Ironman Favre: Bitteres Ende an der Seitenlinie

Brett Favre wurde bei den Green Bay Packers zur Legende. Seine Karriere beendete er bei den Minnesota Vikings
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Brett Favre wurde bei den Green Bay Packers zur Legende. Seine Karriere beendete er bei den Minnesota Vikings

Detroit - Star-Quarterback Brett Favre hat seine einzigartige Karriere in der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL an der Seitenlinie und mit Gehirnerschütterung beendet. Am Ende lief er davon.

Brett Favre stand regungslos an der Seitenlinie, die Kappe tief ins Gesicht gezogen und die mächtigen Arme vor der Brust verschränkt, bevor er lostrabte. Der 41-Jährige verließ trotz Gehirnerschütterung so schnell er konnte den Innenraum des Ford Fields, verfolgt von einer Heerschar Fotografen, nachdem seine Minnesota Vikings auch das letzte Saisonspiel bei den Detroit Lions 13:20 verloren hatten. Am Ende einer völlig verkorksten Spielzeit und nach 19 Jahren in der Knochenmühle NFL war es der bittere Abschied des wohl härtesten Quarterbacks in der Geschichte der nordamerikanischen Football-Profiliga.

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„Es ist Zeit zu gehen, und es ist okay. Das war's“, sagte der 100 Kilogramm schwere und 1,88 Meter große Athlet, der keinen Zweifel ließ, dass er es diesmal ernst meinte. Zweimal, 2008 bei den Green Bay Packers und 2009 bei den New York Jets, hatte Favre seinen Abschied schon angekündigt und dann doch noch eine Saison drangehängt. Die letzte war seiner nicht würdig.

Eine anrüchige Handy-Affäre, das Ende seiner Rekordserie nach 297 Spielen in Folge in der Anfangsformation eines NFL-Teams und der sportliche Absturz mit den hochgewetteten Vikings bestimmten die Schlagzeilen. „Ich bereue nichts, und ich kenne nicht viele Spieler, die gehen und das sagen können“, meinte Favre: „Es wird Leute geben, die sagen werden, es sei eine Schande, so zu gehen. Aber ein Spiel, eine Saison definiert mich nicht.“

Wegen einer Gehirnerschütterung war ihm ein Abschiedsauftritt in Detroit verwehrt geblieben, das unrühmliche Ende passte ins Bild. Mit ihrem Star-Quarterback, der die schlechteste Pass-Bilanz seiner Karriere ablieferte, verfehlten die Vikings klar die Play-offs. Weil er einer Journalistin per SMS Fotos von seinem Geschlechtsteil geschickt haben soll, führte die Liga im vergangenen Herbst eine Untersuchung gegen den Superstar. Favre verweigerte die Kooperation und musste 50.000 Dollar Strafe zahlen. Das Saubermann-Image des verheirateten Vorzeige-Stars, das ihm unter anderem einen Auftritt an der Seite von Cameron Diaz und Ben Stiller in der Hollywood-Kultkomödie „Verrückt nach Mary“ verschafft hatte, litt nachhaltig.

Überwiegen werden dennoch die Erinnerungen an sportliche Glanzleistungen. 1991 gab er sein NFL-Debüt bei den Atlanta Falcons und krönte seine Laufbahn 1996 bei den Green Bay Packers mit dem Super-Bowl-Triumph über die New England Patriots. Drei Ehrungen zum „wertvollsten Spieler“ der Liga und Rekorden in allen maßgeblichen Pass-Statistiken steht auch eine vorübergehende Abhängigkeit von Schmerzmitteln gegenüber. Fast jeder Knochen, jedes Band in seinem Körper hatten in den vergangenen zwei Jahrzehnten Warnsignale gesendet. Doch Favre wollte nicht hören. Er konnte es nicht. Sein unbändiger Ehrgeiz trieb ihn immer wieder an.

80 Minuten vor dem Kick-off in Detroit gaben die Vikings bekannt, dass der „Ironman“ nicht spielen und erneut Joe Webb zum Einsatz kommen würde. Favres Vertreter war es dann, der dem scheidenden Superstar die wärmsten Worte hinterherschickte: „Er hat das Spiel noch mit 41 gespielt, aber er wird es bis in den Tod lieben.“

sid

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