Schumacher und Rosberg: Bitteres Heimspiel

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Und wieder gab’s nichts zum Lachen: Michael Schumacher und Nico Rosberg kamen beim Heimspiel im Schwabenland auf die Plätze neun und acht.

Hockenheim - In Runde 63 war die Heim-Blamage für Mercedes perfekt. Machtlos mussten sich Michael Schumacher und Nico Rosberg beim Großen Preis von Deutschland überrunden lassen.

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“Das ist eine Katastrophe als Team. Das ist unglaublich“, jammerte der Wiesbadener Rosberg. Nach dem Debakel von Hockenheim am Sonntag gab auch er den WM-Kampf verloren. Schumacher hatte schon sich schon vorher aus dem Titelrennen verabschiedet. “Ob wir Siebter oder Neunter sind, macht den Braten nicht wirklich fett“, befand er lakonisch.

Auf Platz neun überfuhr der siebenmalige Champion am Ende die Ziellinie, direkt vor ihm sah Rosberg die schwarz-weiß-karierte Flagge. “Alles andere als ein Traumresultat“, meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Vom deutschen Piloten-Sechser verließ am Sonntagabend nur Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel halbwegs zufrieden den Heimat-Grand-Prix. Als Dritter hatte er sich immerhin auf dem Podium von den Fans im Motodrom feiern lassen können. “Das war sehr emotional“, verriet der Heppenheimer.

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Der Rest des schwarz-rot-goldenen Sextetts aber machte lange Gesichter. “Das Auto war heute einfach nicht schnell genug“, befand Neuling Nico Hülkenberg ernüchtert. Der Williams-Fahrer verpasste als 13. deutlich die Punkteränge. Noch weiter war Force-India-Mann Adrian Sutil weg. Nach verpatzter Qualifikation und Strafe wegen eines Getriebewechsel startete der Gräfelfinger als 19. und kam als 17. ins Ziel. “Ein enttäuschendes Wochenende“, urteilte der 27-Jährige zerknirscht.

Wie gewohnt chancenlos war der Wersauer Timo Glock. Immerhin schaffte der Hesse die volle Distanz, im anfälligen Virgin keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Lohn der Mühe: Platz 18.

Während von Glock niemand mehr erwarten durften, hinkte Mercedes schon wieder weit hinter den Ansprüchen her. “Es ist nicht berauschend. Wir haben uns mehr vorgenommen“, räumte Boss Haug ein. “Das war Schadensbegrenzung“, meinte Rosberg sogar. Wie schon mehrfach in dieser Saison hätten die neuen Entwicklungen am Auto nicht wie erhofft funktioniert. “Wir müssen sehen, was da los ist“, sagte der 25-Jährige.

“Wir haben unsere Möglichkeiten nicht austesten können und mussten improvisieren“, erklärte Schumacher. Dass er bei seinem Heim-Comeback überrundet worden war, wollte der viermalige Hockenheim-Sieger nicht überbewerten. “Ich habe kein Problem damit. Das gehört zur Natur der Dinge“, sagte der Altmeister.

Den Grund für die Schwierigkeiten bei Mercedes meint Schumacher zu kennen: das generelle Testverbot während der Saison. Bei fast jeder Gelegenheit forderte der Kerpener in Hockenheim eine Aufhebung des Test-Banns. “Dass man bei einem Sport auf diesem Niveau keine Möglichkeit hat zu trainieren, ist auch für die Außenwelt unverständlich“, begründete Schumacher seinen Vorstoß.

dpa

Rennergbnis beim Großen Preis von Deutschland

Fahrer Fahrzeug Zeit
1. Fernando Alonso Ferrari 1:27:38, 864 Std.
2. Falipe Massa Ferrari + 0:04,196 Sek.
3.   Sebastian Vettel Red Bull + 0:05,121
4. Lewis Hamilton McLaren + 0:26,896
5. Jenson Button McLaren + 0:29,482
6. Mark Webber Red Bull + 0:43,606
7. Robert Kubica Renault + 1 Runde
8. Nico Rosberg Mercedes + 1 Runde
9. Michael Schumacher Mercedes + 1 Runde
10. Witali Petrow Renault + 1 Runde
11. Kamui Kobayashi Sauber + 1 Runde
12. Rubens Barrichello Williams + 1 Runde
13. Nico Hülkenberg Williams + 1 Runde
14. Pedro de la Rosa Sauber + 1 Runde
15. James Alguersuari Toro Rosso + 1 Runde
16. Vitantonio Liuzzi Force India + 2 Runden
17. Adrian Sutil Force India + 2 Runden
18. Timo Glock Virgin + 3 Runden
19. Bruno Senna Hispania + 4 Runden

Ausfälle

Runde Fahrer Fahrzeug Ausfallgrund
2. Sébastien Buemi Toro Rosso Unfall/Defekt
4. Jarno Trulli Lotus Defekt
20. Sakon Yamamoto Hispania Defekt
51. Lucas di Grassi Virgin Defekt
57. Heikki Kovalainen Lotus Defekt

WM-Wertung Fahrer

Fahrer Fahrzeug Punkte
1. Lewis Hamilton McLaren 157
 2. Jenson Button McLaren 143
 3.   Mark Webber Red Bull 136
 4. Sebastian Vettel Red Bull 136
 5. Fernando Alonso Ferrari 123
 6. Nico Rosberg Mercedes 94
 7. Robert Kubica Renault 89
 8. Felipe Massa Ferrari 85
 9. Michael Schumacher Mercedes 38
10. Adrian Sutil Force India 35
11. Rubens Barrichello Williams 29
12. Kamui Kobayashi Sauber 15
13. Vitantonio Liuzzi Force India 12
14. Witali Petrow Renault 7
15. Sebastien Buemi Toro Rosso 7
16. Jaime Alguersuari Toro Rosso 3
17. Nico Hülkenberg Williams 2

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