erfüllung seines Arbeitspapiers von der Gesamtgemengelage des Klubs abhängig, sagte er vor einer Woche der „Süddeutschen Zeitung“.

Eine öffentliche Erklärung? Bislang Fehlanzeige. Damit ist Heidels Zukunft auf Schalke offener denn je. Und das ausgerechnet vor der Begegnung mit seiner Vergangenheit, wenn Heidel und Schalke am Samstag zu Gast in Mainz (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) sind.

Balsam für Heidels Seele

Es dürfte für Heidel eine willkommene Abwechslung sein. Der frühere Mainzer Macher ist bei den Rheinhessen nach wie vor ein gern gesehener Gast. Wird viele langjährige Weggefährten treffen. Als Balsam für die Seele.

Die Kritik am mit vielen Vorschusslorbeeren als Hoffnungsträger zu den Schalkern gewechselten Heidel wächst und wächst. Der für ihn ungewohnte Gegenwind wird größer: Der krasse Absturz nach der Vize-Meisterschaft – aktuell Rang 14 – wird sehr mit Heidel verbunden. 23 Punkte nach 22 Partien – schlechter stand Schalke zuletzt vor 20 Jahren da.

Vor allem die Transfer-Politik könnte ihm zum Verhängnis werden. 160 Millionen Euro investierte er in seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit für neue Spieler. Der sportliche Ertrag ist überschaubar. Mit seiner jüngsten Forderung nach „notwendigen wirtschaftlichen Voraussetzungen“ dürfte sich das Heidel-Fanlager im Aufsichtsrat nicht unbedingt vergrößert haben.

Ex-Mainzer glaubt an vorzeitiges Aus auf Schalke

Doch auch Klub-Boss Clemens Tönnies schweigt. „Ich weiß, dass ihn das mehr mitnimmt, als er sich anmerken lässt“, sagte der langjährige Mainzer Profi Fabrizio Hayer in der Bild: „Es würde mich daher nicht wundern, wenn Heidel das Abenteuer Schalke im Sommer selbst beendet.“

Mögliche Nachfolger werden bereits gehandelt, allen voran Jonas Boldt. Der 37-Jährige steht noch bis Sommer in Leverkusen unter Vertrag, arbeitet seinen Sportdirektor-Nachfolger Simon Rolfes ein. Dann ist Boldt bereit für eine neue Aufgabe.

Boldt noch in der Entscheidungsfindung

Berichten zufolge, wonach es auf dem Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL) ein Gespräch von Schalkes Tönnies und Heidel mit Boldt gegeben haben soll, stimmen nicht. Boldt war nach Informationen des WA gar nicht bei diesem Termin. Eine Entscheidung über seine berufliche Zukunft hat er noch nicht getroffen.

So wird es wohl weiter Spekulationen geben, bis sich Schalkes Bosse klar zu der Thematik äußern. Und die damit aufkommende Unruhe im Klub, aber auch im Team einzudämpfen. „Es ist ein Thema, das man nicht ausblenden kann, auch die Mannschaft nicht“, bestätigt Cheftrainer Domenico Tedesco.

Bei Heidels Gastspiel in Mainz werden die Augen also noch mehr auf Schalkes Sportvorstand gerichtet sein. Selbst über eine dauerhafte Rückkehr zu den 05ern wird wild spekuliert. Es liegt an ihm, sein Schweigen zu brechen – um so vielleicht wieder zumindest für etwas mehr Ruhe zu sorgen.

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Quelle: wa.de

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