Trainer greift zu spät ein

Tragödie im Ring: Boxer will nicht aufgeben - und stirbt an Hirnverletzungen

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Wurde nur 28 Jahre alt: Box-Profi Maxim Dadashew erlag seinen schweren Hirnverletzungen aus dem Kampf gegen Subriel Matias.

Maxim Dadashew stand in seinem 14. Profikampf vor seiner ersten Niederlage. Obwohl er seinem Gegner deutlich unterlegen war, musste sein Trainer die Aufgabe erzwingen. Nun ist der Russe tot.

Washington/München - Bis zum vergangenen Freitag war Maxim Dadashew in seiner Profikarriere unbesiegt. Nun hat der russische Boxer seinen wichtigsten Kampf verloren. Wenige Tage nach dem ungleichen Duell mit dem Puertoricaner Subriel Matias erlag der Superleichtgewichtler seinen erlittenen Kopfverletzungen. „Mad Max“ - so sein Kampfname - wurde nur 28 Jahre alt.

Während des Kampfes gegen Matias soll Dadashew 260 schwere Treffer kassiert haben, viele gegen den Kopf. Vor der - eigentlich letzten - zwölften Runde saß der in St. Petersburg geborene Linksausleger benommen in seiner Ringecke. Trainer Buddy McGirt entschied sich gegen den Willen seines Schützlings dazu, das Handtuch zu werfen.

Boxer stirbt an Verletzungen: Trainer redete verzweifelt auf Dadashew ein

Ein Videomitschnitt zeigt, wie der US-Amerikaner beinahe verzweifelt auf den uneinsichtigen Dadashew einredet: „Ich werde das beenden, Max. Max, du hast zu viele Schläge eingesteckt. Wenn ich es nicht mache, tut es der Ringrichter. Komm schon, Max.“ Immer wieder streut er ein „Bitte“ ein. Später gab McGirt zu, dass seine Entscheidung schon gefallen gewesen sei, als Dadashew erblasst in die Ringecke zurückkam.

„Ich dachte, es wäre an der Zeit, den Kampf abzubrechen. Er hat zu viele Treffer kassiert“, erklärte der Ex-Profi laut Bild: „Ich sagte ihm: 'Ich breche jetzt ab.' Er sagte: 'Nein, mach das nicht.'“ Dem 55-Jährigen sei klar gewesen: „Ein einziger Schlag kann das Leben eines jungen Mannes komplett verändern, das wollte ich nicht zulassen.“

Boxer tot: Dadashews Schädel wird in zweistündiger Not-OP geöffnet

Die Aufgabe in seinem 14. Profikampf kam offensichtlich zu spät. Auf dem Weg in die Kabine musste Dadashew gestützt werden, schließlich wurde er per Trage aus der Halle gebracht. Wenig später habe sich der Russe mehrmals übergeben müssen, soll sogar das Bewusstsein verloren haben. Er wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht, wo Schwellungen im Gehirn festgestellt wurden. In einer zweistündigen Notoperation wurde auch sein Schädel geöffnet. Schließlich wurde Dadashew in ein künstliches Koma versetzt.

Zwar gab es von Anfang an Befürchtungen, dass „Mad Max“ bleibende Schäden davontragen würde. Dennoch hatte sich sein Manager Egis Klimas zunächst optimistisch gezeigt: „In den nächsten Tagen sollte die Schwellung zurückgehen. Lasst uns hoffen, dass der Teil des Schädels wieder die normale Größe annimmt. Der Arzt sagte, dass Max wieder ganz gesund werden könnte. Aktuell befindet er sich in einer kritischen Situation, aber der Arzt sagte mir, er sei stabil.“

Tragödie um toten Boxer: Dadashews Frau postet Liebesbotschaft

Dadashews Frau Elizaveta Apushkina, mit der er einen kleinen Sohn hat, reiste extra aus St. Petersburg an, um ihrem Partner beizustehen. Nach dessen Tod postete sie auf seinem Instagram-Account eine Liebesbotschaft samt Foto eines gemeinsamen Ausflugs: „Meine Liebe! Du bleibst für immer in meinem Herzen, es zerreißt meine Seele vor Schmerz. Das ist die schlimmste Zeit für unsere Familie.“

Auch die deutschen Box-Promoter Kalle und Nisse Sauerland kondolierten: „Wir sind am Boden zerstört wegen des tragischen Todes von Maxim Dadashew. Unsere Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie und seinen Freunden.“ Eddie Hearn, der unter anderem Anthony Joshua zu seinen Athleten zählt, schrieb: „So schrecklich traurig, vom Tod von Maxim Dadashew zu hören. Ruhe in Frieden.“

Nach RTL-Informationen will der russische Box-Verband die Umstände der Tragödie untersuchen. Apushkina und ihr kleiner Sohn sollen finanziell unterstützt werden.

Bereits vor einigen Tagen trauerte die Boxwelt um Olympiasieger Pernell Whitaker, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Nach schwerer Krankheit starb zuletzt auch eine Tennis-Legende, der auch Boris Becker gedenkt.

Die Radsport-Welt trauert währenddessen um Bjorg Lambrecht. Der junge Belgier starb bei der Polen-Rundfahrt.

mg

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