Neues Vereinsgelände

Tönnies: „Die Bagger her, die Kräne aufbauen!“

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Die Finanzierung für das neue Vereinsgelände des FC Schalke 04 ist gesichert.

Die zweite Ausbaustufe des neuen Schalker Vereinsgeländes hat begonnen – und Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski liebäugelte bei der Unterzeichnung der Kreditverträge mit einer königsblauen Meisterschaft.

Gelsenkirchen – Frank Baranowski hatte sich gut präpariert. Der Gelsenkirchener Oberbürgermeister war dieses Mal weder zur Grundsteinlegung noch zum ersten Spatenstich gekommen. Sondern erstmals in seiner Politiker-Karriere zu einer „feierlichen Vertragsunterzeichnung“ von Kreditverträgen – und zwar für die zweite Ausbaustufe des neuen Schalker Vereinsgeländes. Doch auch für diesen Moment hatte Baranowski den passenden Spruch parat: „Wir haben extra ein neues Rathaus mit Balkon gebaut“, sagte der 56-Jährige mit einem schmunzelnden Blick auf die letzte Meisterschaft der Knappen im Jahre 1958 zu den Schalker Vereinsverantwortlichen.

Nachdem die 2001 eingeweihte Schalker Arena im nächsten Jahr abbezahlt sein wird und auch die erste Ausbaustufe des Vereinsgeländes so gut wie abgeschlossen ist, nimmt der FC Schalke 04 erneut viel Geld in die Hand, um sich für die Zukunft zu wappnen und konkurrenzfähig zu bleiben. 56 Millionen Euro fließen durch einen Konsortial-Kredit mit fünf Bankinstituten in das sogenannte „Berger Feld II“, weitere 14 Millionen steuern die Blauweißen durch Eigenkapital hinzu. „Das ist eine gute Mischung, die Balance stimmt“, sagt Schalkes Finanzvorstand Peter Peters. Gut 25 Millionen hat die erste Ausbaustufe „Berger Feld I“ gekostet, zu der unter anderen das neue Profi-Leistungszentrum, das Parkhaus oder die neuen Trainingsplätze gehören.

200 Meter langer Neubau

Doch die einschneidendsten Veränderungen auf dem Vereinsgelände werden nun bis zum geplanten Bauende 2021 folgen. Dazu gehört ein gut 200 Meter langer Neubau im Nordwesten, in dem sich die Geschäftsstelle, die Profiabteilung und die Knappenschmiede befinden werden. Lebensader des Geländes wird der Schalke-Boulevard – selbstredend in der Breite von 19,04 Metern – werden, der vom neuen, recht pathetischen Schalke-Tor vor der Arena auf das Trainingsgelände führen wird. 

Hier werden am Ende neun Fußball-Plätze zur Verfügung stehen. Plus ein Platz für Geheimtraining hinter dem neuen Hautgebäude, der nicht einsehbar sein wird. „Alles wird hier gebündelt sein, das gibt es sonst nirgendwo in Europa“, beschreibt Peter Peters die Besonderheit des Konzepts, zu dem auch ein neues Besucherzentrum inklusive neuem Fan-Shop gehören wird.

Dies war auch die große Herausforderung für das Architekten-Büro „Schulz & Schulz“ aus Leipzig, das den Architekten-Wettbewerb gewonnen hatte. „Es ist alles an einem Ort, das ist das ganz Besondere“, meint Firmen-Mitgründer Ansgar Schulz.

Das alte Parkstadion als Herzstück

Ein anderes Herzstück wird auch das alte Parkstadion werden, dessen Umbau fortgesetzt werden wird. Die alte Gegengerade bleibt erhalten und wird wieder instand gesetzt. Dabei werden die Zuschauer am Ende auf den originalen alten, hellgrünen Sitzbänken aus dem Parkstadion sitzen können. Auf der anderen Seite kommt ein Tribünen-Neubau dazu. „Wir planen für die Zukunft, ohne dabei unserer Tradition aus den Augen zu verlieren“, meint Peters.

Die letzte Tilgungsrate soll laut Plan in 15 Jahren erfolgt sein. Abhängig vom sportlichen Erfolg sei der Verein bei diesem Kredit dabei nicht. Wir sind in jedem Szenario zins- und tilgungsfähig“, sagt Peters. Die Gesamtverbindlichkeiten des Vereins waren im Geschäftsjahr 2017 um gut 15 Millionen auf rund 210 Millionen Euro nochmals leicht angestiegen, hauptursächlich dafür war die erste Ausbaustufe des Geländes gewesen. Nachdem die Schalker in der vergangenen Saison die Europapokal-Teilnahme verpasst hatten, können sie in der neuen Spielzeit fest mit mindestens 30 Millionen Euro Mehreinnahmen durch die Qualifikation für die Champions League rechnen.

„Wir wollen Schalke weiter im oberen Bereich des europäischen Fußballs weiter entwickeln“, meint Clemens Tönnies. Der Schalker Aufsichtsratsboss erweckte bei bei der Unterzeichnung der Kreditverträge den Eindruck, dass er am liebsten selbst die Hemdsärmel hochkrempeln und sich die nächste Schüppe schnappen wollte, als er ausrief: „Die Bagger her, die Kräne aufbauen!“

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Quelle: wa.de

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