Pleite in Porto

Schalke alarmierend harmlos und mutlos - Fan-Wut wächst

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Schalker Frust nach der Niederlage in Porto.

Schalkes Niederlage in Porto hat sportlich zwar keine negativen Auswirkungen, könnte aber für einen Stimmungswandel sorgen. Einige Aspekte im königsblauen Spiel sind alarmierend. 

Porto - Eigentlich war ja nichts passiert. Zwar war die 1:3-Niederlage beim FC Porto im vorletzten Gruppenspiel enttäuschend, aber die Qualifikation für das Achtelfinale hatte der FC Schalke 04 ohnehin schon in der Tasche. „Oh, wie ist das schön“, skandierte ein Teil rund 5000 mitgereisten Anhänger – gepaart mit Pfiffen für die Mannschaft. Ein klares Indiz für Sarkasmus. Denn so schön war der königsblaue Auftritt in Porto nicht. Vielmehr offenbarte er, wo es bei Königsblau hakt. Die Stimmung droht zu kippen.

Umso irritierender, dass die Schalker einmal mehr versuchten, sich nicht mit dieser Kritik auseinanderzusetzen. Was die Tatsache belegt, dass die Truppe sich nur relativ kurz den Fans stellen wollte. „Wir haben hochverdient gegen einen sehr starken Gegner verloren. Aber unsere Fans haben nicht gepfiffen“, behauptete Cheftrainer Domenico Tedesco. Mehr Verständnis zeigte Alessandro Schöpf: „Sie nehmen einen weiten Weg auf sich, da kann man auch hingehen und applaudieren. Das hat auch ein bisschen etwas mit Respekt zu tun.“ Tedesco hatte ein Großteil der Mannschaft zurückrufen müssen, um sich den Anhängern zu stellen.

Die meisten Schalker Protagonisten wollte viel mehr die Leistung in der gesamten Gruppenphase und den Einzug in die Runde der besten 16 herausstellen. Die Pleite bei den Portugiesen war demnach tatsächlich kein Beinbruch. Sie zeigte aber, woran es bei den Knappen kränkt – und erklärt ebenso die bislang magere Ausbeute in der Bundesliga.

Weit von Top-Teams entfernt

Sie war auch ein Beleg dafür, dass es in dieser Spielzeit nicht reicht, um mit den ganz Großen mitzuhalten. „Wir haben nicht mit der breiten Brust gespielt wie gegen Nürnberg, aber Porto ist natürlich auch ein anderes Niveau“, erklärte Kapitän Ralf Fährmann.

Schwache Schalker verlieren verdient in Porto

Ein Niveau, von dem Schalke derzeit weit weg ist. Gegen sieben Teams der aktuellen Top neun in der Meisterschaft holte Königsblau nur einen Punkt – mit dem Anti-Fußball beim 0:0 in Leipzig. In Porto hatten die Knappen nach der Pause „20 Minuten, in denen man Angst bekommen hat“, erklärte Sportvorstand Christian Heidel: „Da sind wir fast überrollt worden.“

Gegen derartige Kaliber fehlt der Tedesco-Truppe schlichtweg ein Plan, eine Idee. Struktur im Spiel. Aber auch die Courage. Was sich direkt auf die harmlose Offensive niederschlägt.

Kein Mut, kein Vertrauen

„Dem einen oder anderen fehlen vielleicht ein bisschen Mut und Vertrauen“, räumte Schöpf ein: „Wenn du vorne wenige Chancen hast, kannst du die Spiele nicht gewinnen. Das müssen wir uns ankreiden lassen, dass wir da effektiver werden. Das verfolgt uns bislang die gesamte Saison. Das war ja nicht nur in Porto so, dass wir uns wenige Chancen herausarbeiten.“

Trainer Domenico Tedesco und die Schalker Spieler holten sich Pfiffe von den Fans ab.

Hinzu kam, dass mit Steven Skrzybski ein weiterer Ausfall in der „Abteilung Attacke“ - so zumindest in der Theorie – hinzukam. Der Der 26-Jährige verletzte sich im ersten Durchgang an der Schulter, eine genaue Diagnose steht noch aus. Zuvor fielen bereits Mark Uth, Breel Embolo, Cedric Teuchert und Guido Burgstaller aus. „Dass es dann schwer ist, ein Offensiv-Feuerwerk abzubrennen, wenn fünf Stürmer fehlen, ist klar“, meinte Heidel. Allerdings gab es – mit Ausnahme von Nürnberg – zuvor auch schon keines.

Die Probleme sind aber viel größer. Denn auch die im Vorjahr so kompakte Defensive wackelt immer mehr. Bei den Gegentoren in Porto fehlten Zugriff, Zuordnung. Teilweise hatte das nicht einmal mehr etwas mit Begleitschutz zu tun. „Wir wollen nicht von einem Negativ-Trend sprechen, weil wir ein Spiel verloren haben“, sagte Heidel. Die Art und Weise sollte aber die Alarmsirenen schrillen lassen. Sonst werden die Pfeifkonzerte der Fans so schnell nicht enden.

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Quelle: wa.de

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