Sutil wegen schwerer Körperverletzung angezeigt?

+
Adrian Sutil macht sich trotz der Disko-Affäre keine Sorgen um seine Zukunft.

Valencia - Die Disko-Affäre von Adrian Sutil ist noch lange nicht ausgestanden. Gegen den Formel-1-Piloten wurde offenbar Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet. Sutil hat davon aus der Zeitung erfahren und bleibt gelassen.

Der deutsche Formel-1-Piloten Adrian Sutil ist offenbar wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt worden. Der Force-India-Fahrer hatte am 17. April in einer Diskothek in Shanghai Eric Lux, einen der Geschäftsführer des Team Lotus Renault, mit einem Glas am Hals verletzt. „Es ist eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Herrn Sutil anhängig“, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sutil selbst wusste vom Eingang der Anzeige am Donnerstagmittag „nur aus der Zeitung“, reagierte jedoch gelassen. „Was soll mir passieren? Warum sollte ich meinen Platz verlieren? Das ist eine private Angelegenheit und das Fahren ist mein Job“, sagte er vor dem Rennen in Valencia am Wochenende: „Mir geht's gut, ich kann mich auf meinen Job konzentrieren. Ich war darauf vorbereitet, dass irgendwas kommt, es war nur komisch, dass es so lange gedauert hat.

Angst vor einer nun möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung hat Sutil nicht. „Wir wollen die Wahrheit, absolut“, sagte er: „Ich hoffe, sie wird bald ans Licht kommen. Ich bin bereit, mich zu verteidigen.“

Sutil hatte bestätigt, Lux verletzt zu haben, allerdings stets versichert, dies sei „absolut unabsichtlich“ passiert. Lux, der mit 24 Stichen genäht werden musste, hatte bereits am 16. Mai schriftlich mitgeteilt, Anzeige wegen „eines tätlichen Angriffs und schwerer Körperverletzung“ zu erstatten.

Sutils Manager Manfred Zimmermann reagierte ebenfalls gelassen auf die neue Entwicklung, der kein weiterer außergerichtlicher Schlichtungsversuch vorausgegangen sei. „Es ist uns sogar ganz recht, dass es nun vielleicht vor Gericht geht. Denn sonst bleibt ja doch vielleicht etwas am Adrian hängen“, sagte er der FAZ: „Wir sind überzeugt, dass ein Gericht zu der Auffassung kommen wird, dass es kein Angriff von Adrian war, kein Schlag oder etwas Ähnliches.“

Die Formel-1-Weltmeister der vergangenen 41 Jahre

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Ob es wirklich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, ist aber offen. Die Staatsanwaltschaft prüft nun erst einmal, ob sie zuständig ist. Sutil stammt zwar aus Gräfeling bei München, lebt aber inzwischen in der Schweiz. Anschließend untersucht sie nach FAZ-Angaben, ob ein Anfangsverdacht vorliegt. Werde dies bestätigt, folge ein Ermittlungsverfahren, an dessen Ende bewertet werde, ob Anklage erhoben wird.

Force-India-Besitzer Vijay Mallya hatte schon vor Wochen erklärt, er wolle erst eingreifen, wenn ein Schuldspruch vorläge. Der Automobil-Weltverband FIA hatte bisher ebenfalls nicht öffentlich reagiert. Promoter Bernie Ecclestone steht in engem Kontakt zu Sutil, soll diesem aber bisher angeblich den Rücken gestärkt haben.

sid

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare