Rassismus-Eklat auf Schalke

Tönnies sagt nach umstrittenen Zitat eine Veranstaltung ab – Organisator ist verärgert

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Clemens Tönnies hat nach seinem umstrittenen Zitat einen lange geplanten Auftritt in Paderborn abgesagt.

Clemens Tönnies hat nach seinem umstrittenen Zitat und der rassistischen Afrika-Äußerung nun eine Veranstaltung abgesagt – das sorgte für Irritation.

Update 24. August, 19.01 Uhr: Nachdem die Schalker Fans ihrem Klub-Boss Clemens Tönnies per Plakat schon vor zwei Wochen im Pokal-Spiel die Rote Karte gezeigt hatten, setzten im Heimspiel der Königsblauen gegen den FC Bayern auch die Anhänger des Rekordmeisters ein Zeichen, wie hier nachzulesen ist.

Update 22. August, 9.57 Uhr: Clemens Tönnies hat nach seinem rassistischen Zitat nun eine Veranstaltung im Kreis Paderborn abgesagt. Darüber ist der Organisator des Erntedankfests in Espeln, Günter Austermeier, ziemlich verärgert.

S04-Aufsrichtsratsboss Clemens Tönnies hatte mit einer rassistischen Äußerung gegenüber Afrikanern für einen Aufschrei der Empörung gesorgt. Sein Zitat über die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika im Wortlaut: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Eigentlich sollte er jetzt eine Festrede am 1. September halten. "Er hat zu Beginn der Woche abgesagt", erklärt der Vorsitzende des Espelner Bürgervereins Austermeier gegenüber nw.de, das zuerst über den Tönnies-Fall berichtete. Austermeier selbst wollte sich zum Rassismus-Vorfall und dem Zitat von Tönnies nicht äußern. "Ich ärgere mich vor allem darüber, dass wir nun keinen Festredner haben", sagte er.

Fall Tönnies: DFB-Ethikkommission befragte auch Asamoah

Update 16. August, 9.46 Uhr: Die DFB-Ethikkommission hat im Fall der Afrika-Äußerungen des Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies auch den früheren Profi Gerald Asamoah befragt. Das bestätigte der Kommissionsvorsitzende Nikolaus Schneider am Freitag in einem Interview des Bayerischen Rundfunks (Bayern 2, radioWelt am Morgen).

"Sehr bewusst mit einem Menschen, der ja betroffen war von dieser Äußerung von Herrn Tönnies", sagte Schneider über das Telefonat mit Asamoah während der Sitzung am Donnerstag. 

Die Kommission habe Tönnies in einem Telefonat "mit dem Rassismus-Vorwurf konfrontiert und auch seine völlig verfehlte Wortwahl sehr deutlich angesprochen", sagte Schneider. Tönnies habe "noch einige Informationen gegeben, die wir vorher so nicht kannten, die bisher auch so in der Presse nicht rumgegangen sind. Und wir müssen jetzt an dieser Stelle noch einiges nacharbeiten", sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Der Ex-Schalke-Profi Asamoah, langjähriger königsblauer Weggefährte von Tönnies, hatte zuletzt öffentlich Kritik geäußert. Er sei "sehr überrascht, geschockt und auch verletzt", hatte der gebürtige Ghanaer und Manager des Schalker U23-Teams gesagt. "Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen. Das können wir nicht dulden."

DFB-Ethikkommission vertagt Entscheidung im Fall Tönnies

Update 15. August, 15.13 Uhr: Die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Entscheidung im Fall des Schalker Aufsichtsratsbosses Clemens Tönnies vertagt.

"Wir brauchen noch Hintergrund-Informationen. Das ist eine Sache von Wochen, nicht von Monaten", sagte der Kommissions-Vorsitzende Nikolaus Schneider nach der Sitzung des vierköpfigen Gremiums am Donnerstag in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main.

Update 15. August, 10.25 Uhr: Schalkes Kapitän Alexander Nübel hat seinem umstrittenen Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies in der Rassismus-Debatte den Rücken gestärkt. "Dass man das, was Herr Tönnies gesagt hat, nicht sagen und auch nicht einmal denken darf, ist in meinen Augen unstrittig", sagte der 22 Jahre alte Nübel dem kicker: "Ich will aber betonen, dass die Äußerungen überhaupt nicht dem Bild entsprechen, das ich von ihm habe. Er ist auf gar keinen Fall ein Rassist."

Am Donnerstag beschäftigt sich die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit dem Fall. Tönnies hatte in einer Rede die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika empfohlen und gesagt: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Nübel hatte aber nicht nur zum Rassismus-Vorfall rund um Clemens Tönnies Stellung bezogen. Der Schalke-Kapitän äußerte sich auch zu seiner Vertragssituation auf Schalke

Tönnies bekommt Kritik von Gauck bei Maischberger

Update 14. August, 20.34 Uhr: Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat den Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wegen dessen Aussagen über Afrikaner heftig kritisiert. Er würde das "niemals akzeptieren, was er sagt, weil es mir zu rassistisch klingt", sagte der 79-Jährige am Mittwoch in der ARD-Talkshow "maischberger. die woche". "Aber so lange der Mann noch zuhört und Argumenten zugänglich ist oder sich sogar entschuldigt, würde ich mit ihm kämpfen und streiten."

Gauck warnte: "Wenn Menschen eine Pauschalierung betreiben, die Afrikaner, die Ossis, die Wessis, und wenn diese Pauschalierung mit Herabwürdigung verbunden ist, dann ist das der Beginn von einem Zustand, den wir nicht dulden sollten."

Bekannter Ex-Schalker würde Tönnies nicht als S04-Boss halten – alles zum Rassismus-Skandal

Update, 14. August, 16.49 Uhr: Andreas Müller, ehemaliger Funktionär und Spieler des FC Schalke 04, hätte nicht an Clemens Tönnies festgehalten nach dessen rassistischen Aussagen.

"Von den Fans kam ein klares Signal mit der Roten Karte", sagte Müller bei Sky Sport News HD. S04-Anhänger hatten im Rahmen der DFB-Pokal-Partie gegen die SV Drochtersen/Assel, eine Choreo gegen Tönnies vorbereitet. Schalke siegte zwar – die Auslosung der zweiten Runde findet am Sonntag, 18. August, statt – der Unmut gegen Tönnies und auch gegen die Entscheidung des Vereins war aber deutlich zu spüren.

"Der Verein ist halt größer als eine einzelne Person. Herr Tönnies hätte vielleicht auch von sich aus zurücktreten können als Aufsichtsratsvorsitzender – er hätte ja trotzdem Teil des Gremiums bleiben können", so Müller. Das wäre ein deutlicheres Zeichen der Reue gewesen.

Dieser Promi tritt wegen Tönnies als Schalke-Mitglied aus – Rückendeckung von anderen

Update, 12. August, 15.31 Uhr: Auch prominente Schalker ziehen die Konsequenzen aus dem Rassismus-Skandal um Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies: Schauspieler Peter Lohmeyer, bekennender Anhänger der Königsblauen, ist als Vereinsmitglied ausgetreten.

 "Schalke 04 war immer ein Vorreiter im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus, und darauf war ich immer sehr stolz. Jetzt wird das durch den Metzger in Frage gestellt, und das macht mich sauer – und traurig", sagte der 57-Jährige im Interview mit 11Freunde.

Sternekoch Müller begrüßt Tönnies-Aussagen – der Grund ist alarmierend

Update, 10. August, 11.48 Uhr: Der Essener Sternekoch Nelson Müller findet die Aussagen von Clemens Tönnies gar nicht so schlimm – wenn man die Entwicklung betrachtet. "Ich finde es gut, dass diese Aussagen gefallen sind." Dadurch komme "das Gedankengut vieler" an die Oberfläche, teilte Müller in einer Stellungnahme mit.

"Wir haben ja ein Grundgesetz. Mit solchen Aussagen wird immer wieder bewiesen, dass viele es einfach nicht verstanden haben. Will sagen: Die Leute brauchen scheinbar mehr Wissen und vielleicht braucht Herr Tönnies ja eine Weiterbildung." Jemand wie er, der auf der privilegierten Seite des Lebens stehe, könne dadurch nur profitieren "und mit dem neuen Wissen viel bewegen", meint der 40-Jährige.

Müller genießt als Koch eine gewisse Berühmtheit, tritt auch immer mal wieder im Fernsehen auf. Der Sternekoch betreibt zwei Restaurants in Essen. Müller bezeichnet sich selbst als "Stuttgarter Junge mit ghanaischen Wurzeln".

Stevens nimmt Tönnies in Schutz: Das sagt Schalkes Jahrhunderttrainer

Update 9. August, 11.21 Uhr: Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens hat sich hinter Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies gesellt. Der Boss der Königsblauen sei kein Rassist, sagte der Niederländer im Interview mit der Bild: "Für ihn zählt nicht Hautfarbe eines Menschen, sondern sein Charakter. Er hat sich in meiner Gegenwart auch vorher nie so geäußert."

Derweil betonte Stevens, die Tönnies' Aussagen über Afrikaner nicht akzeptabel gewesen seien. Dennoch wäre ein gänzlicher Rücktritt in den Augen des 65-Jährigen zu viel gewesen.

"Natürlich hat er etwas gesagt, das so nicht geht", meinte Stevens: "Er hat sich ehrlich entschuldigt, bereut seine Aussagen. Jeder verdient eine zweite Chance."

Stevens weiter: "Er hat sich im Nachhinein selbst erschrocken. Nicht umsonst hat er dem Ehrenrat vorgeschlagen, seine Ämter vorerst ruhen zu lassen. Er, als riesiger Schalke-Fan, darf drei Monate nichts mit dem Klub zu tun haben, wird nicht zu den Spielen kommen."

Derweil hofft Stevens, dass die angekündigten Fan-Proteste sich nicht negativ auf die Mannschaft auswirken werden: "Sobald die Saison losgeht, müssen wir uns auf das Sportliche konzentrieren. Wir hatten ein ganz schwieriges Jahr und haben den Klassenerhalt nur zusammen geschafft. Auch die neue Spielzeit wird alles andere als einfach, da bin ich ganz ehrlich. Deswegen appelliere ich an die Fans: Unterstützt die Mannschaft, wenn der Ball rollt!"

Wagner äußert Wunsch an Fans

Update 8. August, 12.32 Uhr: Vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison am Samstag im DFB-Pokal bei Regionalligist SV Drochtersen/Assel (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) hat sich Schalkes Trainer David Wagner auch zur Causa Clemens Tönnies geäußert – und unlängst auch zur umstrittenen 50+1-Regel.

"Unabhängig von der Person Clemens Tönnies, finde ich: Wenn eine Person des öffentlichen Lebens einen Fehler gemacht hat, der zu verurteilen ist und nicht vorkommen darf, aber danach tiefste Reue zeigt, dann hat dieser Mensch eine Chance verdient, es besser zu machen", erklärte der 47-Jährige.

Wagner habe das gemeinsam mit Sportvorstand Jochen Schneider auch mit der Mannschaft thematisiert. "Jeder hatte die Möglichkeit, Gehör zu finden. Auch hier gilt: Jeden persönlichen Umgang damit respektiere ich."

Gleiches gelte für den Fall, sollten sich die Anhänger der Königsblauen mit diversen Protesten und Aufständen zu Wort melden, "aber es gibt dann einen Moment, wenn es nur um das Spiel geht und darum, die Mannschaft zu unterstützen. Das ist am Samstag ab 15.30 Uhr der Fall. Daran appelliere ich, dass das passieren muss."

Tönnies verzichtet wohl auf Stadion-Besuche

Update 8. August, 9.42 Uhr: Aufsichtsratschef Clemens Tönnies vom FC Schalke 04 wird während seines dreimonatigen Rückzugs offenbar auf Stadionbesuche verzichten. Das berichtet die Bild-Zeitung am Donnerstag.

In diesen Zeitraum fallen auch die Heimspiele gegen Rekordmeister Bayern München (24. August) und das Revierderby gegen Borussia Dortmund (26. Oktober).

Der S04-Ehrenrat hatte den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies am Dienstagabend vom Vorwurf des Rassismus freigesprochen. Der Klub-Boss selbst schlug vor, dass er sein Amt drei Monate ruhen lasse. Diesem Ansinnen von Tönnies wurde vonseiten des Schalker Ehrenrates zugestimmt.

Appell von Höwedes an die Schalker

Update 7. August, 16.23 Uhr: Schalkes langjähriger Kapitän Benedikt Höwedes hat sich zu den aktuellen Entwicklungen rund um den Aufsichtsratsvorsitzenden der Königsblauen, Clemens Tönnies, geäußert.

"Ich bin sprachlos, dass so etwas in unserem Land passiert", erklärte der sagte der 31-Jährige im Gespräch mit t-online.de: "Wir sind alle gefordert, dass wir den schleichenden Alltagsrassismus im Keim bekämpfen und uns klar und deutlich gegen jede Art von Rassendiskriminierung und Fremdenfeindlichkeit positionieren."

Höwedes, aktuell bei Lok Moskau unter Vertrag, meinte in Richtung der königsblauen Vereinsmitglieder: "Als Schalker wünsche ich mir, dass wir noch aktiver vorgehen und keine Angst vor harten Entscheidungen haben. Ob die jetzige Entscheidung ausreicht, müssen die Experten vor Ort beurteilen."

Nach Tönnies-Urteil: Schalker Vorstand kämpft um guten Ruf

Update 7. August, 14.11 Uhr: Nach dem Eklat um Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und der schwammigen Erklärung des Ehrenrates zu diesem Vorfall kämpft der dreiköpfige Vorstand von Schalke 04 um den guten Ruf des Fußball-Bundesligisten.

"Wir sind uns des Schadens bewusst, den der Verein in den letzten Tagen erlitten hat. Wir werden noch intensiver daran arbeiten, um innerhalb und außerhalb des Vereins deutlich zu machen, dass der FC Schalke 04 für die Werte einer weltoffenen, freien und multikulturellen Gesellschaft steht", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichen Erklärung des Führungstrios Jochen Schneider (Sport), Peter Peters (Finanzen und Organisation) und Alexander Jobst (Marketing und Kommunikation).

Nach Ansicht des Vorstands spiegele die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit dies derzeit aber nicht wider: "Bei aller Emotionalität und Aufgeregtheit der letzten Tage lassen wir den Ruf des Vereins nicht auf eine diskriminierende Aussage reduzieren."

Es käme nun darauf an, "dass sich Mitglieder, Fans und Verantwortliche auf das Wesentliche, den Verein, besinnen. Dabei spielt Zusammenhalt eine ganz wichtige Rolle. Gerade in schwierigen Situationen beweist sich die Kraft von Schalke 04, seinen Fans und Mitgliedern - das hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt."

Der Vorstand geht in seinem Statement aber weder genauer auf die Äußerungen von Tönnies, noch auf die Stellungnahme des Ehrenrates von Dienstagabend ein. Er betont lediglich: "Wir stehen seit vielen Jahren für soziales Engagement und unterstreichen dies eindrucksvoll und nachhaltig durch eine Vielzahl an Projekten unserer Stiftung Schalke hilft!. Daran werden wir zukünftig noch couragierter arbeiten." Man betone noch einmal, "dass wir uns immer, überall und jederzeit entschieden gegen Rassismus und jede sonstige Form von Diskriminierung stellen. Die Werte des Vereins sind sein höchstes Gut, sie stehen über allem und allen", so die Schalker Führung.

Update 7. August, 11.32 Uhr: Die DFB-Ethikkommission wird sich auch nach der Entscheidung des Schalker Ehrenrats noch mit den Aussagen von Clemens Tönnies beschäftigen. Der Vorsitzende des Gremiums, Nikolaus Schneider, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Fall weiterhin auf der Agenda für die nächste Sitzung am 15. August steht. Die Kommissionsmitglieder könnten aber auch zügig entscheiden, das Thema für sich zu den Akten zu legen.

Tönnies' Aussage beim Paderborner Tag des Handwerks im Mitschnitt

Die Ehrenratssitzung am Dienstagabend hatte ergeben, dass Tönnies sein Amt beim Fußball-Bundesligisten nach seinen umstrittenen Aussagen über Afrika für drei Monate ruhen lassen will. Das Gremium kam zu dem Ergebnis, "dass der gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des S04, Clemens Tönnies, erhobene Vorwurf des Rassismus unbegründet ist", wie es in der Mitteilung hieß. Vorzuwerfen sei dem Unternehmer "allerdings, gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben."

Die DFB-Ethikkommission kann selbst kein Urteil fällen. Das dreiköpfige Gremium kann lediglich Anklage erheben, über die dann die DFB-Gerichtsbarkeit entscheiden muss.

Update 7. August, 10.44 Uhr: SPD-Politikerin Dagmar Freitag hat die Entscheidung des Ehrenrates von Schalke 04 im Fall Clemens Tönnies kritisiert und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in dieser Angelegenheit zum Handeln aufgefordert. Auf NDR Info sagte die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, sie sei enttäuscht, wie das Gremium auf die Äußerungen des Aufsichtsratschefs reagiert habe.

"Natürlich, wenn ich einen ganzen Kontinent und seine Bevölkerung letztlich in eine Ecke stelle, dann erfüllt das für mich schon eher den Tatbestand des Rassismus als 'nur' den der Diskriminierung". Freitag warnte zugleich vor der gesellschaftlichen Wirkung solcher Aussagen: "Solche Entgleisungen sind ein Tabubruch ohne Skrupel (...) - und ihre Wirkung in die Gesellschaft, die sie haben, ist - insbesondere in diesen Zeiten - verheerend."

Freitag forderte den DFB auf, deutlicher Kritik zu üben. Sie erinnerte an den Fußball-Slogan "Say no to Racism" - "Sage nein zu Rassismus". "Alleine das müsste den DFB natürlich in seiner Linie bestärken, eine klarere Haltung zu finden", sagte Freitag.

Merkels Afrikabeauftragter: Von Tönnies angesprochene Probleme "real"

Update 7. August, 9.21 Uhr: Der Persönliche Afrikabeauftragte von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Günter Nooke (CDU), fordert nach der Kritik an den Äußerungen von Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies eine ehrliche Debatte zu diesem Thema. "Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sind real und darüber muss gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden", sagte Nooke dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch).

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn vergangene Woche Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte Tönnies, der sein Amt nun für drei Monate ruhen lassen will.

Der Schalker Ehrenrat hatte nach einer Sitzung am Dienstagabend mitgeteilt, dass der Vorwurf des Rassismus unbegründet sei, Tönnies jedoch gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen habe. "Leider erschweren Sätze wie die von Herrn Tönnies jede konstruktive Diskussion. Wir müssen uns alle um eine angemessene Sprache bemühen. Jeder sollte sich mit Respekt behandelt fühlen", hatte Nooke dem RND vor der Sitzung des Schalker Ehrenrates am Dienstagabend gesagt.

Nach Anhörung vor Ehrenrat: Tönnies lässt Amt für drei Monate ruhen

Update 6. August, 23.04 Uhr: Clemens Tönnies lässt sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrates des FC Schalke 04 für einen Zeitraum von drei Monaten ruhen. Das hat der Verein nach der Sitzung des Ehrenrates auf seiner Homepage mitgeteilt.

Wörtlich heißt es: "Der Ehrenrat des FC Schalke 04 hat am Dienstagabend in der Sache Tönnies verhandelt. Das Gremium ist nach mehrstündiger Sitzung zu dem Ergebnis gelangt, dass der gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des S04, Clemens Tönnies, erhobene Vorwurf des Rassismus unbegründet ist.

Vorzuwerfen ist ihm allerdings, gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben.

Clemens Tönnies hat diese – insbesondere den Vorsitzenden des Aufsichtsrats treffende – Pflicht verletzt. Den Verstoß hat er in der Sitzung vom Dienstag eingeräumt und ein weiteres Mal sein Bedauern zum Ausdruck gebracht.

Clemens Tönnies hat aufgrund dessen erklärt, sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats und dessen Vorsitz für einen Zeitraum von drei Monaten ruhen zu lassen. Danach wird er seine Tätigkeit im Aufsichtsrat wieder aufnehmen.

Der Ehrenrat begrüßt die Haltung von Clemens Tönnies und nimmt beide Erklärungen zustimmend zur Kenntnis."

Update, 22.48 Uhr: Es bleibt dabei - kein offizielles Statement bislang von Königsblau zur Anhörung von Clemens Tönnies vor dem Ehrenrat. Rüge, Ausschluss auf Zeit oder Trennung - das alles könnte das fünfköpfige Gremium beschließen. Was indes im Konferenzraum des Stadions passiert, bleibt ein Geheimnis. Mal schauen, wie lange noch... Aktuell ist nicht einmal klar, ob Tönnies selbst immer noch vor dem Ehrenrat aussagt oder ob der sich bereits in Sachen Entscheidungsfindung berät.

Update, 21.50 Uhr: "Die Anhörung von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies vor dem Ehrenrat des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 dauert an." Das teilte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Dienstagabend mit - naturgemäß ohne Details zum bisherigen Verlauf des Abends.

Wie lange die Anhörung andauern würde, war nicht abzusehen. Möglich galt aber eine Sitzungsdauer bis in die späten Abendstunden. Dies bestätigte eine Sprecherin des Clubs, ohne jedoch genauere Zeiten und den Tagungsort bekanntzugeben. 

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung traf Tönnies am frühen Abend an der Schalker Geschäftsstelle ein. Der Ehrenrat des Clubs soll sich in einem Konferenzraum des Stadions getroffen haben. Dort habe Tönnies wenig später vor dem Gremium ausgesagt.

Update, 17.20 Uhr: Schon vor der möglichen Entscheidung über die Zukunft von Clemens Tönnies hat die Schalker Fan-Initiative Proteste angekündigt. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Mensch damit umgehen kann, den Verein öffentlich zu repräsentieren. Es wird auf jeden Fall Proteste geben, sollte alles beim Alten bleiben", sagte Susanne Franke von der Schalker Fan-Initiative beim TV-Sender Sky.

Späte Entscheidung erwartet: Was wird aus Tönnies auf Schalke?

Update, 13.31 Uhr: Eine Entscheidung über die Zukunft von Clemens Tönnies, der sich dem Vorwurf des Rassismus ausgesetzt seiht, könnte noch heute fallen. 

Auf Nachfrage wollte der FC Schalke 04 sich allerdings  nicht auf eine bestimmte Zeit festlegen, wann eine Entscheidung bezüglich der Afrika-Aussagen getroffen wird. Sicher ist: Der Ehrenrat tagt auf Schalke. Meldungen zufolge soll es um 15 Uhr starten. Mit einer Entscheidung zum Fall Tönnies ist aber erst am späten Abend – wenn überhaupt – zu rechnen.

Der FC Schalkte 04 teilte dieser Redaktion lediglich mit, "dass der Ehrenrat heute (Dienstag, Anm.d.Red.) tagt und wir im Anschluss daran Ergebnisse der Sitzung über die Vereinskanäle bekannt geben werden". 

Ob tatsächlich auch Spieler (siehe Update vom 6. August, 9.50 Uhr) befragt werden, inwiefern Tönnies sie in irgendeiner Form rassistisch beleidigt hätte, ist nicht gesichert. Der S04 schrieb auf Nachfrage: "Die Aussage der Bild können wir nicht bestätigen." In dem Bericht heißt es, dass Ehrenrat auch Spieler zum Thema Rassismus und Tönnies befragen wolle.

Bringt Ex-Schalker Naldo jetzt Tönnies zu Fall?

Update vom 6. August, 9.50 Uhr: Auf Schalke tagt am heutigen Dienstag der Ehrenrat, um über die Zukunft von S04-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies zu entscheiden.

Tönnies hatte sich rassistisch gegenüber Afrikaner geäußert, muss sich nun für diese Aussage verantworten. Eine Rolle könnten dabei wohl die beiden Ex-Schalker Thilo Kehrer (PSG) und Naldo (AS Monaco) sowie die aktiven Knappen Salif Sané und Suat Serdar spielen.

Wie die Bild berichtet, will der Ehrenrat nämlich offenbar auch Spieler mit Migrationshintergrund zum Gebaren von Tönnies befragen – im Extremfall könnte also Naldo für eine Amtsenthebung des Fleisch-Oligarchen sorgen.

Tönnies vor Rücktritt? Rehhagel, Stevens und Gabriel ergreifen Partei für Schalke-Boss

Währenddessen springen Tönnies Größen aus Politik und Sport zur Seite. "Wer ihn kennt, wer seit langem mit ihm zusammenarbeitet, der weiß, dass Clemens die Menschen mag wie sie sind - völlig unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder Religion. Ihm geht es stets um den Charakter eines Menschen - nie um die Farbe seiner Haut", erklärte Jahrhundertrainer Huub Stevens gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Otto Rehhagel ergänzte, dass er Tönnies "stets als ehrlichen und sehr sozial engagierten Menschen kennengelernt" habe – als einen, "dem nur wichtig ist, wie sich ein Mensch verhält und nicht, woher er kommt."

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel ergreift ebenfalls Partei für  S04-Boss Tönnies und meinte, "der Spruch" sei "garantiert daneben" gewesen. Den Schalke-Chef aber zum Rassisten zu machen, sei "absoluter Quatsch". Wer Tönnies kenne, "weiß, dass das nun wirklich nicht stimmt. Vor allem aber verniedlicht dieser Vergleich die wirklichen Rassisten."

Update, 17.09 Uhr: Beim Revierrivalen Borussia Dortmund ist nun ebenfalls eine Rassismus-Debatte aufgekommen. Stadionsprecher Nobby Dickel hatte im Rahmen einer Berichterstattung Italiener beleidigt, Ex-Profi Patrick Owomoyela hat die Fans dabei mit einer missglückten Hitler-Parodie verärgert.

Prominenter FDP-Politiker stärkt Tönnies nach Afrika-Aussagen den Rücken

Update, 14.27 Uhr: Viel Kritik gab es bislang für Clemens Tönnies und seine umstrittenen Afrika-Aussagen. Der S04-Aufsichtsratsvorsitzende bekommt aber auch Rückendeckung – etwa von FDP-Vize Wolfgang Kubicki.

Bei Facebook veröffentlichte Kubicki ein Statement zum Fall Tönnies. "Die ziemlich drastische Aussage von Clemens Tönnies war nicht nur zulässig, sondern vielleicht auch notwendig, um auf ein Riesendilemma der selbst ernannten Klimaaktivisten hinzuweisen", heißt es dort.

Tönnies bekommt Zustimmung von FDP-Politiker Kubicki

Der Bundestagsvizepräsident lässt daraufhin eine kurze Hochrechnung zum Bevölkerungswachstum folgen. Es würde am Ende des Jahrhunderts zu viele Menschen geben, die ernährt, untergebracht, beschäftigt werden und deren Mobilitätsbedürfnisse sicher nicht geringer sein werden als heute. Wenn es nicht gelingt - und dies geht nur über Bildung und wirtschaftliche Perspektive -, das Bevölkerungswachstum in den Griff zu kriegen, können wir uns alle Überlegungen zum Erreichen der Weltklimaziele in die Haare schmieren", meint Kubicki.

Tönnies hatte mit Blick auf geplante Steuererhöhungen für einen besseren Klimaschutz gefordert, das man lieber Kraftwerke in Afrika bauen sollen: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte Tönnies.

Tönnies in der Kritik – Cacau und Asamoah verurteilen Verhalten

Update vom 5. August, 13.32 Uhr: Nachdem bereits Politiker, Sportler und zuletzt unter anderem auch Schalke-Legende Gerald Asamoah Stellung bezogen haben zu Clemens Tönnies und seinen rassistischen Aussagen, meldet sich nun Cacau zu Wort. Der DFB-Integrationsbeauftragte verurteiltes das Verhalten des S04-Aufsichtsratschefs Tönnies scharf.

"Mich haben die verächtlichen Worte von Clemens Tönnies schockiert, und je länger ich darüber nachdenke, desto unvorstellbarer wird es, dass ein Mann seiner Position und Erfahrung so generalisierend und abfällig über die Bevölkerung eines ganzen Kontinents spricht", sagte der frühere Nationalspieler einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes vom Montag zufolge.

Zudem begrüße Cacau, dass sich nun die DFB-Ethikkommission mit dem Fall beschäftigen will. Dass sich der Fleischfabrikant aus Rheda-Wiedenbrück für seine Aussagen inzwischen "mehrfach für Inhalt und Form entschuldigt hat, war dringend nötig", fügt der 38-Jährige an.

Die verbale Entgleisung von Tönnies schlägt hohe Wellen. Cacau mahnt daher auch: "Wir Fußballer und Funktionäre tragen eine besondere Verantwortung und sollten uns gegen Rassismus authentisch und mit aller Kraft einsetzen und nicht an einer Spaltung mitwirken, die ohnehin in unserer Gesellschaft spürbar ist."

Schalke-Legende Asamoah über Tönnies: "Das können wir nicht dulden"

Update, 20.20 Uhr: Am Sonntagabend hat sich auch Schalke-Legende Gerald Asamoah zu Wort gemeldet. Er sei "etwas sprachlos" über die Aussagen des Schalker Aufsichtsratsbosses Clemens Tönnies gewesen. Dieser hatte sich im Rahmen einer Festveranstaltung rassistisch über Afrikaner geäußert.

"Ich arbeite schon lange mit Clemens Tönnies zusammen und wir sind auch schon lange eng befreundet. Mir gegenüber hat er sich nie rassistisch verhalten", teilte Asamoah via Instagram mit. Die Aussagen jetzt hätten den verdienten Knappen aber getroffen. "Seine Äußerung hat mich sehr überrascht, geschockt und auch verletzt. Klar ist, dass es nicht in Ordnung ist und es sich nicht gehört. Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen. Das können wir nicht dulden", so Asamoah.

Tönnies hätte sich daraufhin wohl persönlich bei Asamoah entschuldigt. Die Sache ist damit aber noch nicht aus der Welt. "Er hat mich persönlich angerufen und sich für sein Verhalten entschuldigt, nichts desto trotz werden wir uns zeitnah zusammensetzen, denn so etwas darf nicht passieren (!!) und es ist traurig, dass wir 2019 immer noch über so etwas sprechen müssen", erklärte Asamoah.

DFB-Ethikkommission schaltet sich ein – wird Tönnies wegen Afrika-Aussagen vor Gericht gestellt?

Update, 15.26 Uhr: Mit den Aussagen von Clemens Tönnies wird sich nun die DFB-Ethikkommission beschäftigen. "Wir werden das Thema in unserem Kreis bereden", kündigte der Vorsitzende des Gremiums, Nikolaus Schneider, am Sonntag an. Demnach will sich die Kommission bei ihrer nächsten Sitzung am 15. August damit beschäftigen.

Tönnies hatte sich rassistisch gegenüber Afrikanern geäußert, sich später ansatzweise entschuldigt. Das soll ihm wohl auch zugute gehalten werden – oder zumindest von berücksichtigt werden bei der Bewertung des Falls. Allerdings widersprächen die in Paderborn von Tönnies getätigten Worte allem, "wofür der Fußball steht", so Nikolaus Schneider. "Die öffentliche Wirkung ist schlimm", sagte er.

Ein Urteil kann die DFB-Ethikkommission selbst nicht fällen. Dafür kann das dreiköpfige Gremiun Anklage erheben – über die dann ein DFB-Gericht entscheidet.

Tönnies nach Afrika-Aussage in der Kritik – Ministerin kritisiert S04-Aufsichtsratsboss

Update vom 4. August, 13.49 Uhr: Die Kritik an Clemens Tönnies reißt nicht ab. Nach zahlreichen Prominenten, schaltet sich auch noch ein Bundesministerium in die Diskussion ein. Für den S04-Aufsichtsratsvorsitzenden wird die Luft dünner.

"Wer dumpfen Rassismus verbreitet, stellt sich gegen hunderttausende Fußballfans. Die übergroße Mehrheit steht klar für Menschlichkeit und Toleranz", sagte die Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Es ist fraglich, wie Tönnies seine Aussagen wieder einfangen will. Der Sturm der Kritiker nimmt nicht ab, im Zweifel müsste er wohl seinen Hut beim FC Schalke 04 nehmen –denn kommt ihm die Basis abhanden, hat er kaum genügend Argumente für einen Verbleib in seiner Position.

Wie Sky Sport News HD berichtet, wird am Dienstag der S04-Ehrenrat tagen. Dort soll Tönnies sich dann erklären – und vielleicht werden auch Konsequenzen gezogen.

Tönnies nach Afrika-Aussage in der Kritik – kommt es zum Super-GAU auf Schalke?

Gelsenkirchen – Ein FC Schalke 04 ohne Clemens Tönnies – schwer vorstellbar. Seit 2001 ist er der S04-Aufsichtsratsboss, hat den Verein im Griff. Entglitten ist ihm unlängst aber seine Rhetorik. Der Wurst-Fabrikant droht nun über rassistische Äußerungen zu stolpern – das könnte ihn den Posten kosten. Rücktrittsforderungen werden lauter.

Im Rahmen seinen Vortrages im Rahmen einer Festveranstaltung zum "Tag des Handwerks" empfahl der Schalke-Boss mit globalem Blick die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und sagte: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“ Harter Tobak, darin waren sich alle schnell einig. Aber wie damit umgehen?

Bei Tönnies steigt der Druck jetzt nach und nach. Die logische Konsequenz eigentlich: Rücktritt. Aber: Schalke braucht eine starke Hand der Führung. Neu-Coach David Wagner soll (mal wieder) einen Umbruch vollziehen, Trubel um den Posten den Aufsichtsratsvorsitzenden würde dem S04 in dieser Phase nur schaden.

Tönnies wagen Afrika-Aussagen in der Kritik: Rauball schaltet sich in Rassismusdebatte ein

Tönnies ließ allerdings auch die erste Gelegenheit verstreichen, sich adäquat zu entschuldigen für seine Aussagen. Ex-Schalker wie Hans Sarpei machten ihrem Ärger Luft. Aber auch von anderer Stelle wächst die Kritik. Unlängst hat sich erst DFL-Präsident Reinhard Rauball in die Rassismus-Debatte eingeschaltet. "Ich war sehr überrascht, dass ihm das so passiert ist, und das kann man nicht durchgehen lassen, kommentarlos", sagte am Samstagabend Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fußball Liga und Interimschef des Deutschen Fußball-Bundes, am Rande des Supercups zwischen BVB und dem FC Bayern München.

Ehrenrat auf Schalke will sich mit Tönnies' Afrika-Aussagen befassen

"Was mich noch mehr als dieser völlig deplatzierte Spruch betroffen gemacht hat, ist, dass dort für diese Sätze auch noch Beifall geklatscht worden ist. Das ist etwas, was man in keinster Weise akzeptieren kann und was auch mit den Werten des Fußballs, so wie er in den Vereinen und wie er beim DFB und bei der DFL gelebt wird, überhaupt nicht in Einklang ist", so Rauball weiter. Dabei könnte es jetzt sogar sein, dass die DFB-Ethikkommission den Vorfall überprüfen wird – das müsste das Gremium aber selbst entscheiden. Vereinsintern will sich zumindest aber der Ehrenrat auf Schalke in der kommenden Woche mit dem Tönnies-Fall beschäftigen.

Tönnies nach Afrika-Aussagen: Kritik auch aus der Politik

Kritik gab es auch aus der Politik. "Dass so etwas zudem von jemandem artikuliert wird, der eine herausgehobene Position im Sport inne hat, macht die Sache umso schlimmer. Die am folgenden Tag veröffentlichte Klarstellung durch Herrn Tönnies kann den gesellschaftspolitischen Schaden sicher nicht wettmachen", sagte Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, der Zeitung Welt am Sonntag.

Währenddessen gibt es beim Erzrivalen Borussia Dortmund auch Grund zur Aufregung. Auslöser waren da aber keine strittigen Aussagen – sondern das Foul von Joshua Kimmich an Jadon Sancho. Ein Tritt erhitzte die Gemüter im Supercup am Samstag.

maho/dpa

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Quelle: wa.de

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