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Olympia 2022: Der steinige Weg der Eisprinzessin nach Peking

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Eisschnellläuferin Michelle Uhrig nimmt an Olympia 2022 teil.
Eisschnellläuferin Michelle Uhrig nimmt an Olympia 2022 teil. © Ernst Wukits

Vor einem Jahr ist es für Eisschnellläuferin Michelle Uhrig nur ein Traum gewesen an Olympia 2022 in Peking teilzunehmen. Auf die 26-Jährige hagelte ein Schicksalsschlag nach dem anderen nieder. Jetzt hat es die Bundespolizistin aus Berlin doch geschafft, am Samstag ist sie zu den Spielen nach China abgeflogen.

Inzell/Peking - „Du bist das medizinische Wunder der vergangenen zehn Jahre“, meinte der Arzt, nachdem er die Einträge in ihrer Krankenakte gesehen hatte. „Der Weg war sehr steinig“, sagt Uhrig, die Inzell mittlerweile als ihre zweite Heimat sieht.

2020 wurde sie beim Training mit dem Fahrrad von einem Auto umgefahren. Dabei wurden beide Knie verletzt und es folgte eine Operation. „Danach konnte ich relativ schnell wieder aufs Eis, allerdings hatte ich immer noch starke Schmerzen“, erinnert sich Uhrig die in den sozialen Netzwerken unter dem Namen „Eisprinzessin“ bemerkenswertes aus ihrem Leben postet.

So schwer war der Weg von Michelle Uhrig zu Olympia 2022

Es folgte erneut eine Operation und ihr Leidensweg begann von vorne. „Ich wusste bereits, was auf mich zukommt. Ich hatte zum Beispiel in den Oberschenkeln keine Muskelfunktion mehr“, erzählt sie. Nach der Operation im Frühjahr 2021 blieb die Zeit knapp, um noch das Ticket für Olympia zu lösen. „Ich musste ja zuerst gesund werden und dann stand noch die sportliche Qualifikation bevor.“

Zunächst war die Wahl-Inzellerin mit den Inline-Skates unterwegs, um so wieder die notwendige Ausdauer zu erreichen. Sechs Monate nach der OP wurde die gebürtige Berlinerin deutsche Meisterin. Diesen ersten Schritt zurück hat sich auch ihren Trainern Helge Jasch und dem Franzosen Alexis Contin zu verdanken.

„Vieles habe ich aber auch im Kopf gelöst. Es gab keinen Plan B sollte es sportlich nicht klappen, ich hatte nur den Plan A im Kopf und der hieß zurück aufs Eis. Ich bin halt ein richtiges ‚Stehauf-Weibchen‘“, sagt sie lachend. Unterstützung für ihren Weg zurück bekam sie von Freunden und vor allem ihrer Mutter.

„Sie hat mich in der schweren Zeit überall hingefahren und mir Mut gemacht“, meint sie dankbar. Letztendlich schaffte sie beim Weltcup in Salt Lake City doch noch die Qualifikation zu den Olympischen Spielen. Dort wird sie über 1.500-Meter und im Massenstart ihr Glück versuchen. „Der Massenstart taugt mir, da kann alles passieren. Ich will auf alle Fälle unter die Top Acht kommen“, gibt sie als Ziel aus.

Froh ist Michelle Uhrig auch, dass sie in der Inzeller Max Aicher Arena immer beste Bedingungen zum Training hatte. Schließlich hatte es lange wegen diverser Baumaßnahmen in Berlin kein Eis gegeben. „Trotzdem werde ich Berlin nie hinter mir lassen. Dort habe ich meine ersten Schritte auf dem Eis gemacht“, erinnert sie sich.

Allerdings zunächst beim Eishockey und beim Eiskunstlauf. Erst mit zwölf Jahren wechselte sie zum Eisschnelllaufen und die Spiele in Peking sind nach Olympia 2018 in Südkorea bereits die zweiten für das „Stehauf-Weibchen“.

Quelle: chiemgau24.de

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Shu

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