Schumis "Warm up": Keine Zuschauer, dafür Kontakt mit dem Arzt

+
Michael Schumacher wird bei dem Drei-Tage-Test auf dem Circuito de Jerez wie immer von einem der Physiotherapeuten der Sportklinik in Bad Nauheim begleitet

Hamburg - Warmfahren ohne Fans: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit legt Michael Schumacher den nächsten Gang für sein Formel-1-Comeback ein. Dabei sitzt er im falschen Auto.

Erstmals nach seiner Vertragsunterschrift gibt Michael Schumacher wieder in einem Rennwagen Gas. Der 41-jährige wird im spanischen Jerez am Steuer eines Autos der Nachwuchsklasse GP2 Platz nehmen. “Der Test stellt ein gewisses 'Warm-up', ein Aufwärmen, nach den paar Formel-1-Runden im Sommer in Mugello, dar“, sagte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug am Montag.

Lesen Sie dazu:

Schumi: Drei Tage Jerez

Super Nova statt Silberpfeil: Offiziell nimmt Schumacher, der in der am 14. März beginnenden Saison für Mercedes Grand Prix um den WM- Titel fahren will, in einem Rennwagen des GP2-Teams Super Nova an einem “Entwicklungstest“ teil. GP2-Chef Bruno Michel sprach in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit Mercedes GP am Montag von einem “Meilenstein. Es ist eine Ehre und ein Privileg für uns, dass ein siebenmaliger Weltmeister uns bei der Entwicklung eines Autos hilft“. Schumachers Input und seine Ratschläge seien von unschätzbarem Wert. “Die GP2-Organisation will technische Weiterentwicklungen testen, Michael möchte gerne nach so langer Zeit zur Vorbereitung der ersten Formel 1-Tests wieder in einem Monoposto fahren - da haben beide Interessenslagen gut zusammengepasst“, pflichtete Haug bei.

Wegen Schumi? Scherzinger und Hamilton machen Schluss

Nicole Scherzinger: Die schönsten Bilder der Pussycat Doll

Schumacher wird bei dem Drei-Tage-Test auf dem Circuito de Jerez wie immer von einem der Physiotherapeuten der Sportklinik in Bad Nauheim begleitet - dieser wird auch von Andalusien aus in regelmäßigem Kontakt mit Chefarzt Dr. Johannes Peil stehen. Nach dem bislang letzten Test des Starpiloten am 31. Juli 2009 in Mugello waren die Beschwerden durch seinen Motorradunfall im Februar deutlich geworden. Schumacher, der sich damals auf ein Comeback im Ferrari als Ersatz für den kurz zuvor verunglückten Felipe Massa vorbereitet hatte, musste schwersten Herzens seinen Rückkehrversuch abbrechen.

Sorgen macht sich der mittlerweile 41-Jährige, sichtlich durchtrainiert und heiß auf weitere Erfolge, wegen seiner alten Verletzung gar nicht mehr. “Körperlich fühle ich mich absolut fit“, hatte Schumacher bei seiner Comeback-Bestätigung bereits betont. “Der Nacken ist absolut beschwerdefrei. Ich kann beim Training in der Nackenmaschine in die selben Bereiche wie in meiner aktiven Zeit hinein trainieren“, erklärte er damals.

Die Formel-1-Weltmeister der vergangenen 40 Jahre

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Statt in seinem künftigen Dienstwagen, der gegen Ende des Monats vorgestellt werden dürfte, steigt der 250-malige Grand-Prix-Starter in einen rund 120 PS schwächeren Boliden. Durch Triumphe in Rennautos der GP2-Klasse hatten sich unter anderem Ex-Weltmeister Lewis Hamilton, Timo Glock - und nicht zuletzt auch Schumachers neuer Teamkollege Nico Rosberg den Weg in die Formel 1 geebnet.

Nach entsprechender Anfrage durch Mercedes gab der Internationale Automobilverband FIA Grünes Licht für den Extra-Test Schumachers, drei Wochen vor Beginn der offiziellen Probefahrten. GP2 und Mercedes wiesen in einer Fußnote daraufhin, dass der Test in Jerez privat sei - und man daher um Verständnis bitte, dass der Kurs dementsprechend geschlossen bleibe.

Erst am vergangenen Donnerstag und Freitag hatte der siebenmalige Weltmeister die Schmieden seines neuen Rennstalls in Brackley und Brixworth inspiziert. Zum Ziel hat sich der Rekordchampion und 91- fache Renngewinner Siege - und den WM-Titel gesetzt. Und der Perfektionist fühlt sich bei Mercedes bereits pudelwohl. “Dies ist ein Weltmeister-Team, aber es wirkt in keinem Fall erfolgsverwöhnt; es wirkt im Gegenteil hungrig nach mehr!“, erklärte er. Er sei “extrem positiv überrascht“ von der Motivation, die ihm überall entgegen geschlagen sei.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare