Gina Lückenkemper startet bei World Relays in neue Saison

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Gina Lückenkemper bereitet sich derzeit in Japan auf die Saison vor, die am Wochenende mit den „World Relays“ beginnt.

Soest/Yokohama – Knapp 10 000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt bereitet sich die schnellste Frau Deutschlands derzeit auf ihren Saisonstart vor. Am Wochenende wird es für Gina Lückenkemper (SCC Berlin) dann erstmals in diesem Jahr richtig ernst.

Bei den World Relays, der inoffiziellen Staffel-Weltmeisterschaft, geht es für die 22-Jährige um die Tickets für die WM in Katar (27. September bis 6. Oktober). Normalerweise trainieren die deutschen Sprinter zu dieser Zeit immer in der Sonne Floridas. Weil die World Relays in diesem Jahr aber erstmals nicht auf den Bahamas, sondern im japanischen Yokohama stattfinden, entschied sich der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) für ein Trainingslager in Japan – und die Bedingungen auf der südlichsten Insel Japans sind bei tropischen 27 Grad ähnlich gut wie im Süden der USA. Vor ihrem ersten Freiluft-Wettkampf des Jahres nahm sich Lückenkemper die Zeit für die Fragen von Sebastian Moritz. 

Nach der anstrengenden Freiluftsaison 2018 haben Sie es im Winter etwas ruhiger angehen lassen. Wie wichtig war diese Auszeit? 

Die Auszeit war für mich Gold wert. Ich hatte durch den Vereinswechsel nach der Saison leider keine Zeit, um die emotionale EM in Berlin zu verarbeiten und richtig runterzufahren. Ich brauchte diese „Zeit für mich“, um alles, was im vergangenen Jahr passiert ist, aufzuarbeiten. Das war doch eine ganze Menge. Jetzt ist der Kopf wieder voll da und ich freue mich auf die World Relays in Yokohama. 

Sie haben sich in Japan jetzt gut drei Wochen lang auf den Saisonstart vorbereitet. Sind Sie jetzt schon bei 100 Prozent Ihrer Leistungsfähigkeit? 

Eins ist sicher: Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier in den Staffeleinheiten solche Zeiten jetzt schon wieder laufen kann. Es sind eine Menge schnelle Rennen dabei gewesen. 

Bei den World Relays 2017 in Nassau hat die deutsche Staffel – allerdings ohne Sie – Gold gewonnen. Wie schätzen Sie die Chancen für eine Titelverteidigung ein? 

Unser Primärziel in Yokohama ist die sichere Qualifikation für die WM im Oktober in Doha. Dafür müssen wir bei den World Relays unter die Top 10 kommen. Da die Saison so extrem lang ist, sollten wir uns hier nicht gleich am Anfang übernehmen. Das, was wirklich zählt und wo es drauf ankommt, ist die Weltmeisterschaft im Herbst in Doha. Man darf nicht vergessen: Das WM-Finale über 4x100 Meter findet am 5. Oktober statt. Das sind noch fünf lange Monate. 

Wie geht es nach den World Relays für Sie weiter? 

Dann geht es erst einmal wieder nach Hause und es wird weiter trainiert. Meinen Saisoneinstieg im Einzel habe ich beim Diamond League Meeting in Rabat am 16. Juni. 

Ihre 100-Meter-Bestzeit liegt bei 10,95 Sekunden. Im vergangenen Jahr blieben Sie bei der Europameisterschaft in Berlin zweimal unter der Elf-Sekunden-Marke. Was muss passieren, damit Sie Ihre Bestzeit noch einmal steigern? 

Ich habe bisher noch kein perfektes Rennen gehabt. Weder in London noch in Berlin hatte ich einen fehlerfreien Lauf. Das zeigt, dass nach wie vor Potenzial in mir steckt. Wohin – und zu welchen Zeiten – der Weg allerdings führt, wird man erst in der Zukunft sehen. So etwas ist schwer vorherzusagen.

Quelle: wa.de

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