Monaco – die letzten Geheimnisse

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Achtung, Weltmeister im Anflug: Jenson Button zeigt in Monaco, was er kann, die Red-Bull-Mechaniker verstecken derweil das Autoheck.

Monte Carlo - Erfahren Sie hier die letzten Geheimnisse des Formel-1-Circuits in Monaco ...

Sieht alles ganz zufällig aus. Die Red-Bull-Mechaniker stehen zufällig hinter Sebastian Vettels Formel-1-Auto. Und zwar zufällig genau so, dass keiner die spannenden Teile am Heck sehen kann. Sodass keiner eine Chance hat, zufällig das nachzubauen, was den Red Bull so schnell macht… Diese Art, wie Designer Adrian Newey den Auspuff führt, um Platz für den Diffusor zu haben. Klingt kompliziert, ist effektiv.

Und: geheimnisvoll. So, wie sich das für die Formel 1 gehört. Hier in Monaco gilt die Sache mit den Geheimnissen ganz besonders. Heute – wie bei Vettel – vor allem in technischer Hinsicht. Dazu kommt dann aber noch eine ganze Reihe von Geschichten und Geschichtchen, die diesen Glamour-GP so besonders macht. Da gibt es zum Beispiel diesen weisen Mann, der in kurzen Worten den Kern dieser Veranstaltung erklärt: „In Monaco wird nicht mehr Champagner getrunken – hier wird nur noch Champag­ner gekotzt…“ Gut, die Wirtschaftskrise hat auch hier im Fürstentum ihre Spuren hinterlassen – aber trotzdem gilt nach wie vor: Der Große Preis von Monaco ist das unnötigste, interessanteste, verruchteste, geheimnisvollste und faszinierendste aller Rennen. Kein Mensch braucht Diamant-besetzte Helme und Lenkräder. McLaren hat sie trotzdem.

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Das Übertriebene und das Verbotene machen neugierig und süchtig. Nackte Rennfahrer im Nahkampf mit Groupies auf einer Jacht? Hat es früher bestimmt gegeben… Mario Andretti hat selber mal davon erzählt, wie er in der berühmten Tip-Top-Bar „so lange an einer Lesbe raumschraubte, bis die wieder richtigrum tickte“. In der Hoffnung auf ähnliche Szenen hängen vor den Zäunen des Fahrerlagers die Renntouristen herum, auf der Suche nach dem Unerwarteten. Wobei sich allerdings vieles geändert hat. Die Fassade ist glatter geworden. Öffentliches Rumschrauben geht nur noch an Autos. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone erinnert sich: „Früher, vor 50 Jahren, hatten wir diese großen Gebäude im Fahrerlager noch nicht. Ich werde oft gefragt, ob ich die Zeit zurückdrehen würde, wenn ich könnte. Das wollen scheinbar alle – aber wenn sie dann wirklich dort wären, würden sie es bereuen…“

Wobei: Auch heute ist Monaco für den Formel-1-Tross der Härtefall. Die Enge, die VIPs – die Strecke, die keine Fehler verzeiht. Ecc­lestone: „Es macht mich verrückt, hier zu arbeiten. Das ist alles andere als einfach. Aber unterm Strich hat es eben doch diesen speziellen Glamour.“ Dieser Glanz hat heuer auch wieder den eigentlich gesperrten Flavio Briatore angezogen. Er arbeitet als TV-Kommentator. Oder hätten wir das jetzt nicht verraten sollen?

rb

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