Für den neuen Trainer vorspielen

Schalke gerettet - aber auf die Spieler warten wichtige Tests

+
Schalke 04 um Breel Embolo hat den Klassenerhalt mit der Nullnummer gegen Augsburg gesichert.

Schalke 04 sichert sich mit der Nullnummer gegen Augsburg die Klasse. Statt zu feiern, müssen die Spieler jetzt aber noch um ihre Zukunft spielen, für die der Klub die Weichen stellt.

Gelsenkirchen – Jochen Schneider hatte es nach dem Abpfiff eilig. Der Sportvorstand des FC Schalke 04 rannte nahezu durch die Katakomben Richtung Kabine. Nicht einmal zum Klassenerhalt in der Bundesliga wollte sich der 48-Jährige gratulieren lassen.

Auf der einen Seite bedeutete das trostlose 0:0 gegen den FC Augsburg, dass der Liga-Verbleib nun auch rechnerisch unter Dach und Fach ist. Aber die 90 Minuten offenbarten auch, wie viel Arbeit auf ihn und seine Kollegen wartet.

Die Klub-Verantwortlichen haben dafür in einer Aufsichtsratssitzung vor der Partie die Weichen gestellt. Alexander Jobst, Vorstand Marketing und Kommunikation, bestätigte, dass es jenes Zusammentreffen gab, „aber zu Beschlüssen werden wir nichts veröffentlichen oder sagen“, kommentierte er. Neben wirtschaftlichen Parametern sei es dabei um personelle Entscheidungen gegangen. Heißt: Um die Position des Sportdirektors, Kaderplaners sowie des neuen Cheftrainers. Gehandelt werden Paderborns Markus Krösche (Sportdirektor) sowie der ehemalige Stuttgarter Sportvorstand Michael Reschke (Technischer Direktor/Kaderplaner) sowie David Wagner als Coach.

Laktattest für den neuen Trainer

Auch Huub Stevens deutete nach dem Spiel an, dass eine Entscheidung in dieser Thematik bereits gefallen sei. „Ich habe den Jungs am Montag frei gegeben, am Dienstag gibt es einen Laktattest“, kündigte der 65-Jährige an: „Es geht weiter. Und auch der nächste Trainer will Erkenntnisse haben, wie die Werte der Mannschaft sind.“

(Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Über den spielerischen Zustand wird er sich unter anderem am Sonntag ein Urteil gebildet haben – und das dürfte nicht sonderlich gut ausgefallen sein.

Wer nach dem euphorisch gefeierten Derby-Sieg nun eine Schalker Mannschaft erwartet hatte, die diesen Schwung aus dem Erfolg beim BVB mitnimmt, wurde bitterst enttäuscht. Die Beizeichung „müder Sommer-Kick“ wäre recht treffend, auch wenn die Temperaturen nicht passten.

„Es war schon fast ein bisschen Fremdschämen dabei“, urteilte Augsburgs Kapitän Daniel Baier: „Von beiden Seiten war das unterstes Niveau. Es waren viele, viele Fehler dabei. So kam so ein schlechtes Spiel zustande.“

Schalke vor dem Tor schwach

Nur die Schalker sahen das anders. Sie verwiesen darauf, ein ordentliches Spiel abgeliefert zu haben, nur die Chancen nutzten sie eben nicht. Tatsächlich war Königsblau offensiv deutlich bemühter als die Augsburger, die tief hinten gestanden hatten. Allerdings ließen die Königsblauen einmal mehr einige Fahrkarten liegen – etwa durch taktische Unzulänglichkeiten, falsche Entscheidungen oder miese Laufwege. „Das zieht sich bei uns wie ein roter Faden durch die gesamte Saison“, kommentierte Sebastian Rudy.

0:0=Nichtabstieg: Schalke rettet sich mit Remis gegen Augsburg

Dennoch sei es das Ziel seiner Truppe, sich in den letzten beiden Partien in Leverkusen sowie zum Abschluss gegen Stuttgart gut zu verabschieden. „Wir müssen nächstes Jahr vieles anders machen als dieses Jahr“, meinte der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler.

"Jeder muss zeigen, dass er die Qualität für Schalke hat"

Die Frage, die sich auch die Verantwortlichen auf Schalke rund um Sportchef Schneider stellen werden: Wem vom aktuellen Personal vertrauen sie auch in Zukunft? Auf wen können sie zählen? Omar Mascarell betonte zwar, dass es gut sei, „die letzten beiden Partien ohne Druck spielen zu können“.

Aber der 26-Jährige und seine Kollegen sollten wissen, dass sie sich so maue Auftritte wie gegen Augsburg dennoch nicht erlauben können. Denn sie spielen um ihre Zukunft. Und damit Schneider sowie dem neuen Trainer vor. „Jedes Spiel ist jetzt für uns ein Test“, sagte Mascarell. „Jeder muss zeigen, dass er die Qualität und die Kraft hat, für Schalke aufzulaufen.“

Der Spanier selbst, der von dem Trainer-Wechsel profitierte und nun gesetzt ist, sieht seine Zukunft jedenfalls bei den Knappen. „Ich bin hier hergekommen, um hier einige Jahre zu bleiben“, so Mascarell: „In meinem Kopf ist zu 100 Prozent nur Schalke.“

Diesen Worten zufolge sind sich die Spieler bewusst, dass sie einiges zu korrigieren haben. Nur umgesetzt haben sie es zuletzt zu selten. Weshalb Mascarell und Co. ihren Worten nun Taten folgen lassen müssen.

Verpassen sie keine Nachricht zum FC Schalke 04 und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare