Biathlon-WM 2020 in Antholz

Philipp Horn im Interview: Die WM ist für mich eine Zugabe

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Philipp Horn qualifizierte sich erstmals für eine Biathlon-WM

Philipp Horn nimmt erstmals an einer Biathlon-WM teil. In Antholz geht der 25-Jährige an den Start und spricht mit chiemgau24.de über seine ersten Titelkämpfe.

Antholz - Die Biathlon-WM 2020 in Antholz wird für Philipp Horn eine ganz besondere. Der 25-Jährige Thüringer bestreitet seine ersten Titelkämpfe im Biathlon.

2018 gab Horn sein Debüt im Biathlon-Weltcup, seit dieser Saison gehört Horn zum festen Stamm des deutschen Weltcup-Teams. Biathlon-WM in Antholz 2020: Alle Termine und Ergebnisse

Im Sprint der Herren am Samstag kommt er zu seinem ersten ersten Einsatz bei den Titelkämpfen 2020 in Antholz. Auch im Verfolger wird er laufen.

Biathlon-WM 2020 in Antholz: Philipp Horn im Interview

Herr Horn, wie ist die Vorbereitung auf die WM in Antholz gelaufen?

Philipp Horn: Wir haben in unserem Trainingslager in Ridnaun optimale Bedingungen vorgefunden, um uns auf die WM vorzubereiten. Ich bin gesund, fühle mich gut und freue mich jetzt auf die Weltmeisterschaft.

Sie gehen in Ihre erste Biathlon-Weltmeisterschaft. Was bedeutet das für Sie?

Horn: Ich bin sehr glücklich, dass ich mich für die WM qualifiziert habe und meine bislang beste Saison laufe. Vor dem ersten Weltcup hatte ich nicht damit gerechnet, dass die Saison so eine Entwicklung nimmt. Die WM ist eine Zugabe auf das, was ich bisher schon erreicht habe.

Mit welchen Erwartungen reisen Sie nach Antholz?

Horn: Ich versuche an meine Leistungen der laufenden Saison anzuknüpfen. Wie bei jedem anderen Weltcup auch will ich am Schießstand eine Trefferquote von mindestens 90 Prozent erreichen und läuferisch im vorderen Drittel dabei sein. Ich bin im Weltcup schon unter die besten 15 gekommen, das wäre auch bei der WM ein Ergebnis, mit dem ich sehr zufrieden wäre. Das wird nicht einfach, aber ich gehe selbstbewusst und ohne großen Druck an den Start.

Sie haben weder im Weltcup noch im IBU-Cup Wettkämpfe in Antholz bestritten. Wie vertraut sind Sie mit den Gegebenheiten vor Ort?

Horn: Ich bin in der Jugend mal bei einem Wettkampf in Antholz gelaufen, das ist aber schon lange her. Dann waren wir im Sommer vor Ort, ganz neu ist der Standort Antholz also nicht für mich. Aber klar, die Abläufe und das Drumherum einer Großveranstaltung dort kenne ich so noch nicht.

Können Sie sich gut auf Neues einstellen?

Horn: Ja, ich kann mich da in der Regel schnell akklimatisieren und im Sommer haben wir uns die Strecke auch schon genauer angesehen. Mit der Höhe in Antholz komme ich gut klar und bin zuversichtlich, dass ich keine großen Anlaufschwierigkeiten haben werde.

Biathlon-WM 2020: Die besten Bilder aus Antholz

Wie erklären Sie sich ihre positive Leistungsentwicklung?

Horn: Das hat mehrere Gründe. Das Training im Sommer lief sehr gut für mich, hierbei konnte ich mir die Grundlagen für den Winter erarbeiten. An meinem Trainingsstützpunkt in Oberhof sind die Bedingungen optimal. Ich habe dort die Möglichkeit, mit einer starken Trainingsgruppe zu arbeiten. Wir pushen und unterstützen uns gegenseitig, das ist sehr wichtig für mich. Dann habe ich im Laufe der Jahre die Trainingsintensität erhöht, auch das macht sich bemerkbar. Ich verkrafte die harten Einheiten inzwischen deutlich besser.

Wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?

Horn: Ich hatte im Laufe der Saison immer wieder Probleme mit dem Liegendschießen. Ich habe nicht die Sicherheit gefunden, die ich mir vorstelle. Entsprechend habe ich mit den Trainern gezielt daran gearbeitet und bin guter Dinge, dass ich mich in diesem Bereich verbessern kann.

Viele Biathleten tun sich eher mit dem Stehendschießen schwer. Wie ist es zu erklären, dass es bei Ihnen genau umgekehrt ist?

Horn: Das Stehendschießen liegt mir einfach. Ich stehe stabil am Schießstand und kann dann aus der Reaktion heraus zielsicher schießen. Das hat viel mit Gefühl und subjektivem Empfinden zu tun, bis ins Detail sind solche intuitiven Abläufe aber nicht erklärbar.

Wie wichtig ist es für Sie, erfahrene und erfolgreiche Athleten wie beispielsweise Benedikt Doll oder Arnd Peiffer im Team zu haben? Nimmt das viel Druck von Ihnen ab?

Horn: Ich profitiere natürlich von Athleten wie Arnd oder Benni, sie haben schon viel erlebt und auch gewonnen. Letztlich muss ich mich aber auf meine eigene Leistung konzentrieren, während des Rennens kann mir da keiner helfen.

Unter welchen Bedingungen laufen Sie besonders gerne?

Horn: Die Piste sollte hart sein, aber nicht zu eisig. Dann laufe ich gerne, wenn die Sonne scheint und habe es gerne auch etwas windig.

Ein Biathlet, der Wind mag? Das müssen Sie erklären...

Horn: Das ist am Schießstand eine besondere Herausforderung, vor allen Dingen beim Stehendschießen. Da ich dort meine Stärken sehe, kann ich mich dann eher von der Konkurrenz absetzen, als wenn es windstill ist.

Quelle: chiemgau24.de

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