Ex-Schalker im Interview

Ehemaliger S04-Kapitän Höwedes: "Hätte meine Karriere gerne auf Schalke beendet"

Fast drei Jahre ist es her, dass Benedikt Höwedes Schalke 04 verlassen hat. Der Blick des ehemaliges S04-Kapitän wandert dennoch regelmäßig zurück.

  • Vor fast drei Jahren verließ Benedikt Höwedes den FC Schalke 04.
  • Über Juventus Turin gelangte der ehemalige S04-Kapitän zu Lokomotive Moskau.
  • Seine Karriere hätte Höwedes dennoch gerne woanders beendet.

Update vom 10. Mai, 16.25 Uhr: Beinahe drei Jahre ist es nun her, dass Schalkes ehemaliger Kapitän Benedikt Höwedes vonDomenico Tedesco ausgemustert wurde. Über die Station Juventus Turin fand Höwedes sein neues Glück in Russland bei Lokomotive Moskau. Sein Blick wandert dennoch regelmäßig rüber nach Deutschland - und insbesondere zu seinem königsblauen Herzensklub.

"Es ist mein Wohnzimmer über so viele Jahre gewesen", erinnert sich Höwedes in einem Gespräch mit Sky an seine Verabschiedung aus der Schalker Veltins Arena. Nach der Champions-League-Partie mit seinem aktuellen Klub Lokomotive Moskau, ausgerechnet bei Schalke 04, wurde der 32-Jährige von minutenlangen Sprechchören und stehenden Ovationen beim Gang durch das Gelsenkirchener Stadion nach dem Schlusspfiff begleitet. "Bei den Bildern bekomme ich noch immer Gänsehaut", so Höwedes.

Zwar sei der Ex-Schalker froh, noch einmal die Gelegenheit bekommen zu haben, Erfahrungen im Ausland in Turin und Moskau zu machen. Dennoch betont Höwedes: "Ich hätte gerne meine Karriere bei Schalke beendet, aber irgendwann haben sich die Wege aus bekannten Gründen getrennt." 

Höwedes bedauert sein frühes Amt als Kapitän bei Schalke 04

Moskau - Sechs Jahre lang trug Benedikt Höwedes die Kapitänsbinde des FC Schalke 04, ehe ihn der damalige Coach Domenico Tedesco von seinem Amt entbunden hatte und damit für einen Paukenschlag sorgte. Es war ein ebenso überraschender wie auch bitterer Nackenschlag für den damals 29-Jährigen, der deshalb im Sommer 2017 zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin wechselte.

"Vor allem die Art und Weise, wie die Trennung abgelaufen ist, hat mich gekränkt", sagte Höwedes in einem interview bei Spox und Goal. Mittlerweile scheint der 31-Jährige Innenverteidiger sein Glück in Russland bei Lokomotive Moskau gefunden zu haben, kommt dort in der laufenden Saison bereits auf 20 Pflichtspieleinsätze.

Ex-Schalker Höwedes bedauert frühen Aufstieg zum Mannschaftskapitän 

Mannschaftskapitän ist er beim Champions-League-Starter (noch) nicht. Blickt er zurück auf seine Zeit bei seinem Ausbildungsklub Schalke 04, dürfte er diese Tatsache wohl durchaus verkraften können. Zumal er noch immer bedaure, dass er das Amt des königsblauen Spielführers "zu früh und zu jung" ausüben musste. 

"Die Verantwortlichen hatten damals das Ziel, dass ich an meiner Rolle wachse und lerne, noch mehr Verantwortung zu übernehmen", zeigt Höwedes Verständnis. Zumal er, ähnlich wie das damals missglückte Projekt um Julian Draxler, zur Schalker Identifikationsfigur aufsteigen sollte. "Ich kann gut nachvollziehen, dass es für Jule sehr schwer war. Er war der Hoffnungsträger des Klubs", zeigte Höwedes Verständnis.

Julian Draxler fand sich bei Schalke 04 in ähnlicher Position wieder

Er selbst fand sich Jahre zuvor in einer ähnlichen Position wieder - und einer wohl noch größeres Last ausgesetzt, die er zu stemmen hatte. "Mich hat es zwar mit unheimlich viel Stolz erfüllt, Schalke-Kapitän zu sein", betonte Höwedes. "Aus heutiger Sicht war es aber nicht der richtige Schritt." 

Weil er einer der Jüngsten auf dem Platz war, wie er seine Argumentation begründete. Denn neben Alphatieren wie wie Raul, Jermaine Jones, Christoph Metzelder oder Klaas-Jan Huntelaar sei es alles andere als einfach gewesen, sich zu behaupten.

Höwedes: "...leider ist es nicht mehr Realität geworden"

Geschafft hatte es Höwedes dennoch - bis zu seiner Ausmusterung 2017. Anschließend übernahmen Amine Harit und Co. das Sagen in der Kabine. "Ich hatte die Vision, etwas Großes mit Schalke zu erreichen", erinnerte er sich. Durchaus etwas Großes bei Schalke 04 hat Rudi Assauer erreicht.

"Mein großes Ziel war es, auf Schalke Deutscher Meister zu werden oder zumindest noch einmal den Pokal zu holen. Ich war und bin der festen Überzeugung, dass ein Titel mit Schalke viel mehr wert ist als ein Titel mit Bayern München. Dafür habe ich gelebt und hart gearbeitet - leider ist es nicht mehr Realität geworden", so Höwedes weiter.

Quelle: wa.de

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