Nübel bleibt cool

Fährmann-Vertreter im Tor auch auf großer Bühne ohne Fehl und Tadel

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Alexander Nübel war am Mittwochabend ein aussichtsreicher Kandidat für den coolsten Typen am Bosporus.

Das letzte unangenehme Pfeifkonzert mussten die Schalker Spieler im „Türk Telekom Stadyumu “ erdulden, als sie sich wie gehabt nach dem Schlusspfiff zu einem Kreis formierten und Domenico Tedesco nach dem 0:0-Remis eine erste, schnelle Analyse durchführte. Die verbliebenen Fans von Galatasaray Istanbul gaben noch einmal alles, um jegliches Wellness-Gefühl bei der gegnerischen Mannschaft auch in diesem Moment zu unterdrücken.

Istanbul - Doch wie schon in den 90 Minuten zuvor schienen die Missfallens-Kundgebungen der fanatischen Türken an den Schalker Spielern abzuperlen wie Regentropfen auf einer gut imprägnierten Outdoor-Jacke. Auch, wenn Alexander Nübel – angesprochen auf die Atmosphäre – zugeben musste: „Das war schon etwas krank.“ 

Der 22-jährige Torsteher, der nach seinem Startelf-Debüt am vergangenen Samstag trotz der 0:2-Niederlage gegen Werder Bremen nun auch in der Champions League eine mehr als ansprechende Premiere gefeiert hatte, war am Mittwochabend ein aussichtsreicher Kandidat für den coolsten Typen am Bosporus. Ohne Fehl und Tadel debütierte der gebürtige Paderborner auch in der Königsklasse. 

Starker Auftritt, katastrophale Chancenverwertung

Von Zitterhänden auf dieser großen Bühne keine Spur. Ganz im Gegenteil. „Dafür arbeite ich ja das ganze Jahr“, meinte Nübel: „Die Stimmung war überragend ich habe es genossen“, sagte der Vertreter des verletzten Ralf Fährmann überzeugend. 

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Natürlich habe auch er ein gewisses Lampenfieber gespürt, dieses aber in positive Energie transfomiert: „Die Nervosität nehme ich mit zur Konzentration.“ Ansprüche erhebt Nübel nach seinen guten ersten Auftritten im Schalker Trikot nicht. „Klar, man will auf jeden Fall spielen. Aber ich bin der Vertreter von Ralf. Wenn er wieder fit ist, wird er wieder spielen“, sagte er hinsichtlich der absehbaren Rückkehr von Stammkeeper Ralf Fährmann (Adduktorenprobleme). 

Viel konnte der Cheftrainer seinen Spielern nicht vorwerfen nach diesem durchaus bravourösen Auftritt bei Galatasaray Istanbul. „Das war schon gut. Wir haben zehn Minuten gebraucht, um die Atmosphäre hier zu adaptieren. Da war ich – ehrlich gesagt – selbst überrascht. Wahnsinn.“, meinte der 33-jährige Cheftrainer, der sich – mal wieder – nur über einen Umstand beklagen konnte: derkatastrophalen Chancenverwertung

„Definitiv kein Qualitätsproblem“

„Es ist einfach sehr schade für die Jungs, weil sie sich nicht belohnen. Wir müssen anfangen, Tore zu machen“, sagt Tedesco. Fast schon tragikomisch anzusehen waren an diesem Abend die Versuche von Breel Embolo, ein Tor zu erzielen. Der Schweizer kam mehrfach zum Abschluss und rohrkrepierte kläglich. 

Reden wollte Embolo danach nicht. Erst in der Nacht entschuldigte er sich ebenso unbeholfen für sein Scheitern über Facebook: „Sorry Jungs, heute hätte einer reinmüssen!“ Tedesco sieht „definitiv kein Qualitätsproblem“. „Wir müssen ein Erfolgserlebnis haben, da wird schon einer reingehen. Das kann ja nicht ewig so gehen. Das geht gar nicht“, glaubt der Coach. 

Auch in Hinblick auf das Auswärtsspiel bei RB Leipzig am kommenden Sonntag (15.30 Uhr). Qualität brachte auf alle Fälle Benjamin Stambouli ins Spiel. „Wir sind froh, dass Benji wieder dabei ist. Er treibt und schiebt an als Leader“, beschrieb Tedesco das Comeback des Franzosen nach zweimonatiger Verletzungspause. 

Schlüsselszene Elfmeter

Eine Schlüsselszene war für Tedesco der nicht gegebene Elfmeter (13.) nach einem Foul an Yevhen Konoplyanka, das Schiedsrichter Benoit Bastien nicht geahndet hatte. „Wenn wir den bekommen und verwandelt hätten, geht das Spiel vielleicht in eine ganz andere Richtung“, sagte Tedesco. 

Ganz sicher in eine andere Richtung wäre die Partie gegangen, wenn die Schalker ihre Chancen verwertet hätten.

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Quelle: wa.de

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