Drei neue Verletzte

Schalkes wachsendes Lazarett erhöht Transfer-Not

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Schalkes Trainer Domenico Tedesco bekommt immer größere Personalsorgen.

Mit den Verletzungen von Stambouli, Schöpf und Skrzybski werden nicht nur die Personalsorgen auf Schalke größer, sondern auch die Not, endlich auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Heidel ist gefordert - und schweigt.

Berlin/Gelsenkirchen - Es ist wohl ein Stück weit Schicksal, wenn einige Aussagen wie ein Bumerang zu einem zurückkommen. Die Behauptung von Schalkes Sportdirektor Axel Schuster im Vorfeld der Partie bei Hertha BSC, dass sich der Vize-Meister personell nicht in einer Not-Situation befinde, sorgte bereits zu diesem Zeitpunkt für große Verwunderung bei viele Beobachtern, die das Ganze anders bewertet hatten. Nach dem 2:2 der Königsblauen am Freitagabend in Berlin sollte aber auch die sportliche Leitung den Ernst der Lage erkennen. Es ist längst mehr als eine Not-Situation.

Denn in der Hauptstadt kamen drei weitere Verletzte zum Schalker Lazarett hinzu. Benjamin Stambouli (28) zog sich nach einem Zusammenprall mit Herthas Arne Maier eine schwere Jochbeinfraktur zu, wie der Klub mitteilte.  Er muss operiert werden. Bei Offensivspieler Alessandro Schöpf (24) ist es ein Außenbandriss samt Kapselverletzung im linken Knie - resultierend aus einem harten Foul von Karim Rekik. Nach Heranziehung weiterer Knie-Spezialisten soll entschieden werden, ob er konservativ oder operativ behandelt wird.  

„Ich wollte ihn nicht verletzen“, sagte Rekik. „Mein Ballkontakt war schlecht, dann war er schneller als ich, und ich bin ihm auf den Fuß gestiegen. Das tut mir sehr leid.“ Nach den beiden Auswechslungen in der ersten Halbzeit musste eine Viertelstunde vor Schluss auch noch Stürmer Steven Skrzybski (26) angeschlagen runter. Muskelfaserriss im rechten hinteren Oberschenkel.  

Ein Innenverteidiger muss her

Keiner von ihnen wird am Samstag im Heimspiel am Samstagabend gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Rasen steht. „Die Verletzungen haben uns nicht nur im Spiel wehgetan, sondern werden es auch in den kommenden Tagen und Wochen noch tun“, erklärte Tedesco.

Bei Stambouli rechnet Schalke mit einer Ausfallzeit bis Ende Februar. Danach soll der Franzose sein Comeback mit Maske geben können. Franzosen von einer Ausfallzeit von mindestens vier Wochen zu rechnen. Was besonders schwer wiegt: Der Vize-Kapitän war der einzige Backup für Salif Sané und Matija Nastasic. „Wir haben nominell zwei Innenverteidiger“, meinte Tedesco – und ließ den Satz erst einmal so stehen.

FC Schalke spielt bei Hertha BSC nur 2:2

Soll heißen: Schalke um Sportvorstand Christian Heidel an der Spitze muss dringender denn je auf dem Transfermarkt tätig werden. Stichwort Not-Situation. „Es kommt drauf an, was mit Benji ist. Wenn wir einen holen, bin ich schon glücklich“, sagte Tedesco auf die Frage, wie viele Zugänge er sich für die Abwehrzentrale wünscht.

Kalinic soll wohl kommen

Und auch vorne drückt der Schuh immer mehr. Skrzybski wird voraussichtlich zwei Wochen nicht zur Verfügung stehen. Dabei ist er neben Mark Uth, der zuletzt eher etwas hinter der Spitze stark aufspielte, die einzige Option für den Angriff. Bei Guido Burgstaller und Breel Embolo ist nicht mit einer zeitnahen Rückkehr zu rechnen.

Immerhin: Heidel soll laut Bild bereits ein konkretes Angebot für den kroatischen Stürmer Nikola Kalinic (31) bei Atletico Madrid abgegeben haben – eine Leihe mit anschließender Kaufoption für rund 15 Millionen Euro. Doch die Rojiblancos geben ihn wohl erst ab, wenn Atletico Alvaro Morata (26) tatsächlich zurückgeholt hat. Und auch die Verletzung von Diego Costa (30) spiele dabei eine Rolle.

Und Heidel? Der stellte sich entgegen des sonstigen Ablaufs nicht den Fragen der Journalisten, gab lediglich vor dem Match in Berlin ein TV-Interview. Wer als Verstärkung für die Innenverteidigung kommen könnte? Haben die Königsblauen überhaupt wen an der Angel? Offen.

Aber es wäre nicht erst seit Naldos Abgang grob fahrlässig, wenn nicht. Ob Heidel den immer unangenehmeren Fragen ausweicht, ist nur eine Mutmaßung. Fakt ist allerdings: Je länger nichts in puncto Zugänge passiert, desto größer wird der Druck auf Schalkes Manager. Denn die Not-Situation ist längst da. Und hat sich nach der Partie bei der Hertha noch weiter verschlechtert.

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Quelle: wa.de

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