Sorgen auf Schalke

Trotz Rückendeckung: Gegenwind für Tedesco nimmt zu

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15 Punkte aus 16 Bundesliga-Spielen: Schalkes Trainer Domenico Tedesco ist sichtlich angeschlagen. Von seinen Chef erhält er aber die volle Rückendeckung.

Auf Schalke nimmt der Gegenwind für Trainer Domenico Tedesco so langsam zu. Bislang muss er sich wohl keine Sorgen um seinen Job machen. Christian Heidel sei dank.

Gelsenkirchen - Nicht selten war Domenico Tedesco der Erste im Lager der Königsblauen, der sich den Fans in der Kurve stellte. Ganz gleich, wie die Partie seiner Schalker zuvor ausgegangen war. Dieses Mal war es anders. Der Chefcoach brach den Gang Richtung Nordkurve vorzeitig ab. Die immer lauter werdenden Pfiffe und die Tatsache, dass sich der harte Kern des königsblauen Anhangs immer mehr abwendet, schlugen ihm sichtlich aufs Gemüt.

Tedesco wirkt angeschlagen wie noch nie in seiner eineinhalbjährigen Amtszeit. Die 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen war einerseits bitter für das Tabellenbild: Die Knappen stehen mit 15 Punkten nach 16 Spieltagen und nur einem Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz so schlecht da wie seit 25 Jahren nicht. Schake befindet sich mitten im Abstiegskampf.

Bei einer Pleite am Samstag in Stuttgart droht sogar das Überwintern auf jenem 16. Rang. Andererseits sagte sie auch viel über den Zustand der Schalker Mannschaft aus. Denn die Werkself spielte keineswegs die Sterne vom Himmel. Gegen ein schlechtes Team hat das noch schlechtere verloren. Es war unterirdisch.

Heidel gibt Tedesco Rückendeckung

Damit nimmt auch so langsam der Gegenwind für den 33-jährigen Trainer zu. Zumindest extern. Das lässt sich genauso wenig wegdiskutieren wie die Tatsache, dass sich der Vize-Meister in einer so großen Krise befinde, wie es vor der Saison wohl die wenigsten für möglich gehalten hätten. Intern genießt Tedesco allerdings weiterhin die volle Rückendeckung. „Ich tue mich total schwer damit, einen Trainer infrage zu stellen, den wir vor vier Monaten noch alle gefeiert haben“, erklärte Sportvorstand Christian Heidel, der den Vertrag mit Tedesco erst im Sommer bis 2022 verlängert hatte.

Der Coach weiß das zu schätzen. „Es tut noch mehr weh, wenn man das Vertrauen, das man spürt, nicht mit Punkten zurückzahlen kann“, sagte Tedesco, der sich dabei nicht in den Vordergrund stellte: „Über Schalke mache ich mir Sorgen. Ich bin mir dabei relativ wurscht.“

Die Bilder der Schalke-Niederlage gegen Bayer Leverkusen

Weniger wurscht sind ihm die Probleme seines Teams, die nicht von der Hand zu weisen sind. Es fehlt Kreativität. Es fehlt Inspiration. Und allen voran die Kaltschnäuzigkeit. Was Heidel nicht an der Arbeit seines Coaches ausmacht. Verständlich: Würde er ihn entlassen, würde das sofort ihn und seine Einkaufs-Politik in den Vordergrund rücken. Immerhin ist es die zweite Saison in seinem dritten Jahr auf Schalke, die alles andere als zufriedenstellend läuft. „Mit den Problemen, die wir haben, wird es für jeden Trainer schwer sein“, so der Manager mit Blick auf die Tatsache, dass beinahe das gesamte Sturm-Personal verletzungsbedingt nicht zur Verfügung steht.

Fährmann: Team steht hinter dem Trainer

Dennoch muss sich auch Tedesco immer mehr Fragen gefallen lassen. Die Mechanismen greifen nicht mehr. Seine permanente Rotation kommt nicht bei jedem gut an. Schließlich kann sich bei den vielen Wechseln kaum einer vernünftig einspielen – bei all der Diskussion nach aktueller Frische.

Geht es nach Ralf Fährmann, sei dies aber kein Problem im Team, wie er versicherte. „Ja, alle. Alle“, antwortete der Kapitän auf die Frage, ob die Truppe noch hinter Tedesco stehe. „Vom Zeugwart über den Koch über die Torhüter bis hin zum Angriff. Alle.“

Doch die Bilder sprechen zumindest teilweise eine andere Sprache. Sebastian Rudy, als Königstransfer und als Wunschspieler von Tedesco für 16 Millionen Euro vonm FC Bayern gekommen, verließ als einer der ersten die Katakomben. Der Nationalspieler stand gegen Leverkusen nicht einmal im Kader. „Wir waren mit den letzten beiden Spielen nicht so ganz einverstanden“, bestätigte Tedesco. Die Abläufe und die Spielweise kenne er, meinte der Coach. Ob Rudy das Ganze noch nicht verinnerlicht hätte, beantwortete der Trainer nach kurzem Innehalten mit einem knappen „ja“. So knapp fiel seine Analyse am Tag danach wohl nicht aus.

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Quelle: wa.de

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