S04-Rückkehr geplatzt

„Sie packten mich am Kragen und ...“: Ilkay Gündogan spricht über kuriosen Schalke-Rauswurf

Einst war Ilkay Gündogan stolzes Mitglied der Knappenschmiede. Dann warf ihn der FC Schalke 04 raus. Der 30-Jährige ist heute ein Weltstar. Und S04 ging leer aus.

Hamm - „Wenn ich groß bin, möchte ich Fußball-Profi werden und in den größten Stadien der Welt spielen!“ So oder so ähnlich lautet der Traum vieler Nachwuchskicker in Deutschland. Einer, der eben jene Vision zur Realität hat werden lassen, ist Ilkay Gündogan. Dabei schien seine heutige Weltkarriere bereits früh beendet. Weil der FC Schalke 04 dazwischen grätschte.

NameIlkay Gündogan
Geboren24. Oktober 1990, Gelsenkirchen
Größe1,80 Meter
Gehalt7,28 Millionen GBP (2021)

Schalke: Ilkay Gündogan ließ S04 abblitzen - „Sie packten mich am Kragen“

Der gebürtige Gelsenkirchener war acht Jahre alt, als er einen Platz in der begehrten Schalker Knappenschmiede ergattert hatte. Dass das knallharte Geschäft Fußball bereits bei den Jüngsten beginnt, das hatte Ilkay Gündogan wohl damals nicht erwartet. Leistungsdruck, Alltagsstress und Konkurrenzkampf - wer auf der Strecke bleibt, ist raus. So auch der heutige deutsche Nationalspieler.

„Ich war acht Jahre alt, als ich erfahren habe, wie brutal dieses Business sein kann“, sagte Ilkay Gündogan im Player‘s Tribune. „Ich hatte gerade den Traum von jedem Kind in Gelsenkirchen erreicht: Ich hatte einen Platz in der Knappenschmiede. Ich war so stolz, das Wappen zu tragen, es war einfach nur ein unglaubliches Gefühl“, so Gündogan.

Schalke: Ilkay Gündogan verletzt sich am Knöchel und fliegt bei S04 raus

Die Freude bei Schalke 04 war allerdings nur von kurzer Dauer. Ilkay Gündogan hatte sich dem von ihm beschriebenen Probejahr auf Schalke stellen müssen. Anschließend würden die Verantwortlichen entscheiden, ob es für den Nachwuchskicker bei S04 weiter gehe. Ging es nicht. So viel sei vorweggenommen. Weil das Pech dem enormen Talent des Ilkay Gündogan einen Strich durch die Rechnung machte.

Ilkay Gündogan wurde als Achtjähriger bei Schalke 04 rausgeworfen.

Plötzliche Probleme am Knöchel machten dem achtjährigen Gündogan zu schaffen. Sein Arzt sprach ihm ein sechsmonatiges Fußball-Verbot aus. Höchststrafe für den ambitionierten Kicker. Gündogan musste eine spezielle Bandage tragen und konnte nach eigenen Angaben kaum laufen - von Fußball spielen ganz zu zweifeln.

Schalke: Ilkay Gündogan lässt S04 drei Jahre später eiskalt abblitzen

Seine Zeit bei Königsblau war besiegelt. „Schalke ließ mich gehen. Oder, um es so auszudrücken, wie ich mich fühlte: Sie packten mich am Kragen und warfen mich raus!“, erinnerte sich Gündogan, der anschließend mit seinen Kumpels beim Stadtklub SV Hessler gegen den Ball trat.

Und Schalke 04? Der Gelsenkirchener Traditionsklub bereute drei Jahre später die Entscheidung, Ilkay Gündogan vom Hof gejagt zu haben. Weil der heute 30-Jährige damals an seinen Traum Fußballprofi festhielt und zu überzeugen wusste. Schalke wollte Ilkay Gündogan zurück. Doch Ilkay Gündogan wollte Königsblau keine neue Chance geben.

Schalke: Ilkay Gündogan spricht über kuriosen S04-Rauswurf als Achtjähriger

„Sagt nein zu ihnen, ich werde nicht gehen“, hatte er damals zu seinen Eltern gesagt, als der Anruf aus dem Schalker Office, das im April 2021 zwei Covid-19-Fälle zu vermelden hatte, kam. „Ich denke, meine Eltern haben mich irgendwie verstanden - aber auch nicht wirklich. Dies war ein weiterer Riss in meinem Traum, also warum weigerte ich mich, ihn anzunehmen? Aber Schalke war meine erste Ablehnung gewesen, und es tat wirklich weh“, so Ilkay Gündogan trotzig.

Seine Entscheidung würde er nicht bereuen. VfL Bochum, 1. FC Nürnberg, deutscher Meister und Pokalsieger mit Borussia Dortmund und heute Weltstar bei Manchester City lautet sein Werdegang. Bereits zweimal wurde Ilkay Gündogan in der laufenden Saison 2020/21 zum Premier-League-Spieler des Monats gewählt. Sein Marktwert liegt aktuell bei 40 Millionen Euro. Im Sommer will er mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft angreifen. Und Schalke 04 dürfte die damalige Entscheidung heute wohl immer noch bereuen.

Rubriklistenbild: © Martin Meissner/dpa

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